Ein Zitat ist allemal besser als ein Argument, mögen sich die offiziellen Gratulanten am Samstag in der Münsinger Zehntscheuer gedacht haben. Anlässlich der Ehrungen des Chorverbands Ludwig Uhland im Bezirk Alb belebten daher kluge Sätze berühmter Persönlichkeiten die Ehrungsmatinée ebenso wie großes Lob und sangesfrohe Chorstimmen. Einig waren sich alle: Singen gibt Freude und verbindet, berührt Herz und Seele und wirkt als praktizierte Kultur weiter in der Gesellschaft. Werte, welche gar nicht hoch genug geschätzt werden können.

Für 17 Jubilare aus sieben Vereinen stellte die Ehrungsmatinée des Chorverbands Ludwig Uhland am Samstag einen Höhepunkt in ihrer Chorgesangs-Laufbahn dar: 30, 40, 50, 60 und sogar 65 Jahre haben die Sängerinnen und Sänger an der Chormusik mitgewirkt, ihre Gesangsvereine treu unterstützt, Konzerte vorbereitet und viele Stunden Arbeit eingebracht. Freude am Gesang und die verbindende Kraft der Musik sei ihr Antrieb, so brachte es Jürgen Flitsch, Bezirksvorsitzender des Chorverbands, in seiner Begrüßung auf den Punkt.

Michael Donth, Bundestagsabgeordneter und selbst Sänger im Bürgermeisterchor, konnte das nachvollziehen: „Welche Kraft einem dieses Singen gibt, merkt man in der Singstunde“, bemerkte er in seinem Grußwort. 755 Jahre, so hatte er die Chorgesangsjahre der Jubilare addiert und hob deren Verdienst für andere und für die Gemeinschaft hervor – ein „unverzichtbarer Bestandteil für Vereine“, so würdigte Donth die langjährige Treue der Jubilare und schloss passend mit einem Zitat aus „Die Macht des Gesangs“ von Friedrich Schiller: „Es schwinden jedes Kummers Falten, solang des Liedes Zauber walten“.

Wichtig für die Gesellschaft

„Singen“, so zitierte anschließend Eberhard Wolf, Präsident des Ludwig Uhland Chorverbandes, „ist gefährlicher als Malen. Ein paar falsche Töne, und man wird von der Kritik zerrissen – ein paar falsche Farben, und man bekommt vielleicht einen Preis.“ Mario del Monaco, ein berühmter italienischer Tenor des 20. Jahrhunderts, soll einmal dieses Bonmot formuliert haben. Wolf konzentrierte sich dann in seinem Grußwort aber doch auf die guten Seiten des Singens und wies vor allem auf dessen „enorme gesellschaftliche und sozialpolitische Bedeutung“ hin.

„Kontakte knüpfen, Grenzen überwinden, wertvolle Integration, unabhängig von sozialen Schichten, Herkunft, Vermögen oder Alter“ sei beim Singen im Verein gegeben, betonte Wolf. „Singen ist Leben, es öffnet Tür und Tor“, sagte er.

Er freue sich daher ganz besonders, den Jubilaren mit den Ehrungen die öffentliche Anerkennung und Wertschätzung zu überbringen.

Musikalisch wurde diese umrahmt mit Gesang vom Liederkranz Mehrstetten. Die anschließende Bewirtung und auch die schöne Dekoration der Zehntscheuer anlässlich der Feierstunde hatte der Liederkranz Münsingen übernommen.

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Münsingen

Ehrung für langjährige Treue zu Gesang und Verein


Für 30 Jahre:
Christa Molnar und Christine Fasolin vom Gesangsverein Frohsinn Laichingen, Antonie Späth und Eberhard Mack vom Liederkranz Münsingen.

Für 40 Jahre:
Traude Lamparter und Eduard Hauch vom
Gesangsverein Frohsinn Böhringen, Hilde Bressa und Wilhelm Bohnaker vom Gesangsverein Frohsinn Laichingen, Karl Bächle vom Liederkranz Donnstetten und Hans Dieter Holder vom Gesangsverein Eintracht Lonsingen.

Für 50 Jahre:
Ursula Schaude vom Liederkranz Münsingen, Bärbel Schramm und Cristian Ernst vom
Sängerbund Butten-
hausen.

Für 60 Jahre:
Helmut Failenschmid vom Bürgermeisterchor im Landkreis Reutlingen, Horst Gekeler vom Gesangsverein Frohsinn Böhringen und Werner Pöhler vom Gesangsverein Frohsinn
Laichingen.

65 Jahre:
Günter Hess vom
Sängerbund Butten-
hausen.