Münsingen / ULRIKE BÜHRER-ZÖFEL  Uhr
"Toll" und "nachhaltig" - das waren häufig verwendete Worte gestern bei der Eröffnung des Mobilitätszentrums am Bahnhof.

Grußworte sind out, Talk in: Tourismuschef Hans-Peter Engelhart moderierte gestern die Runde der am Projekt beteiligten Partner. Einheitliche Meinung: toll, nachhaltig, mit Entwicklungspotenzial.

Für Architekt Ralf Straub, der vor zehn Jahren auch die Sanierung des benachbarten Bahnhofs betreut hat, ist das Mobilitätszentrum "die Abrundung des Areals". Aus der Baracke mit "ziemlich skurrilem Charme" ist jetzt in einer Bauzeit von zusammengerechnet 13 bis 14 Wochen ein Gebäude geworden, das in die Umgebung passt, und in dem sich Jürgen Schwald wie er selbst sagt "sehr wohlfühlen" wird. Schwald betreibt das Mobilitätszentrum, hält 17 Pedelecs verschiedener Klassen und Zubehör wie Helme parat, programmiert seinen Kunden das Bosch Noyon-System, damit sie mit dem Navigator bequem die Alb entdecken können.

Fünf Routen unterschiedlicher Länge sind ausgeschildert, weitere fürs nächste Jahr bereits angedacht. Geplant haben die Münsinger Touren, Beschilderung und was alles an Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten im Naviprogramm auftaucht, zusammen mit Christian Ludewig von Pro-cyCL aus Pfalzgrafenweiler. Für ihn sind die E-Bike Touren "ein tolles Projekt, ein Vorzeigemodell, einfach eine Hausnummer".

"Der Clou" beim Ganzen, so Engelhart, sei natürlich das neu entwickelte Navi-System von Bosch", ein Gerät "unscheinbar klein, aber die Technik der Zukunft" und an jedem Fahrrad dran. Eingefädelt hatte der Münsinger Tourismuschef die Zusammenarbeit mit dem Konzern in Reutlingen von der Spitze her: Auf "den obersten Chef" sei er zugegangen, bei Volkmar Denner, selbst begeisterter Radler auf offene Ohren gestoßen, so Martin Schäfer, der gestern die Firma vertrat. Mit dem System könne man sich durch die Biosphäre führen lassen, gleichzeitig Begeisterung fürs E-Bike wecken.

Biosphären-Chefin Petra Bernert, ist "stolz, mit der Stadt Münsingen einen starken Partner bei der Entwicklung des Biosphärengebiets zu haben". Mit Bahn, Bus und Rad sei Münsingen jetzt ein "Dreh- und Angelpunkt" für nachhaltige Mobilität - ein zentrales Thema für die Biosphäre.

Das Bahnhofsareal, befand Bürgermeister Mike Münzing, ist zur "neuen Mitte, zum Drehkreuz für die Schwäbische Alb" geworden. E-Bikes seien im Moment meist noch "Sportgeräte, mit denen man mit wenig Schweiß viel erleben kann", könnten aber in Zukunft auch auf der Alb eine Alternative zum Auto sein, zum Beispiel um zur Arbeit zu fahren. Deshalb ist dem Bürgermeister auch wichtig: "Der erste Gast der Stadt ist der Münsinger, die Älbler". Solche Infrastrukturprojekte wie das Mobilitätszentrum "sind in erster Linie an die Einheimischen gerichtet". Ebenso auch zukünftige Vorhaben - "wenn wir zu den zweirädrigen Fahrzeugen noch vierrädrige anbieten". Gespräche mit Partnern, die Elektroautos anbieten, "werden schon geführt".