Hohenstein/Trochtelfingen / swp  Uhr

Nicht nur zum Süßholzraspeln waren die Sechstklässler des Hohensteiner Albgymnasiums in den Alb-Gold-Kräutergarten nach Trochtelfinger gekommen. Sie hatten sich mit ihren beiden Lehrern auf den Weg gemacht, um möglichst viel über Kräuter und Getreide zu erfahren. Schließlich stand das Thema „Ackern für die Vielfalt“ im zweiten Halbjahr gleich in mehreren Fächern auf dem Stundenplan.

In einem gemeinsamen Projekt mit dem Nudelhersteller, der seit dem Start des Albgymnasiums auch Förderer der Bildungseinrichtung ist, sollten den Kindern die Zusammenhänge von landwirtschaftlicher Urproduktion, Artenvielfalt und Lebensmitteln aufgezeigt werden.

Viel gelernt über Wirkung und Verwendung von Pflanzen und Kräutern

Beim Ausflug in den Kräutergarten wurden die Ohren gespitzt. Die Schüler lauschten gespannt den Ausführungen von Christel Ehlers, der Leiterin des Kräutergartens. Jeder Schüler hatte die Aufgabe, sich über die Verwendung und Wirkung der unterschiedlichen Pflanzen seine Notizen zu machen. Wer weiß schon, dass Linsen eine Stützfrucht benötigen, um an dieser nach oben in Richtung Licht zu ranken?

Dann wurden die Getreidearten Hartweizen, Weichweizen, Dinkel, Emmer und Einkorn gezeigt, die auch in der Nudelproduktion zum Einsatz kommen. Oder wie heißen und schmecken die vielen Minze-Arten, die im Kräutergarten zu finden sind? Beim Rundgang wurde den Heranwachsenden auch klar, dass man nicht nur auf dem Schulhof Süßholzraspeln kann. Mit einem Ruck wurde der Schmetterlingsblütler, das echte Süßholz, aus dem Boden gezogen. Dann ging es der Pflanze an die Wurzel.

Das Süßholz raspelte die Gärtnerin mit der Gartenschere und die Kinder waren nicht mehr zu halten. Der zuckersüße Grundstoff für die Lakritzherstellung schmeckte allen. Beim abschließenden Geschmackstest der ewigen Zwiebel sah dies etwas anders aus.

Blick in die Küche der Nudelhersteller geworfen

Im zweiten Teil der Exkursion wurde die Brücke zur Lebensmittelherstellung geschlagen. Mittlerweile wächst Hartweizen auch auf der Schwäbischen Alb, erklärte der Leiter der Nachhaltigkeitsabteilung Matthias Klumpp.

Nach einem kurzen Rundgang durch das neue Produktionsgebäude wurde den Kindern klar, dass die Nudelherstellung in großem Stil nicht viel mit Spätzleschaben in der heimischen Küche zu tun hat. Die riesigen Anlagen machen bis zu 1200 Kilogramm Nudeln pro Stunde.

Abschließend ging es für die Schüler dann ins Kochstudio, wo die Klasse gemeinsam mit den Lehrern und den Ernährungsprofis des Nudelherstellers noch Linsen mit handgeschabten Spätzle kocht. Lecker!

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Blühstreifen und extensive Ackerflächen

Alb-Gold setzt zu 100 Prozent auf deutschen Hartweizen und kennt jeden einzelnen Landwirt, der das Nudelgetreide liefert. Genau diese Bauern werden in den nächsten Jahren Blühstreifen und extensive Ackerflächen anlegen, um die Vielfalt auf den Äckern zu fördern.