Der Dottinger Skilift soll künftig auch im Sommer zu einem Treffpunkt werden. Dies wurde bei der Gesellschafterversammlung deutlich. Geplant ist ein Umbau im Rahmen des Projektes „Dottingen aktiv – Sommer wie Winter“, welches nach den Vorstellungen der Skiliftgesellschaft mit einer Leader-Förderung realisiert werden soll. Im Fokus steht hierbei der Umbau der Skiliftgaststätte, für welche die Skiliftbetreiber eine Ganzjahresnutzung vorsehen und dafür nun auch auf „Wirtesuche“ gehen. Aber auch bei der Planung steht die Gesellschaft und das beauftragte Architekturbüro vor großen Herausforderungen, da der aktuelle Bauboom sich auch auf die Suche nach Handwerksbetrieben negativ auswirkt.

Mit öffentlichen Mitteln realisiert werden

Regional und familiär soll im Mittelpunkt der Skiliftgaststätte, beziehungsweise der „Skihütte“ stehen, geht es nach den Skiliftbetreibern in Dottingen. Der Umbau der Skihütte soll unter anderem mit öffentlichen Mitteln realisiert werden, dazu ist eine Antragstellung im Leader-Programm im Herbst dieses Jahres geplant. Ein einladender, moderner und gleichzeitig natürlich anmutender Gastraum soll Platz für bis zu 80 Gäste bieten.

Bleichstetten

Der Gaststättenbetrieb wird dann auch ganzjährig möglich sein und somit kann die Skihütte zum neuen Dorfmittelpunkt werden, was auch den Ortsvorsteher Adolf Lamparter freut.

Darüber hinaus eignet sich die Lage der Skihütte auch als Wanderlokal auf der Schwäbischen Alb. Unterhalb des „Buchhaldekopf“ bietet die durchaus exponierte Lage der Hütte in den Plänen der Gesellschafter eine vielversprechende Ausgangslage. Der bisherige Pächter der Skihütte ist der Schwäbische Albverein Dottingen, der aber an einem ganzjährigen Gaststättenbetrieb kein Interesse hat.

Erfolgreiche Geschäftsjahr 2019

Die erfolgreiche Wintersaison 18/19 mit insgesamt 38 Skitagen war dann auch Gegenstand des Geschäftsberichtes der Geschäftsleitung. Zwar stand der Jahresabschluss und damit das Kalender- und Geschäftsjahr 2018 im Mittelpunkt, dennoch kann schon jetzt von einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2019 ausgegangen werden. Dies wird die ohnehin üppig vorhandenen finanziellen Reserven der Gesellschaft weiter aufstocken, weiß Thomas Buck, Geschäftsführer der Skiliftgesellschaft. Damit ist auch ein guter Zeitpunkt für Investitionen und Modernisierungsmaßnahmen gekommen, die zusammen mit der Förderung auch deutlich größer ausfallen können.

Neben dem Umbau der Skihütte wird der Skilift selbst auch modernisiert. Hier stehen vor allem die Gehänge und Bügel, das Schleppseil sowie die Rollenbatterien im Vordergrund. Der österreichische Hersteller Doppelmayr ist als Hersteller der Anlage dafür eigens mit einem entsprechenden Experten vor Ort und hatte die Möglichkeiten genau erläutert und die Angebote erstellt. Neben der Schlepptechnik soll aber auch dass in die Jahre gekommene Kartensystem modernisiert werden. Neuartige Chipkarten sollen zum Einsatz kommen, welche die veralteten Pfand-Chipkarten sowie die anfälligen Barcodetickets dann ersetzen.

