Themen in diesem Artikel

Bahnhofstraße
Münsingen / REINER FRENZ  Uhr
Zu Jahresbeginn ist der Münsinger Chirurg Dr. Theodor Schiek in die Albklinik umgezogen. Seine seitherigen Praxisräume in der Bahnhofstraße werden jetzt von zwei, ab April von drei Ärzten genutzt.

Seit Anfang 2013 besteht bereits eine Praxisgemeinschaft zwischen der Dermatologin Dr. Yvonne Hoch und dem Urologen Dr. Thomas Schradin. Allerdings in beengten Räumlichkeiten im Ärztehaus, wo den beiden Ärzten nur 40 Quadratmeter zur Verfügung standen.

"Wenn das Rote Kreuz da war, dann war unsere Praxis blockiert", erinnert sich Schradin. Wenig befriedigend war auch die Situation mit dem Eingriffraum auf der anderen Seite des Gangs.

Es war Apotheker Rolf Gaub, der auf die Ärzte zukam, ihnen die Praxisräume des Chirurgen Dr. Theodor Schiek anbot. Immerhin 220 Quadratmeter sind es hier, Platz genug, um auch einen weiteren Mediziner mit ins Boot zu nehmen, der sich rasch fand. Ab April wird Dr. Andrea Münkle-Krimly dazustoßen, die derzeit noch eine Münsinger Zweigstelle in der Hauptstraße 9 unterhält, und zwar seit einem Jahr. Ihren Hauptsitz hat sie auch künftig in Mehrstetten.

Weil sie aber auch viele Patienten in Münsingen hat, hatte sie den Schritt mit der Zweigstelle unternommen. Auch für sie sind die Räumlichkeiten in der Bahnhofstraße 7 weit besser geeignet, weshalb sie der Praxisgemeinschaft ab April beitreten wird. Eine weitere Nebenstellen unterhält die Allgemeinmedizinerin in Justingen.

Bürgermeister Mike Münzing freut sich, dass sich die drei Mediziner in der Praxisgemeinschaft in der Bahnhofstraße 7 zusammengefunden haben. Schon vor zehn Jahren habe er darauf hingewiesen, dass die Problematik nicht im System der Bezahlung der Ärzte liege, sondern in den Rahmenbedingungen. Er habe damals schon für Praxisgemeinschaften plädiert, sei von vielen belächelt worden.

Inzwischen gebe es überbetriebliche und überörtliche Praxisgemeinschaften, alle möglichen Modelle sind denkbar geworden, viele Ärzte würden die Synergieeffekte nutzen, die so möglich geworden seien. Damit ergeben sich laut Münzing auch für den ländlich strukturierten Raum Möglichkeiten, fachärztliche Angebote zu generieren wie dies in der Bahnhofstraße 7 der Fall sei, wo auch noch die Apotheke im gleichen Haus zu finden ist. Die Lage der Praxis nannte der Bürgermeister ideal, weil direkt an Bahnhof und Busbahnhof gelegen und mit Parkplätzen ausgestattet.

Für die drei Ärzte sei der Aufwand, die Räumlichkeiten für ihre Bedürfnisse auszustatten, überschaubar gewesen. Labor und Behandlungszimmer waren vorhanden, die man problemlos mit den anderen teilen könne. Gefragt sei natürlich verantwortungsvoller Umgang und Fairness, was ja im Falle von Hoch und Schradin schon seit geraumer Zeit bestens funktioniere.

Dass sich auch Andrea Münkle-Krimly bestens ins Team einfügen wird, daran besteht kein Zweifel: "Ich wollte nie Alleinkämpferin sein, habe Spaß an der Zusammenarbeit mit anderen", bekräftigt sie. Die drei Ärzte bringen übrigens ihre seitherigen Mitarbeiter mit, weil sie sich die Räumlichkeiten zwar teilen, aber zu unterschiedlichen Zeiten anwesend sein werden.

Jeder Arzt wird auch seine eigene Rufnummer haben, wobei Anrufe zu Zeiten, da sie nicht in Münsingen sind, in die jeweilige "Zentrale" umgeleitet werden, also nach Dettingen (Hoch), Mehrstetten (Münkle-Krimly) oder Reutlingen (Schradin).

Für alle drei ist Münsingen eine Zweigstelle, wobei Yvonne Hoch klarstellt, dass sie gerne mehr auf der Alb wäre, dies aber von der Kassenärztlichen Vereinigung nicht gestattet wird: "Ich darf nur zwei halbe Tage in Münsingen arbeiten".