Münsingen Drei Monate Unterstützung für das Biosphärenzentrum-Team

Von der Commerzbank (links Sascha Rebmann) erhielt Umweltpraktikant Martin Haas eine gefüllte Umhängetasche geschenkt, die ihn bei seiner Arbeit unterstützen soll. Rechts im Bild Tobias Brammer, der Haas betreut hatte.
Von der Commerzbank (links Sascha Rebmann) erhielt Umweltpraktikant Martin Haas eine gefüllte Umhängetasche geschenkt, die ihn bei seiner Arbeit unterstützen soll. Rechts im Bild Tobias Brammer, der Haas betreut hatte. © Foto: Reiner Frenz
Reiner Frenz 13.07.2018

Martin Haas studiert im fernen Göttingen an der Georg-August-Universität. Ökosystemmanagement lautet das Fach, das sich der junge Mann ausgesucht hat, mit Bedacht, hat er doch zuvor eine Ausbildung als Landwirt absolviert. „Mir ist ein sinnvolles Miteinander von Mensch und Natur ein wichtiges Anliegen“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Und dafür steht für ihn das Biosphärengebiet Schwäbische Alb, in dessen Geschäftsstelle er in den vergangenen drei Monaten ein Praktikum absolviert hat.

Wie kommt ein Niedersachse auf die Alb: „Meine Eltern stammen aus Stuttgart und Wiesensteig, sind also echte Schwaben“, lacht er. Der Bezug zur Alb sei für ihn immer vorhanden gewesen. Mit seiner Bewerbung im Biosphärenzentrum lag er jedenfalls goldrichtig, wie Tobias Brammer, der die Praktikanten und Praktikantinnen des Biosphärenzentrums betreut, berichtete. „Wir hatten zuletzt einige Themen im landwirtschaftlichen Bereich zu bearbeiten, so dass es uns nicht schwer fiel, den Platz an Martin Haas zu vergeben“.

Was er tatsächlich zu tun hatte im vergangenen Quartal, davon berichtete Haas. Da war der Start des Projekts „Bienenstrom“ (wir berichteten), der kürzlich erfolgte. Hierfür organisierte er im Vorfeld ein Treffen mit Landwirten, landwirtschaftlichen Verbänden, der Landwirtschaftsverwaltung und den Stadtwerken Nürtingen. Die Biogaslandwirte mit ihrem großflächigen Maisanbau seien ein Teil des Problems Insektensterben und diese wüssten auch von ihren Imageproblemen, seien auf der Suche nach Alternativen zum Mais, nach Lösungen, die ökologisch verträglich seien, sich aber auch rechnen würden, erklärte Haas. Beim Bienenstrom-Projekt würde der Minderertrag, den die mehrjährigen Blühmischungen gegenüber dem Mais erbringen würden ausgeglichen, indem ein Cent je Kilowattstunde von den Verbrauchern für die Ökologie gezahlt würden.

Veranstaltungen organisiert

Haas organisierte weitere Veranstaltungen und Treffen, darunter eines auf einem Feld oberhalb von Indelhausen, das jetzt Teil des Bienenstrom-Projekts geworden ist, wozu auch der Fachmann eingeladen war, der die Blühmischung entwickelt hat. Dieser erläuterte die Vorzüge. Zunächst würden Sonnenblume, Malve und Buchweizen wachsen, die in geplanter Sukzession Rainfarnen, Beifuß oder Eibisch weichen würden, womit eine gebüschartige Struktur entstehen würde, die Lebensraum für viele Käfer und Vögel sei.

Haas bezeichnete es als interessant, zu erfahren, mit welchen Akteuren das Biosphärengebiet zusammenarbeite, als Praktikant an wichtigen Gesprächen teilhaben zu können: „Überall kommen Leute zusammen, die sich Gedanken über die Zukunft hier machen“. Zugleich war die Arbeit in einem Büro für den gelernten Landwirt eine neue Erfahrung auch in Hinblick auf die Berufsperspektiven nach dem Studium. Haas dankte Brammer und dessen Kollegen für das „sehr gut organisierte Praktikum“. Sein Dank galt auch der Commerzbank. Sascha Rebmann, Gruppenleiter Privatkundenberatung bei der Commerzbank in Reutlingen erklärte: „Das Berufspraktikum ist eine einmalige Chance für junge Menschen, wichtige Kompetenzen für die spätere Berufswahl zu erwerben“.

Die Commerzbank unterstützt mit ihrem Projekt „Umweltpraktikum“ junge Menschen, ihr praktisches Semester in Biosphärengebieten oder Nationalparks zu absolvieren. Der Sponsor übernimmt neben der Unterkunft auch ein Taschengeld für die Praktikanten. Jedes Jahr werden so für das Münsinger Biosphärenzentrum zwei dreimonatige Praktika finanziert.

Nach Martin Haas ist nun Amelie Baur neue Praktikantin im Biosphärenzentrum. Sie studiert Sporttourismus und Erholungsmanagement in Köln, wird ihren Schwerpunkt bei der Arbeit in der Geschäftsstelle also eher im touristischen Bereich haben. „Das passt ausgezeichnet zum Thema Premiumwanderwege, das wir gerade bearbeiten“, meinte Tobias Brammer.

Seit 28 Jahren ist die Commerzbank Sponsor

Unterstützt wird das Umweltpraktikum von der Commerzbank bereits seit 28 Jahren. Dabei stellt die Bank jährlich rund 50 Praktikantinnen und Praktikanten deutschlandweit in mehreren Schutzgebieten finanzielle Unterstützung zur Verfügung und zahlt Taschengeld. Mehr als 1800 Studierende konnten bisher das praktische Semester in einem Nationalpark, Biosphärengebiet oder Naturpark verbringen. Dazu zählt auch ein einwöchiges Einführungsseminar aller Umweltpraktikanten im Nationalpark Bayerischer Wald.

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