Münsingen Die Bilanzsumme steigt um 7 Prozent

Volksbank-Vorstandsmitglied Christian Bückle ging auf die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung ein. Foto: Reiner Frenz
Volksbank-Vorstandsmitglied Christian Bückle ging auf die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung ein. Foto: Reiner Frenz
Münsingen / REINER FRENZ 11.05.2013
Der Verabschiedung von Werner Leichtle wars geschuldet: Bei der Volksbank-Vertreterversammlung gerieten am Dienstag die Zahlen ein wenig in den Hintergrund, dabei konnte sich die Bilanz sehen lassen.

In der Tradition seines Vorgängers ging Christian Bückle in seinem Vorstandsbericht zunächst auf die wirtschaftliche Lage im vergangenen Jahr in Deutschland ein, ehe er sich der Region zuwandte. Das Wirtschaftswachstum im Land sei durch die Staatsschuldenkrise einiger Euroländer und die verhaltene Weltkonjunktur merklich gedämpft worden. So sei das deutsche Bruttoinlandsprodukt lediglich um 0,7 Prozent gestiegen nach einem Wachstum in 2011 von drei Prozent. Vor allem zum Jahresende hätten die Auftriebskräfte spürbar nachgelassen.

Moderat um 0,6 Prozent zugelegt habe der Privatkonsum. Höhere Tarifabschlüsse und die anhaltend günstige Beschäftigungsentwicklung hätten die Konsumbereitschaft stimuliert. Nach positivem Auftakt habe der Arbeitsmarktaufschwung im Jahresverlauf spürbar an Tempo verloren. Dennoch sei die Zahl der Erwerbstätigen auf einen neuen Rekordstand von 41,6 Millionen gestiegen. Wie schon im Vorjahr sei die Staatsschuldenkrise das bestimmende Moment für die Finanzmärkte im Euroraum gewesen. Die politischen Kräfte hätten mit Hilfsmaßnahmen reagiert. Die EZB habe ihre expansive Geldpolitik verstärkt, so den Leitzins auf ein neues Allzeittief von 0,75 Prozent gesenkt.

Die Rendite deutscher Bundesanleihen fiel Mitte 2012 auf ein Rekordtief von 1,16 Prozent, zum Jahresende waren es 1,31 Prozent. Die 226 Volks- und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg konnten kräftige Wachstumsraten von 2,6 Prozent bei den Einlagen und 4,7 Prozent bei den Ausleihungen verzeichnen. Die Bilanzsummen seien um 2,4 Prozent auf 133 Milliarden Euro gestiegen.

Die konkrete Entwicklung bei der Münsinger Volksbank trug Bückles Vorstandskollegin Jadranka Werner vor: "In unserem Geschäftsbereich hat sich die Wirtschaft solide weiterentwickelt", so Jadranka Werner. Positiv ausgewirkt habe sich die zunehmende Investitionsneigung von Unternehmen und Privatpersonen. Aufgrund des moderaten Anstiegs der Kundenforderungen, der Geld- und Kapitalanlagen auf der Aktivseite und des Anstiegs der Kundeneinlagen auf der Passivseite sei die Bilanzsumme um 7,1 Prozent auf nunmehr 391,7 Millionen Euro gestiegen.

Der Anteil der Kundenforderungen stieg um 9 auf 253,5 Millionen Euro. Das positive wirtschaftliche Umfeld habe die Umsetzung von Investitionsvorhaben der Firmenkunden begünstigt. Wie stark das Vertrauen der Mitglieder und Kunden in die Volksbank sei, das zeige sich im hohen Anstieg der Kundengelder um 5,5 Prozent auf 280,6 Millionen Euro. Dank "attraktiver Anlagezinssätze" seien die Spareinlagen um 14,1 auf knapp 120 Millionen Euro gestiegen.

Auf überdurchschnittlich hohem Niveau befinde sich der Zinsüberschuss von 2,81 Prozent. Während sich der Personalaufwand um 1,7 Prozent erhöht habe, seien die Verwaltungsaufwendungen um 3,6 Prozent zurückgegangen.

Unter dem Strich wurde ein Bilanzgewinn von 1,16 Millionen Euro erzielt (2011: 1,2 Millionen). 411 000 Euro werden als Dividende (5 Prozent) ausgeschüttet. Jeweils 375 000 Euro werden der gesetzlichen und anderer Ergebnisrücklage zugeführt, so Jadranka Werner.

Die große Mehrheit der Versammlung sprach sich für die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses aus. Ebenso wurde der Jahresabschluss genehmigt, Vorstand und Aufsichtsrat entlastet.

Ulrich Reichle vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband trug den Prüfungsbericht vor, sprach von einer guten Eigenkapitalausstattung der Münsinger Volksbank.

Zu überarbeiten seien die Regelungen bei der Kreditsicherung, auch gebe es Mängel bei der zeitnahen Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse. Quantität und Qualität der Personalausstattung im Kreditbereich seien zu verbessern, führte der Prüfer weiter aus. Die Ausgestaltung der internen Revision sei nicht ausreichend gewesen, monierte Ulrich Reichle. Der Vorstand habe auf diese Punkte reagiert und ein angemessenes Kreditrisikoüberwachungssystem eingerichtet.

Aufsichtsratsvorsitzender Dieter Weible bezeichnete die genannten Mängel als "Schnee von gestern". Man sei auf einem guten Weg in die Zukunft.

Im Aufsichtsrat wurden die turnusgemäß nach drei Jahren ausscheidenden Mitglieder Josef Heinzelmann, Eduard Pfeifle und Christl Schneider wiedergewählt.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel