Oberstetten Die Azubis glänzen

Die erfolgreichen Auszubildenden von SchwörerHaus.
Die erfolgreichen Auszubildenden von SchwörerHaus. © Foto: Maria Bloching
Oberstetten / MARIA BLOCHING 23.10.2015
SchwörerHaus bildet derzeit in 18 verschiedenen Berufen 80 junge Menschen aus. Andre Pul hat als Holzbearbeitungsmechaniker den Bundessieg und Marcel Tak als Schreiner den Kammersieg errungen.

„Um eine so großartige Leistung zu erbringen, braucht es zusätzlich zu den betrieblichen Ausbildungsrahmenbedingungen vor allem Ehrgeiz und Eigenmotivation“, weiß Ausbildungsleiterin Bianca Loock-Hummel. Sie zeigt sich stolz auf das Ergebnis des diesjährigen Abschlussjahrgangs. Allein im Bereich Schreinerhandwerk wurden von fünf Auszubildenden drei aufgrund ihrer hervorragenden Leistungen zum Wettbewerb der Handwerkerkammer eingeladen, drei haben es aufs Treppchen geschafft. Timo Stefan und Daniel Steiner erreichten punktgleich den 3. Platz, Marcel Tak wurde Kammersieger und belegte beim anschließenden Landeswettbewerb Platz drei.

Nicht nur sein Gesellenstück – ein Wohnzimmermöbel mit zwei Korpussen und Schubkästen – wurde zur Bewertung herangezogen, sondern auch eine Arbeitsprobe (ein Beistelltisch), der sich alle Teilnehmer unter gleichen Bedingungen stellen mussten. Das Arbeiten mit Holz liegt dem 19-Jährigen aus Oberstetten, der bisher in der Möbelschreinerei eingesetzt war und nun einen auf 18 Monaten befristeten Übernahmevertrag erhalten hat.

In seinem Beruf möchte Marcel Tak auf jeden Fall bleiben, irgendwann würde er gerne den Meister oder den Techniker machen. Einen großen Ehrgeiz hat auch sein Kollege Andre Pul an den Tag gelegt. Er wird als erster Bundessieger überhaupt bei SchwörerHaus in die Firmengeschichte eingehen.

„Andre Pul arbeitet extrem genau und sorgfältig, außerdem denkt er immer mit. Das Unternehmen will ihn als Fachkraft unbedingt halten“, macht Bianca Loock-Hummel angesichts der großartigen Leistung des 24-Jährigen aus Münsingen deutlich. Holzbearbeitungsmechaniker war eigentlich gar nicht dessen Traumberuf.

Nach Fachabitur und Bundeswehrzeit wollte er ursprünglich Industriemechaniker werden, doch leider war kein Ausbildungsplatz mehr bei SchwörerHaus frei. Also entschied er sich um und hat es nicht bereut. Für den Betrieb ist der junge Mann laut Loock-Hummel nun „eine Geheimwaffe“, die an verschiedenen Stellen „wenn es brennt“ eingesetzt werden kann.

Mit dem erstklassigen Ergebnis aus seiner schriftlichen und praktischen Gesellenprüfung, in der er überwiegend die Höchstpunktzahl erreichte, konnte er sich bundesweit gegen die Konkurrenz durchsetzen. Während im Betrieb alle Verleimungsschritte an Maschinen ablaufen, war Wissen, Können und Feingefühl bei der praktischen Prüfung gefragt. Mehrere Bretter mussten zunächst sauber bearbeitet und dann exakt zu einem Balken zusammengeleimt werden. Dabei kam es nicht nur auf das richtige Mischungsverhältnis des Leimes, sondern auch auf die richtige Temperatur, Menge und auf den perfekten Druck an.

Von Beginn an war Andre Pul in der Fachrichtung Holzverbindung bei SchwörerHaus eingesetzt, hier wird er auch – zumindest für die nächsten 18 Monate – weiterhin arbeiten. „Ich will jetzt erst einmal Berufserfahrung sammeln und dann auf jeden Fall den Techniker machen“, setzt er sich zum Ziel. Doch zunächst darf er Mitte Dezember in Berlin seinen Preis abholen und einige Tage gemeinsam mit seiner Freundin auf Einladung von SchwörerHaus in der Hauptstadt verbringen. Auch Ausbildungsleiterin Bianca Loock-Hummel wird am Festakt teilnehmen, schließlich ist es auch für das Unternehmen etwas ganz Besonderes, einen Bundessieger ausgebildet zu haben.

„Als Ausbildungsbetrieb können wir unserem Nachwuchs viel bieten. Besondere Leistungen aber müssen sie sich selber erarbeiten“, betont sie. Der Betrieb ist auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen, ob aber die Zahl von 80 Auszubildenden auch in Zukunft gehalten werden kann, ist fraglich. „Es wird immer schwieriger, junge Menschen insbesondere für das Handwerk zu begeistern“, bedauert sie.

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