Münsingen Die Ausbildung um professionelle Angebote erweitern

Neues Angebot: Die Künstlerin und Kunstpädagogin Mirja Wellmann bietet im Forum Kunst den "Jugend Art Club" und den "Aktsalon" an. Foto: Joachim Lenk
Neues Angebot: Die Künstlerin und Kunstpädagogin Mirja Wellmann bietet im Forum Kunst den "Jugend Art Club" und den "Aktsalon" an. Foto: Joachim Lenk
RALF OTT 15.02.2012
Das Kunstforum und die Musikschule unter dem Dach von Kultur 33 haben personelle Verstärkung erhalten: Künftig gibt es eine professionelle Ausbildung für Blechblasinstrumente und kunstpädagogische Angebote.

Insgesamt 33 Lehrer unterrichten mittlerweile unter dem Dach von Kultur 33, das sieben verschiedene Bildungseinrichtungen vereint. Knapp ein viertel Jahr nach der Eröffnung des Kulturhauses in der Hauptstraße 17 wurden nicht nur zwei neue Lehrkräfte für die Ausbildung im Blechbläserbereich eingestellt, sondern mit Mirja Wellmann auch eine renommierte Kunstpädagogin, die das Unterrichtsprogramm im Forum Kunst um den "Jugend Art Club" und weitere Angebote auch für Erwachsene erweitert. Zudem ist das Forum Kunst nun Gastmitglied im Landesverband der Kunstschulen Baden-Württemberg.

Neu im Lehrkörper der Musikschule sind Franz Gäng, Posaunist bei der Württembergischen Philharmonie Reutlingen, sowie Steffen Baral, Mitglied in verschiedenen Orchestern und international ausgebildet.

"Unser Ziel ist es, in den Bereichen Trompete und Posaune eine fundierte solistische Ausbildung anbieten zu können", unterstreicht Musikschulleiterin Silvia Leichtle im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Musikvereine auf der Münsinger Alb seien in diesem Bereich nicht professionell genug aufgestellt, ergänzt ihr Mann Dietmar und charakterisiert die Offenheit für alle Stilrichtungen als unerlässlich für eine gute Ausbildung. Das heißt aber auch, dass die Musikschule keine Konkurrenz zur Arbeit in den Vereinen anstrebt. "Uns ist die Vielfalt und Qualität wichtig", sagte Silvia Leichtle, "die Schüler sollen ihren Weg finden". In den Musikvereinen sei stilistisch eine bestimmte Richtung vorgegeben. "Auf Wunsch der Vereine erhalten viele junge Leute, die im Verein aktiv sind, bei uns zusätzlich eine Ausbildung". Trotz der guten Arbeit in den Vereinen könne nur eine professionelle Lehrkraft für die notwendige "Vielfalt" der Ausbildung sorgen. Das gilt auch für die Möglichkeit, seine Leistungen bei Wettbewerben wie "Jugend musiziert" unter Beweis zu stellen. Dafür ist eine intensive Vorbereitung erforderlich, wie sie die Musikschule, falls nötig auch durch Zusatzstunden, bietet. "Viele unserer Schüler musizieren gern im Verein und profitieren vom Unterricht in der Musikschule", betont Silvia Leichtle. Und Dietmar Leichtle sieht ohne diese Kombination auch die Gefahr, dass viele Jugendliche auf klassische "Bandinstrumente" wie Gitarre oder Schlagzeug ausweichen. Neben der besseren Repräsentation der, wie beide unterstreichen, sehr "vielfältigen Instrumente Posaune und Trompete" schwebt Silvia Leichtle auch die Gründung von Ensembles mit den genannten Instrumenten beispielsweise mit Streichern oder als Duo mit Klavier vor.

Seit kurzem ist das Forum Kunst, das sein Domizil im neuen Kunsthaus in der Hauptstraße 17 hat, Gastmitglied im baden-württembergischen Landesverband der Kunstschulen. Das ermöglicht zum Beispiel die Teilnahme an Verbandswettbewerben oder von übergreifenden Projekten und verschafft zudem vielfältige Kontakte im Netzwerk der Kunstschulen.

Im Bereich des Kunstunterrichts wurde das Angebot mit dem Engagement von Mirja Wellmann ebenfalls erweitert. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen der "Jugend Art Club", der sich an Jugendliche ab einem Alter von 14 Jahren wendet und der "Aktsalon" für Erwachsene ab 18 Jahren. "Im Kunstbereich ist vor allem bei Erwachsenen oft noch eine Distanz zu spüren", hat Silvia Leichtle beobachtet. Das soll sich ändern, der Kunstunterricht soll den Charakter eines "normalen" Hobbys erhalten. Das Altersspektrum für Interessierte reicht dabei von vier Jahren bis zu den Senioren.

In diesem Bereich gibt es laut Silvia Leichtle keine öffentlichen Zuschüsse und letztlich muss das Engagement hier durch andere Sparten von Kultur 33 finanziell mitgetragen werden. "Wichtig ist uns die Einzelförderung, die oft Kindern zu Gute kommt, die begabt sind aber vielleicht in anderen Feldern nicht die für sie so wichtige Anerkennung erfahren". Letztlich will Kultur 33 in der Region dem gesamten kulturellen Spektrum von Musik und Tanz bis hin zu künstlerischen Aktivitäten einen Raum bieten.

Info Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse: www.kultur33.de