Heroldstatt Die Gemeinde kommt mit einem blauen Auge davon

Ein Einschlag von 2380 Festmetern ist im Heroldstatter Forst für 2019 geplant.
Ein Einschlag von 2380 Festmetern ist im Heroldstatter Forst für 2019 geplant. © Foto: Jürgen Kühnemund
Heroldstatt / Jürgen Kühnemund 06.12.2018

Der trockene Sommer 2018 hängt den Forstmännern noch lange nach. Denn zur Trockenperiode kamen noch sehr hohe Temperaturen und ein enorm langer Wassermangel hinzu. Die Dürreschäden zeigten sich erst recht spät. Dennoch sei der Heroldstatter Wald bei der zufälligen Nutzung recht gut weggekommen, sagte Thomas Herrmann, Leiter des Fachdienstes Forst beim Landratsamt, in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Heroldstatt. Es gebe aber Bäume, vor allem Nadelhölzer, die geschädigt wurden, was sich wohl erst im nächsten Jahr zeigen werde. Zudem drücke die große Menge an Sturm- und Käferholz die Holzpreise.

Auch in Heroldstatt wurde in 2018 anstelle der anvisierten 2470 Festmeter fast 3000 Festmeter eingeschlagen. „Das sind gut elf Prozent mehr, als es im Forstplan für das Jahr 2018 ausgewiesen war“. Dieser Mehreinschlag beschert der Kommune, trotz teilweiser enttäuschender Preise, vor allem beim Fichtenstammholz, einen Gewinn  von 33 200 Euro. Will heißen: Das Forstjahr 2018 hat das „Sparkässle Wald“ noch nicht so richtig durchgeschüttelt.

Aber für 2019 sei durchaus Vorsicht geboten, sagte Herrmann. Man wisse nicht, wie sich der Holzmarkt weiterentwickle und „vor allem weiß man nicht, wie sich die Borkenkäferpopulation entwickelt“, ergänzte Revierförster Ferdinand Menholz. Der geplante Einschlag für das kommende Jahr liege bei 2500, vielleicht auch 2600 Festmetern, sagte Herrmann. Daraus ergebe sich ein Gesamtergebnis von rund 185 000 Euro. Davon stammen rund 57 Prozent der Erlöse aus dem Verkauf von Nadelhölzern, der Verkauf von Laubhölzern bringe somit 43 Prozent. Demgegenüber stehen Ausgaben von rund 150 000 Euro, sodass unterm Strich ein Gewinn von fast 35 000 Euro bleibt.

Der Betriebsvollzug liege zur Halbzeit des zehnjährigen Forsteinrichtungswerks bei 51 Prozent, führte Herrmann weiter aus. Der Hiebsatz soll im zweiten Jahrfünft aber moderat erhöht werden, damit auch die Vorratspflegen fortgeführt werden können. Herrmann nannte dabei einen jährlichen Hiebsatz von 2700 Festmetern.

Schließlich ging es noch um den Brennholzpreis. Er soll, analog dem Staatswald, für das gemischte Laubbrennholz auf 64 Euro pro Festmeter Langholz ausgeschrieben werden. Das ist eine leichte Erhöhung gegenüber 2014, als der Brennholzpreis auf 62 Euro festgesetzt worden war, wie Bürgermeister Michael Weber sagte. Im übrigen soll auch weiterhin auf die Brennholzversteigerung verzichtet werden und die Vergabe per Losverfahren erfolgen. Dem stimmte der Gemeinderat abschließend zu.

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