Schwungvoll angeführt von der Schalmeienkapelle zogen die Pfronstetter Narren mit Schäf, Wacholdermännle und den Bärenstechern gestern in den Rathaussaal, um Bürgermeister Reinhold Teufel ein paar freie Tage zu verschaffen. Teufel hieß die Narren im „multifunktionellen Haus“ willkommen: „Des isch uf d’r Welt wirklich a Sensation, weil i han lang gsuacht, wo gibt’s des schon? Nirgends gibt’s was mir dand hier macha, do henna wird g’amted, poschdlat und bacha!“

Anschließend dämpfte der Schultes die Vorfreude der Narren auf eine üppige Regentschaft. „Kaum hosch als Gmoind mol zehn, zwanzig Millionen eignomma, däda do glei a baar hergspronga komma. So lauft des it, ka i uich saga, des Geld isch an ma geheima Ort schau vergraba“. Aber die Narren könnten gerne danach buddeln, am besten in Geisingen beginnend bis Huldstetten. Wenn der Graben dann fertig wär, könnte der Bauhof ja Kanal und Wasserleitungen hineinlegen: „Noch kenna mir uffs Baugschäft samt am Bagger verzichta, da Unterbau kennat a baar schwere Narrarät verdichta“, sagte Teufel bevor er die Kommunalwahlen zum Thema machte und auf Narrenchef Kurt Geigers beim Zunftball angekündigte Kandidatur anspielte, für die aber noch eine Unterschrift auf einer Liste fehle. „Do woiß i dir a Lösung, a feine, die dir räumt aus dem Weg alle Steine, oi Unterschrift und sorgenfrei bis Du, komm schreib dein Nama na und du ghörsch zur CDU“. Modern und zeitgemäß geht es zu im renovierten Rathaus, das zeigt auch die Fasnet: „Statt ama altmodischa Schlüssel am goldenen Band, druck i dir a moderne Chip-Card en d’Hand“, sprach Teufel und überreichte Narrenchef Kurt Geiger das Kärtchen für den Zutritt ins Rathaus.

Der ließ die Pannen bei der Sanierung von Teufels Dienstsitz Revue passieren bevor er die Pläne der Kommune zur Einrichtung einer Postagentur im Rathaus aufgriff: „A Postagentur ins Bürgerbüro wird gemacht, so a paar Briefmarka kleba, des wär doch gelacht, des bissle Postverkehr des isch uff koin Fall vermessa, des bissle Arbeit kasch glatt vergessa“. Aber die Mitarbeiter damit belasten? Geiger schlug vor, Teufel solle das „als Postminister von der Alb“ übernehmen und unterzog ihn einer Prüfung in Sachen Porto und Paketversand. „Duat er nix wissa, oh graus, noh fällt für ihn heuer dia Fasnet aus“ – schließlich müsse er dann zur Fortbildung. Doch Teufel schlug sich wacker, für den Brief in die USA veranschlagte er 3000 Euro: „Hin- und Rückflug sowie drei Übernachtungen im Hotel“.

Nach einer Stärkung sorgten die Narren für glückliche Pfronstetter Kinder, die aus dem Kindergarten und der Grundschule befreit wurden.