"Wenn vor ein paar Monaten jemand zwei Dinge behauptet hätte, dann wäre er für verrückt erklärt worden, nämlich dass Deutschland Brasilien mit 7:1 schlägt - und dass Hayingen die Deutschen Meisterschaften im Segelkunstflug austrägt", leitete Bürgermeister Robert Riehle launig seine Rede anlässlich der Eröffnungsfeier am Samstagabend auf dem Hayinger Flugplatz ein. Es sei eine Riesenleistung für den kleinen Verein, einen solchen Wettbewerb zu veranstalten, wofür Riehle dem Vereinsvorsitzenden Udo Markert und seinem Team seinen Respekt zollte. Er sei ja schon ein paar Jahre Bürgermeister in Hayingen, so Riehle schmunzelnd weiter, 39 an der Zahl, und er habe sich immer gesagt, dass er das solange mache, bis endlich eine Deutsche Meisterschaft in Hayingen stattfinde.

Kunst komme von Können, erklärte Riehle. Man müsse sein Fluggerät beherrschen können, und das die ganze Zeit über zu hundert Prozent mit voller Konzentration und körperlich fit sein. Das Wichtigste indes sei, dass man am Ende gut landen könne, was er allen Piloten wünsche. Er habe große Achtung vor allen Teilnehmern, die Riesenleistungen vollbringen würden und wünschte ihnen, dass sie sich in Hayingen wohlfühlen werden. Einen kleinen Seitenhieb hatte Riehle noch in Richtung Landrat Thomas Reumann parat. Es sei üblich, dass der Schirmherr am Ende der Veranstaltung einen Kunstflug mitmache.

Reumann entgegnete lachend, dass er bis vor wenigen Minuten ein gutes Verhältnis zu Riehle gehabt habe. Er hieß die Teilnehmer im "schönsten Landkreis Deutschlands" willkommen. Es gebe auch nach der Fußball-WM, die Deutschland im Finale mit 3:2 gegen Argentinien gewinne, ein Leben, wusste er, auch, dass es viele andere schöne Sportarten gebe, die einen in den Bann ziehen könnten, etwa den Segelkunstflug. Dem LSV Hayingen sei nach dem Salzmann-Cup mit der Ausrichtung der Deutschen Meisterschaft der zweite Coup in kurzer Zeit gelungen, so Reumann. Er wünschte unfallfreie Flüge, ein begeistertes Publikum und vernünftiges Flugwetter: "Kommen sie alle gesund wieder vom Himmel herunter". Dieter Beck, Präsidiumsmitglied des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbandes, wies in seinem Grußwort darauf hin, dass der Segelkunstflug in der Region stark verbreitet sei. Er freute sich, dass die Deutsche Meisterschaft"in einer tollen Gegend in Baden-Württemberg" stattfinde.

Uli Schwenk, Segelflug-Ass aus Münsingen, erinnerte daran, dass er selbst den Segelkunstflugschein gemacht habe, was er jedem Segelflieger empfehle, weil man danach sein Flugzeug absolut beherrsche, keine Angst mehr vor Außenlandungen habe.

Hermann Kleber, Vizepräsident des Deutschen Aero Clubs (DAeC), hob in seiner Ansprache zwei Personen hervor, Udo Markert, der emotional und überzeugend die Hayinger Bewerbung dargebracht habe, und Wilhelm Düerkop, der in der Szene als Salzmann Berühmtheit erlangt hat. Ohne ihn wäre der Segelflugsport um vieles ärmer. Der 84-Jährige ist in Hayingen vor Ort und wird Flugzeuge schleppen, schließlich könne man von 14 bis 93 fliegen, wie er meinte: "Da habe ich ja noch ein paar Jahre Zeit".

Kleber betonte, dass alle Piloten in Hayingen Gewinner seien. Sie würden an Erfahrung gewinnen, Kameradschaft und Miteinander erleben. Er eröffnete die Meisterschaft offiziell. Im Anschluss daran stellte Udo Markert noch alle Piloten der beiden Wettbewerbsklassen Unlimited und Advanced vor, unter ihnen Weltmeister und Deutsche Meister. Er sprach die Hoffnung aus, dass man möglichst viele Durchgänge absolvieren könne. Daraus wurde es zumindest am Auftaktwochenende dank des regnerischen Wetters erstmals nichts. Für die nächsten Tage ist aber Besserung in Sicht.