Das Marktplatz 11-Team will fürs gewünschte Nahversorgungszentrum  nicht ins Blaue planen. Das Projekt soll von Anfang an auf solider Basis stehen. Dazu und als Grundlage für den weiteren Entscheidungsprozess braucht es verlässliche Zahlen. Die liegen  nach einer Bürgerbefragung im vergangenen Jahr vor und wurden am Donnerstagabend in der Turn- und Festhalle präsentiert.

Das übernahm Jürgen Lauten von Spes-Zukunftsmodelle, der die Mehrstetter   von Anfang an berät.  Schon mal vorab:  Er, der Erfahrung mit  solchen Projekten hat,  ist ganz begeistert vom Ergebnis: „Die Bürgerbefragung hat ein Topergebnis geliefert. Das gab es so noch in keiner Gemeinde.“  Sie zeige eine hohe Identifikation mit dem Ort. Deshalb sei „die Wahrscheinlichkeit, dass es klappt“ sehr groß: „Bleibt dran, macht weiter so.“ Ein Grund für seinen Optimismus: Mit den Fragebögen, die übrigens die Team-Mitglieder persönlich in jedem Haushalt abgegeben haben,  gab es einen Rücklauf von  42 Prozent. „Das ist mehr als repräsentativ“, so Lauten. Auch gut: Auf die Frage, ob sie das Projekt überhaupt kennen,  haben 96,9 Prozent mit Ja geantwortet. Das zeige,  wie gut das Team gearbeitet habe, betonte Lauten: „Ein großes Lob für Sie.“

 Ein klares Votum, dass ein Nahversorgungszentrum  angenommen  wird, ist für Lauten auch, dass 76, 1 Prozent  dort einkaufen, 13 Prozent es  auf jeden Fall unterstützen wollen. Weitere Abfragethemen waren noch die Öffnungszeiten –  täglich 6.30 Uhr bis 18 Uhr – sowie  das Sortiment. Da stellte sich heraus, dass den Mehrstettern Qualität, Frische und regionale Produkte wichtig sind. Der Preis dagegen ist für sie nicht so ausschlaggebend.

Im Bereich der Dienstleistungen  stehen Post- und Paketdienst ganz oben auf der Wunschliste, gefolgt von Apotheke, beziehungsweise Medikamentenservice und Caféecke. Lauten erklärte dazu,  dass „je mehr Dienstleister Sie haben, desto mehr wird es angenommen“.

 Die Auswertung hat auch ergeben, dass das mögliche Kundenpotential zwischen 468 und 1118, die Kundenfrequenz  zwischen 130 und 180, die Umsatzprognose bei 581 000 Euro liegt.

 Viele Fragebögen seien mit zusätzlichen Ideen und Bemerkungen zurückgekommen, so Anke Dauter und Friedbert Gundert die den Abend moderierten.  Gefreut haben die beiden vom Marktplatz 11-Team auch die vielen Bekundungen, man wolle das Projekt aktiv, auf jeden Fall aber passiv unterstützen.  Für Anke Dauter Anlass,   am Donnerstagabend  denen „Mut zu machen“,  die bis jetzt noch nicht dabei sind, doch bei  einem der nächsten Treffen vorbeizukommen, und in eine der Arbeitsgruppen einzusteigen.

Und  das sind nun die nächsten konkreten Schritte, bei denen das Team auch weiter von Lauten begleitet wird:  Wie soll die Betreiberstruktur des Nahversorgungszentrums aussehen, woher kommt das Kapital? Ein Kaufmann, der auf eigene Rechnung  den Laden umtreibt, hat sich nicht gefunden.

Dann muss ein Raumkonzept aufgestellt werden. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass, soll das Zentrum Gewinn abwerfen, nur eine Person  Verkauf und Dienstleistungen  abdecken muss. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, wie die Einrichtung aussehen soll, wo  man sie günstig herbekommt.

Außerdem stehen natürlich die Suche nach  Dienstleistern und Lieferanten  sowie  Preisverhandlungen mit ihnen an.  Ein Businessplan muss ausgearbeitet,  Maßnahmen in Sachen Marketing und Öffentlichkeitsarbeit in Angriff genommen werden.

 Jetzt fehlt noch das Haus, in dem das Team das Vorhaben auch realisieren kann.  Das Gelände dafür, eben  am Marktplatz 11, hat die Gemeinde, die  als Vermieter fürs Nahversorgungszentrum auftreten würde, bereits gekauft. Weil  die für das Projekt bei  Leader beantragten Fördermittel nicht geflossen sind, werden andere Töpfe angezapft.  Ist  das Geld da, können  die Bagger anrollen.