Es war längst in die Jahre gekommen, das ehemalige Schulhaus, welches Anfang der 60er-Jahre fertiggestellt wurde. „Über Jahrzehnte hinweg, war der Blick aufs Dorf, das schönste, was das Haus zu bieten hatte“, gestand Bürgermeister Mike Münzing in seinem Grußwort und ergänzte: „Wichtig war uns, dass im Haus nun Raum für alle ist“. Das war bis zur Renovierung, dessen Baubeginn letzten Sommer gestartet war, nicht so. Auch wenn das Haus durch Kindergarten, Feuerwehr oder den verschiedensten Veranstaltungen, welche im Haus stattfanden, mit Leben gefüllt war. Für gehbehinderte Menschen war spätestens an der langen Treppe, die zum „Saal“ im Dorfgemeinschaftshaus führt, Schluss.

Dass sich aber nicht nur gehandicapten Menschen gewisse Hürden ins Leben stellen, sondern auch Bauherren, die an die Barrierefreiheit denken, war bei der Begrüßung durch Ortsvorstehers Heinz Kurz zu erfahren. Von der Einreichung des Baugesuches, das für den Bau des barrierefreien Zugangs benötigt wurde, verstrichen zehn Monate bis zur Baufreigabe.

Das Warten hat sich gelohnt. Auch ermöglicht jetzt ein Treppenlift, Rollstuhlfahrern und anderen Menschen, die schlecht zu Fuß sind, ins Obergeschoss zu gelangen. Neben den Malerarbeiten eine der fertiggestellten Baustellen, die sofort beim Eintreten ins „Haus für alle“ ins Auge stechen.

Projekt wird vom Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum gefördert

Andere Baustellen, wie die Erneuerung der Elektrik oder der Wasserleitungen, wurden zwischenzeitlich durch die Gipser quasi unsichtbar gemacht. An die Baustellen erinnern nur noch die Handwerkerrechnungen. Kurz berichtet, dass 90 000 Euro vom Regierungspräsidium aus dem Topf Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum beigesteuert wurden und insgesamt seien 420 000 Euro im Haushalt für die Renovierung des Hauses eingestellt.

Als Maßnahme des Brandschutzes folgt jetzt noch eine Einglasung im Treppenhaus, welche aufgrund von Lieferschwierigkeiten noch nicht fertiggestellt werden konnte.

Der Dank des Ortsvorstehers galt allen Schaffern und Machern, die während der Bauzeit zum Gelingen beitrugen.

Auch der Stadt Münsingen sowie allen Lärm- und Schmutzgeschädigten, wobei Kurz ganz besonders an die Kindergartenkinder dachte. Dank, der durch den Schultes noch unterstrichen wurde, indem er betonte, dass es richtig gewesen sei, dass der Gemeinderat die entsprechenden Mittel zur Verfügung gestellt hat. Jetzt sei ein Ort entstanden, welcher Anlass zur Begegnung zwischen Jung und Alt, zwischen Einheimischen und Zugezogenen bietet und ein Ort, in welchem Menschen Impulse setzen können.

Als Ort der Begegnung präsentierte sich das Haus auch beim Tag der offenen Tür, bei welchem mit der Präsentation des Jubiläumskalenders zur 1250 Jahrfeier ein kleines Highlight gesetzt werden konnte.

Kurz lobte dabei die Arbeit der ehrenamtlichen Macher, unter anderem die von Simone Mistele, die das Logo fürs Jubiläumsjahr 2020 entwarf. „Eine gute Arbeit für welche andere tausende von Euro ausgeben“, zeigte sich auch Münzing begeistert.

Der Kalender selbst bietet über zwölf Monate hinweg einen gelungenen Streifzug in die 30er, 40er und vor allem in die 50er Jahre. So sind unter anderem im Januarbild nicht nur die Knickerbockerhosen der Skifahrer an der Kapf interessant, sondern auch der Blick auf die Landschaft.

Klasse auch die Dorfansicht im Februar, die das Rathaus, das veräußert werden soll, in den 50er-Jahren zeigt. Oder das Julifoto, auf welchem noch die Linde, welche im Zuge der Straßensanierung gefällt wurde, stand. Und stolz wie Bolle wäre unter Garantie Christopher-Baura-Matthes, wenn er noch erfahren könnte, dass er mit seinen Schafen im Novemberteil des Jubiläumskalenders, zu sehen ist.

Beim Tag der offenen Tür, konnte der Jubiläumskalender für 10 Euro erworben werden. Wer es verpasst hat, hat jetzt im Tourismusbüro in Münsingen, noch die Möglichkeit dazu.

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Das barrierefreie Dorfgemeinschaftshaus


Das ehemalige Schulhaus wurde Anfang der 60er-Jahre fertiggestellt und war längst dringend renovierungsbedürftig.

Im Sommer 2018 starteten die Renovierungsarbeiten, um einen barrierefreien Raum für alle zu erschaffen. Dank Treppenlift kommen nun auch Rollstuhlfahrer ins Obergeschoss.

Aus dem Topf Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum wurden
90 000 Euro vom Regierungspräsidium beigesteuert. An die Baustellen erinnern nur noch die Handwerkerrechnungen. Insgesamt 420 000 Euro seien im Haushalt für die Renovierung des Hauses eingestellt.