Kunst Die Alb zeigt sich facettenreich

Freuen sich auf die Eröffnungsausstellung und damit die Premiere des BT 24 als neuem Kulturhaus im Albgut: Reinhold Maas, Tanja Niederfeld, Helmut Anton Zirkelbach, Renate Gaisser und Edith Koschwitz (von links).
Freuen sich auf die Eröffnungsausstellung und damit die Premiere des BT 24 als neuem Kulturhaus im Albgut: Reinhold Maas, Tanja Niederfeld, Helmut Anton Zirkelbach, Renate Gaisser und Edith Koschwitz (von links). © Foto: Ralf Ott
Münsingen / Von Ralf Ott 22.03.2018

Die Kunst hat im Albgut neben dem Albmalermuseum sowie dem Atelierhaus von Wolf Helzle und Mirja Wellmann im BT 18 nun ein weiteres Standbein gefunden: Die Reutlinger Kulturschaffende Edith Koschwitz verwandelt das Gebäude BT 24 in ein Kulturhaus. Neben Atelierräumen, die gemietet werden können, schweben ihr unterschiedlichste Veranstaltungen vor. Ausstellungen, Theater, Kleinkunst und Konzerte gehören ins Portfolio. „Unter Umständen entwickelt sich auch eine Gruppe von Akteuren, die das Kulturhaus betreiben wird“, erzählt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Welche Richtung das BT 24 nehmen wird, ist derzeit offen, doch der Startschuss steht fest und kann sich durchaus sehen lassen: Morgen Nachmittag wird um 15 Uhr die erste Ausstellung unter dem Titel „Alblandschaft“ mit ausgewählten Werken zehn regionaler Künstler eröffnet.

Federführend bei der Zusammenstellung der Künstler wie auch ihrer gezeigten Arbeiten war der Reutlinger Galerist Reinhold Maas. „Ich bin sehr glücklich, dass die Ausstellung auf der Grundlage seiner Expertise entstanden ist“, freute sich Koschwitz. „Die Ausstellung ist als Entrée für das Kulturhaus gedacht und daher lag es nahe, Werke mit Bezug zur Alb zu zeigen“, erläutert Maas. Motive, Assoziationen oder die Herkunft von der Alb waren für die Auswahl der Künstler entscheidend, berichtet Maas, der im Bestand seiner Galerie mit Simone Strasser (aus Ingolstadt) und Winand Victor schon auf zwei der jetzt Beteiligten gestoßen ist. Dazu kommen die beiden Kohlstetter Heinz Danzer und Helmut Anton Zirkelbach, Wolfgang Lumpp, der in Erpfingen lebt, Tanja Niederfeld, Renate Gaisser und Karl Striebel aus Reutlingen sowie der Münsinger Edgar Braig und Johannes Kares aus Tübingen.

Die Alb also ist das übergreifende Thema. Landschaften, Strukturen, Farben und die Ursprünglichkeit: Das Spektrum ist vielfältig. Winand Victor ist mit Landschaften und Fossilien präsent, Simone Strasser konfrontiert den Betrachter als Freilichtmalerin mit einer fast archaisch anmutenden Sichtweise von Natur, während Heinz Danzer sich mit Werken wie Erdscholle und Heimat thematisch „an der Alb reibt“, wie es Maas formuliert. Als einen, der sich „intensiv mit dem Thema Heimat auseinandersetzt“ beschreibt Maas den in Rumänien geborenen Johannes Kares, der seit 30 Jahren in Tübingen lebt. Stein, Eisen und Bronze sind seine Materialien. Er zeigt die kleinteilige Ackerwirtschaft vor der Flurbereinigung als Relieflandschaft und widmet sich dem Thema „Behausung“. Seinen Arbeiten ist in dem 500 Quadratmeter großen ehemaligen Bâtiment troupe (BT) 24 ein größerer Raum gewidmet.

Menschen, Behausungen und Landschaften – die Werke von  Wolfgang Lumpp offerieren zumeist auch einen sozialkritischen Ansatz – „der Betrachter muss das aber nicht annehmen“, sagt Maas. Zwei Holzarbeiten sind von Helmut Anton Zirkelbach zu sehen: „Mir geht es um die Verbindung von Strukturen und Farbflächen“, erzählt er. Im Eingangsbereich zeigt der Kohlstetter zudem eine Auswahl seiner Radierungen – auch hier stehen Landschaften im Fokus.

Renate Gaisser wiederum zählt ebenfalls zu den Freilichtmalerinnen. „Mein Augenmerk liegt auf der Spannung zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit“, betont sie gegenüber unserer Zeitung. Es sind vor allem winterliche Landschaften, Holz spielt eine Rolle aber auch ein sommerliches Rapsfeld wird der Besucher der Ausstellung entdecken. Ihre Arbeiten fügen sich nahtlos in den alten in seinem ursprünglichen Zustand erhaltenen Raum im BT 18 ein, so Maas. Großformatige, gewaltige Farberuptionen kennzeichnen die „Landschaften“ von Karl Striebel, die im Grenzbereich zwischen abstrakt und gegenständlich mäandern. Das nach Maas’ Worten „Reutlinger Aushängeschild“ repräsentiert Tanja Niederfeld mit dem Holzschnitt. „Meine Arbeitsweise liegt in der Reduktion“, erzählt die Künstlerin. Die Farben entstehen beim Druck – den sie mit der Hand ausführt – durch die Überlagerung vieler einzelner, dünner Farbschichten. Die verwendeten Ölfarben mischt sie selbst an. Auf diese Weise entstehen natürlich Unikate, die nicht reproduzierbar sind.

Für eine weitere Belebung der Räume werden die skulpturalen Objekte von Edgar Braig sorgen. Es sind Alltagsgegenstände, die, ihrer ursprünglichen Nutzung altershalber beraubt, von Braig verfremdet, neu arrangiert und als Kunstobjekt wieder in die Welt entlassen werden.

Kunst im Albgut: Ausstellungen im BT 18 und BT 24

Kunst im Dreierpack an diesem sowie am kommenden Osterwochenende bieten die zweite Ausstellung im BT 18 sowie die Entreé im BT 24 und natürlich das Albmalermuseum mit der Sonderausstellung zu Eduard Niethammer. Im BT 18 stellen Wolf Nkole Helzle, Mirja Wellmann, Crista Gipser und Manfred Helzle ihre Arbeiten aus. Öffnungszeiten sind am 24., 25. und 31. März sowie am 1. und 2. April jeweils von 11 bis 18 Uhr. Im BT 24 zeigen zehn regionale Künstler ihre Arbeiten an den oben genannten Tagen jeweils von 12 bis 18 Uhr. Die Vernissage findet am Samstag, 24. März, um 15 Uhr statt. rot

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