Münsingen Boutiquen-Chef beleidigt zwei junge Frauen

Münsingen / RALF OTT 29.01.2014
Der 63-jährige Geschäftsführer einer Boutique hatte einer jungen Angestellten und einer Praktikantin ans Gesäß gefasst. Vor dem Münsinger Amtsgericht zog er seinen Einspruch gegen den Strafbefehl zurück.

Im Mai und Juni vergangenen Jahres hatte der Chef der Boutique laut Anklage der Staatsanwaltschaft eine seiner jungen Angestellten, die er zunächst mit einem befristeten Vertrag eingestellt hatte, zweimal an den Hintern gefasst, ebenso eine Schülerin, die in dem Geschäft ein Praktikum absolvierte. Damit habe er die jungen Frauen beleidigt und in ihrer Ehre herabgewürdigt. Dem 63-Jährigen war ein Strafbefehl in Höhe von 35 Tagessätzen zu je 30 Euro zugegangen. Er hatte Widerspruch eingelegt.

In der Verhandlung vor dem Münsinger Amtsgericht bestritt der Beschuldigte die Vorwürfe. Die beiden jungen Frauen hätte sich abgesprochen, um sich an ihm zu rächen, erläuterte er gegenüber dem Vorsitzenden Richter Joachim Stahl. Grund: Er habe die Praktikantin nach Hause geschickt, weil sie nicht habe arbeiten wollen und auch seiner jungen Angestellten gekündigt, da diese seiner Überzeugung nach Geld aus der Kasse entwendet habe.

Als Zeugin berichtete die Praktikantin, der 63-Jährige habe ihr einmal über die Finger gestreichelt und ein anderes Mal hinter der Ladentheke seine Hand an ihre Hüfte gelegt und sie abwärts gestreichelt. Sie habe Angst gehabt etwas zu sagen, weil sie glaubte, er werde möglicherweise weiter machen. Allerdings habe sie das Praktikum nach dem zweiten Vorfall abgebrochen.

Die junge Angestellte wiederum bezeugte vor Gericht, der Angeklagte habe ihr immer mal wieder übers Gesicht gestreichelt und auch ihre Hände berührt. Eines Tages habe er sie zum Essen eingeladen und ihr, als sie absagte, einen Klaps auf den Hintern gegeben. Auch später habe er sie immer wieder an den Händen oder im Gesicht berührt. Allerdings sei dann ihr Freund ab und zu da gewesen und sie nicht mehr so hilflos. Wenig später habe der Chef ihr gekündigt und ihr vorgeworfen, sie habe Geld aus der Kasse entwendet.

"Die beiden jungen Frauen hören sich ehrlich an", sagte Stahl nach der Beweisaufnahme und regte an, den Einspruch zurückzuziehen. Der 63-Jährige stimmte nach Beratung mit seinem Verteidiger zu, so dass der Strafbefehl rechtskräftig ist.