Münsingen / SABINE ZELLER-RAUSCHER Ein neues Netzwerk in der Region hat sich zum Ziel gesetzt, nachhaltig bestehende Kultureinrichtungen zu stärken und weiter zu entwickeln.

Noch steckt das Projekt „Lernende Kulturregion Schwäbische Alb“ der Kulturstiftung des Bundes in den Kinderschuhen. Zusammen mit der Initiative „TRAFO – Modelle für Kultur und Wandel“ will es die Weiterentwicklung (Transformation) von Kultureinrichtungen in der Modellregion Schwäbische Alb von 2016 bis 2020 fördern. Bestehenden Kultureinrichtungen der Schwäbischen Alb sollen profitieren und sich vernetzen.

Teil davon ist die Informationsveranstaltung für Künstler, Kulturwerkstätten und Kulturschaffende, die am Dienstagabend einige Interessierte in den großen Sitzungssaal des Münsinger Rathauses lockte. Dass die Schwäbische Alb quasi die Wiege der Kultur der Menschheit ist, stellte Bürgermeister Mike Münzing in seinen einführenden Begrüßungsworten klar, wobei er kurzerhand die rund 4500 Jahre alte Sphinx, welche für viele als die Kulturdenkmäler schlechthin betrachtet werden, mit dem rund 40 000 Jahre alten Löwenmenschen in der Hand in den Schatten stellte.

Auch die Venus und die Knochenflöte aus dem Hohlefels würden belegen, dass die Menschheit schon damals Dinge fertigte, die einfach schön waren und nicht zur Arbeit verwendet wurden. Kulturpotential war also schon immer da auf der Alb. Nun aber sind die Kulturschaffenden mit dem demographischen Wandel und der Abwanderung von jungen Menschen, sowie mit einem facettenreichen Strukturwandel konfrontiert. Neue Netzwerke sollen hier helfen. Projektleiterin Judith Bildhauer, angestellt beim Landratsamt Ostalb, gab Einblick in das mit Mitteln aus LEADER, einem europäischen Strukturförderprogramm für den ländlichen Raum, finanzierten Projektes.

Ein Blick auf die Projektkarte zeigte den Projektradius auf. Ausgewählt als Modellregion für die Initiative „TRAFO“ wurden von der Kulturstiftung des Bundes, die Schwäbische Alb mit den Landkreisen Alb-Donau, Biberach, Heidenheim, Ostalb, Reutlingen, Schwäbisch Hall und Sigmaringen samt den LEADER-Regionen Brenzregion, Jagstregion, Mittlere Alb und Oberschwaben. Ein breites Gebiet, welches sich kulturell vernetzen soll.

Unter dem Dach von „Lernende Kulturregion Schwäbische Alb“ sitzen drei Module, die gebündelt werden sollen: Zum einen die Kulturwerkstätten Theaterwerkstatt (Landestheater Tübingen, Theater Lindenhof Melchingen), Museumswerkstatt (Federseemuseum Bad Buchau), Musikwerkstatt (Opernfestspiele Heidenheim) und die Interimwerkstatt (Interim Museum Villa Rot Burgrieden). Zweitens die lernende Kulturregion mit Vernetzungs-, Informations-, und Öffentlichkeitsarbeit als Kultur-Plattform. Und zu guter letzt das regionale Netzwerk, bei welchem die Ausweitung des Netzwerkes und die Verknüpfung der TRAFO mit der LEADER-Förderung. Ziel: unter anderem, die Belebung kleiner Kommunen und die Identifikation mit der Region. Weiter soll ein regionaler Austausch über die Verwaltungsgrenzen hinweg stattfinden, zur Weitergabe von Wissen und zum Austausch von Erfahrungen. Auch Schulen sollen in die Vernetzung eingebunden werden. Ein Blick auf die Zahlen der Förder- und Projektmittel verriet schnell, dass pfiffiges Denkvermögen bei der Antragsstellung gefragt ist. Keine ganz einfache Kost, wie sich bei der Informationsveranstaltung zeigte. Projektleiterin Bildhauer sagte den Anwesenden Unterstützung beim Abbau verschiedenster Barrieren und beim Zurechtfinden im Antrags- und Bürokratendschungel zu.

Mehr Informationen gibt er im Internet unter www.lerndene-kulturregion.de oder direkt bei der Projektleiterin Judith Bildhauer unter ?  (0 73 61) 503 12 47.