Technische Zustand der Anlage nicht optimal

Der aktuelle technische Zustand der Anlage wurde auf der Gesellschafterversammlung von der Geschäftsleitung als „nicht optimal“ dargestellt. Zwar erwartet die Gesellschaft bei der jährlichen technischen Überprüfung keine Probleme oder Auflagen, dennoch kann es jederzeit zu entsprechenden Feststellungen kommen. Mit der neuen Schlepptechnik soll darüber hinaus der Komfort und die Verlässlichkeit der Anlage gesteigert werden. Mit neuartigen Gehängen werden die Bügel gerade für Anfänger mit weniger „Zug“ Vorteile bieten. Außerdem werden Ausfälle der Anlage der Vergangenheit angehören, die aufgrund von erschlafften Federn im Gehänge diese Saison für einigen Unmut gesorgt haben. „Höchste Zeit also, in unsere Anlage zu investieren“, meint Thomas Buck.

Investitionsvolumen von über 400.000 Euro

Durchaus überrascht, bei allen klimatischen Veränderungen und finanziellen Risiken, zeigt sich die Geschäftsleitung im Hinblick auf die breite Zustimmung für das Projekt. Nur wenige kritische Stimmen gab es während der Versammlung. Gut vorbereitet ging die Geschäftsleitung in die Versammlung und konnte viele Chancen und Risiken bereits während der Präsentation darstellen. Die Weichenstellung für die Neuauflage des Projektes war bereits Ende März in einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung. In Summe möchte die Gesellschaft ein Investitionsvolumen von über 400.000 EUR gemeinsam mit seinen Gesellschaftern und dem Leader-Programm stemmen.

Aufgrund von Verzögerungen in der Neuauflage des Bebauungsplans „Neuben“ kam es jedoch auch zu einigen Rückschlägen und letztlich auch zur Erkenntnis, dass ein wichtiges Teilprojekt, die geplante Funktionshütte, nicht in diesem Projekt realisiert werden kann. In der ersten Version des Projektes im Jahre 2018 stand diese Hütte noch im Vordergrund und sollte im Bereich des Parkplatzes die von der Gesellschaft benötigten Flächen für Veranstaltungen, Gastronomie, Lagerräume und Kassenraum bieten. Aufgrund der hohen Hürden im Emissionsschutz und Bedenken der Forstbehörden kam es aber letztlich zu einem Rückzug der Gesellschaft. „Kurzzeitig hatten wir die Motivation verloren, da wir viel Aufwand und Nerven ins Projekt gesteckt hatten und wir nahezu überall Hürden überwinden mussten“, blickt Buck deutlich ernüchtert auf den Verlauf im vergangenen Jahr zurück. Auch die Formalitäten und die angeforderten Planfortschritte hatten Buck und seine Geschäftsführung auf Trab gehalten.

Nun aber soll es los gehen, die Genehmigungsplanung ist bereits am Laufen. Bei der Gesellschafterversammlung hatte das beauftragte Architekturbüro Selbmann einen detaillierten Einblick in die Planungen gegeben. Gleichzeitig kommen neue Hürden auf: Der Boom der Bauwirtschaft führt bereits jetzt dazu, dass die Genehmigungsplanung ins Stocken geraten kann. Unter anderem fehlt für die Einreichung des Baugesuches Ende August noch eine Heizungsplanung durch einen entsprechenden Handwerksbetrieb. „Alle bisher angefragten Betriebe aus dem Netzwerk haben leider abgesagt“ stellt Buck ernüchtert fest.

Der Geschäftsführer hegt nun die Hoffnung, dass im Zuge der Veröffentlichung doch noch Bewegung in die Sache kommt. Dazu muss aber zunächst die Finanzierung stehen, welche mit einem positiven Bescheid beim Förderaufruf durch Leader im Herbst steht und fällt. Darüber hinaus wird die Skiliftgesellschaft auch noch ein Darlehen aufnehmen sowie auch aktiv auf die Suche nach Geldgebern gehen.

Das könnte dich auch interessieren:

SPD-Generalsekretär auf der Alb Sascha Binder lobt die Münsinger Stadtpolitik

Münsingen

Tag des Trecker-Treck Mehrstetten Technik, Reifendruck und Können

Mehrstetten