Mitten im Geschehen und möglichst nah am Bürger sein, so lautete von Anfang an Michael Webers Ansatz. Schließlich hatte er sich ganz gezielt dazu entschieden, als Bürgermeisterkandidat in der kleinen Gemeinde Heroldstatt ins Rennen zu gehen. „Wenn man sich um viele Bereiche kümmert, kommt man auch in vielen Bereichen mit den Menschen in Kontakt“, zeigte er sich bei den Wahlen im Sommer 2018 sehr von dieser Position überzeugt. Auch bei den Bürgern punktete er mit diesem Ansatz – fast 97 Prozent der Heroldstatter schenkten ihm sein Vertrauen.

Doch die Beamtenlaufbahn des 43-Jährigen begann schon deutlich früher, nämlich ganz genau am 1.9.1993. An diesem Tag startete er seine Ausbildung bei der Polizeidirektion Göppingen und war auch im Einsatz bei der Bereitschaftspolizei, wo er bereits wenige Tage nach seinem 18. Geburtstag in eine rasante Verfolgungsjagd verwickelt wurde. „Draußen war es spannend, in der Verwaltung dafür interessant“, berichtet Weber, der nach seiner Ausbildung ein Studium an der Hochschule für Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg absolviert hat. Seine ersten Schritte in der Kommunalverwaltung machte er dann im Landratsamt Göppingen als Leiter der Kfz-Zulassungsstelle.
„Manchmal fühlte ich mich dort etwas ausgebremst und wollte mehr bewegen können“, beschreibt Weber, warum er mit dem Fernstudium an der Universität Kassel nochmals nachlegte. Es folgten unterschiedliche leitende Positionen, beispielsweise als Hauptamtsleiter in Trochtelfingen und als Leiter des Fachgebiets Familie, Bildung und Kultur in der 20 000-Einwohner-Stadt Mössingen.
Nach Adam Riese hat Weber bereits 27 Dienstjahre auf dem „Beamtenbuckel“, warum jedoch nicht alle Dienstjahre anrechnungsfähig seien und der Ursprungs-Burladinger heuer erst ein Vierteljahrhundert Beamtentum zelebriert, erläuterte Landrat Heiner Scheffold in der von ihm verfassten Laudatio. Da dieser Corona-bedingt nicht persönlich vor Ort sein konnte, trug der stellvertretende Bürgermeister Werner Knehr die herzlich formulierten Grußworte vor und bedankte sich im Namen Scheffolds für die vertrauensvolle und kollegiale Zusammenarbeit. Freilich wurde auch die obligatorische Dankurkunde ausgehändigt.
Bei dieser Gelegenheit ergänzte Knehr die kurze Rede mit eigenen Worten und lobte den Schultes für seine Empathie und sein großes Engagement. „Auch wenn viel Neuland dabei war. Sie haben sich immer reingekniet“, bedankte sich Werner Knehr stellvertretend für den gesamten Gemeinderat. „Wir sind und froh und dankbar, dass Sie diesen Weg mit uns gehen.“ Als kleine Aufmerksamkeit hatte das Gremium zu diesem Anlass ein kleines Corona-Paket geschnürt, das Knehr dem Jubilar feierlich überreichte.
Webers Eifer, Tatendrang und Erfahrungsschatz hob Hauptamtsleiterin Anja Sauer ganz besonderes hervor: „Sie sind immer mit viel Enthusiasmus und dennoch mit einer Prise Humor bei der Sache, so macht die Arbeit richtig viel Spaß.“ Auch die Verwaltung hatte einen kleinen Präsentkorb für ihren Chef und eine überdimensional große Glückwunschkarte, auf der das gesamte Team unterschrieben hat, vorbereitet.
Strahlend nahm der Bürgermeister Lob und Präsente entgegen und bedankte sich seinerseits: „Es ist schön, Bürgermeister von Heroldstatt zu sein. Aber das funktioniert nur mit einem guten Team dahinter und mit einem offenen, konstruktiven Klima im Gremium.“
Nachdem einige Projekte wie beispielsweise der Breitbandausbau bereits in den letzten Zügen stehen, freut sich Weber auf ein persönliches großes Ereignis: die Realisierung des Eigenheims im Neubaugebiet „Ober dem Steigle“. „Wir haben uns dort einen Bauplatz gekauft. Ich möchte den Ort nicht nur als Bürgermeister repräsentieren, sondern selbst Teil davon sein.“