Buttenhausen Die Pfadfinder kommen

Buttenhausen / EB/VAU 17.07.2014
Sie schlagen auf dem Schachen ihr Lager auf: Am 6. August werden etwa 4000 Christliche Pfadfinder aus ganz Deutschland und 500 internationale Gäste im Lautertal erwartet. Ihr Motto lautet "Volldampf".

Der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) veranstaltet in der Zeit vom 6. bis 15. August sein achtes Bundeslager auf dem Schachen bei Buttenhausen. Es ist ein großes Ereignis, das nur alle vier Jahre stattfindet (zuletzt in Wolfsburg) und etwa 4000 Jugendliche im Alter von 13 bis 20 Jahren und viele Gäste zusammenführt.

Für 2014 wurde das Motto "Volldampf" gewählt. Es führt die Pfadfinder zurück in die Zeit der industriellen Revolution. In den acht Teillagern wird getüftelt, geforscht und entdeckt. So thematisiert die Gruppe "Perpetuum Mobile" zum Beispiel "Bewegung". Hier bahnt sich ein Weltrekord an: Eine Murmelbahn soll alle bisherigen Dimensionen in den Schatten stellen. Das Teillager "Pruna" widmet sich dem Feld "Energie". Ziel ist der Bau eines "begehbaren Bergwerks in einer Zeltkonstruktion". Die Mitglieder im "Explorer Club" folgen den Spuren der Entdecker und Weltreisenden. Ein Geländespiel, für das sich die Umgebung auf dem Schachen und das Lautertal anbietet. Politik und Gesellschaftskritik wird nicht ausgeklammert. So beschäftigt sich "Pfaditropolis" mit den sozialen Folgen der Industrialisierung. Nahe liegt dabei die Gründung einer Gewerkschaft. Viele weitere Themen stehen auf dem Plan, Kunst und Kultur werden ebenfalls nicht zu kurz kommen.

Die Organisatoren legen Wert auf den Schutz der Natur und einen sorgfältigen Umgang mit Ressourcen. Deshalb soll die Versorgung möglichst nachhaltig sein. "Die Lebensmittel kommen aus regionalem und saisonalem Anbau oder sind fair gehandelt", wird im Vorfeld versprochen. Seit Monaten sind die Verantwortlichen mit regionalen Lieferanten und Erzeugern in Kontakt. Regionale Gerichte und frische, pflanzliche Zutaten stehen auf dem Speiseplan. Es gilt als selbstverständlich, den anfallenden Müll zu trennen und, wenn möglich, zu recyceln.

Was auch nicht fehlen darf, das sind die Hajks. Übersetzt aus der Pfadfindersprache bedeutet dies mehrtägige Wanderungen in der Umgebung. Besonders im Biosphärengebiet finden sich viele Anlaufstellen, die die Pfadfinder interessieren wird. An jedem Tag werden mehrere hundert Jugendliche ausschwirren, um die Schwäbische Alb kennenzulernen. Für Sicherheit ist gesorgt. Das Bundeslager verfügt über ein eigenes Hospital mit zehn Ärzten und zehn Pflegern und Krankenschwestern. Auch ein Rettungswagen steht bereit. Ein detaillierter Krisenplan ist ausgetüftelt. Die Behörden sind informiert und eingebunden. "Die Zusammenarbeit läuft sehr gut", loben die Organisatoren. Alles sei bestens vorbereitet.

Der VCP orientiert sich am Evangelium. In der Lagerkirche werden regelmäßig Andachten stattfinden. Der interreligiöse Dialog darf nicht fehlen, so stehen auch eine Moscheen- und eine Synagogenjurte zur Verfügung. Grenzen abbauen, auch das ist ein Ziel. Erwartet werden daher viele internationale Gastgruppen. Dolmetscher für Englisch, Fanzösisch, Spanisch und Russisch werden ihre Dienste anbieten.

Die Pfadfinder schotten sich nicht ab. Am Sonntag, 10. August, sind die Lagertore weit geöffnet. Es ist Besuchstag. Die Gäste erwarten nicht nur Einblicke ins Leben der Pfadfinder, sondern auch das internationale Fest "Cultural Festival Day" und einen großen Gottesdienst am Nachmittag.

47 000 im Verband

Im Verband Christlicher Pfadfinder sind bundesweit rund 47 000 Mädchen und Jungen, Frauen und Männer, aktiv. Ungefähr 5000 (vorwiegend junge Menschen) engagieren sich ehrenamtlich als Mitarbeiter.

Das Ziel wird folgendermaßen formuliert: "Die Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu Demokratiefähigkeit und Frieden, der Schutz der Natur und Umwelt, die Orientierung am Evangelium, Internationalität, aber auch der Spaß am Abenteuer sind Schwerpunkte der Arbeit des Verbandes."

SWP