Im Rahmen des Förderprogramms „Biosphärengebiet Schwäbische Alb“ werden nachhaltige Projekte finanziell unterstützt. Für die Förderrunde 2020 hat der Beirat seine Zustimmung für 22 Projekte gegeben. Die Fördermittel in Höhe von rund 238 000 Euro stoßen Investitionen von mehr als 400 000 Euro in der Region an. Seit 2008 können Kommunen, Vereine und Verbände, Privatpersonen oder Interessensgemeinschaften einen Antrag zur finanziellen Unterstützung einer innovativen Idee beim Förderprogramm „Biosphärengebiet Schwäbische Alb“ stellen. Die Entscheidung, ob ein Projekt gefördert wird, trifft der Beirat des Vereins „Biosphärengebiet Schwäbische Alb“. Das 32-köpfige Gremium setzt sich aus Vertretern der Kommunen, Vereine und Verbände zusammen.

Aufgrund der aktuellen Situation im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie konnte die ursprünglich angesetzte Beiratssitzung in der ersten Märzhälfte in Neidlingen nicht stattfinden. Die Mitglieder stimmten deshalb in Form eines Umlaufbeschlusses über die Projekte ab. Die jährlich zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von 200 000 Euro werden in der Förderrunde 2020 komplett abgerufen. Es gab – wie in den beiden Vorjahren auch – wieder eine höhere Nachfrage nach Fördergeldern, so dass fünf Projekte der aktuellen Förderrunde, wie zum Beispiel das Projekt „Modernisierung einer Mosterei in Neidlingen“ aus dem „Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt“ des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, mit insgesamt rund 42 000 Euro finanziert werden, wie es in einer Mitteilung heißt.

Innovative Ideen

„Es ist schön zu sehen, dass auch in diesem Jahr die Fördermittel voll ausgeschöpft werden und darüber hinaus weitere Nachfrage besteht. Die vorgestellten Projekte zeigen sehr deutlich, dass es im Biosphärengebiet Schwäbische Alb eine Vielzahl engagierter Akteure gibt, die sich mit innovativen Ideen für eine nachhaltige und naturschutzorientierte Regionalentwicklung engagieren. Meinen herzlichen Dank an das Umweltministerium für die Förderung der zusätzlichen Projekte“, so der Vereinsvorsitzende Landrat Thomas Reumann zum Abschluss des Umlaufbeschlussverfahrens.

Etwas ungewohnt war die notwendige Vorgehensweise zur Abstimmung für die Beiratsmitglieder. Die sonstigen Sitzungen sind geprägt von lebendigen, zielorientierten Diskussionen über die Projekte. Fragen, die während des Umlaufverfahrens an die Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb gerichtet wurden, konnten dieses Mal nur telefonisch oder schriftlich beantwortet werden. Dennoch gab es erneut eine breite Zustimmung zu den Projekten, die aus den Handlungsfeldern „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, „Nachhaltige Regionalentwicklung“, „Historisch-kulturelles Erbe“, „Biodiversität und Forschung“ sowie „Öffentlichkeitsarbeit“ stammen.

Mittel für Mobilitätskonzept

Das positive Votum in der aktuellen Förderrunde bedeutet eine Ausschüttung von mehr als 238 000 Euro an Fördermitteln. Somit konnten seit Bestehen des Förderprogramms Gesamtinvestitionen von mehr als 5,4 Millionen Euro angestoßen werden. Von der Förderzusage profitieren beispielsweise die Projekte „Landschaftsverbund Blumenwiesen-Alb – Gemeinden und ihr Beitrag zur Erhaltung des artenreichen Grünlands der Mittleren Schwäbischen Alb“, das Projekt „Erstellung eines Mobilitätskonzepts für die Stadt Bad Urach mit Modellcharakter für das Biosphärengebiet Schwäbische Alb“ sowie die „Naturnahe Umgestaltung des Schulgeländes der Grundschule Schmiechen“. Der Beirat stimmte zudem der „Errichtung einer Trockenmauer in den Neuffener Weinbergen“ zu. Finanziert wird dieses Projekt aus Spendengeldern, welche die zertifizierten Partnerinnen und Partner des Biosphärengebiets sammeln.

Das Förderprogramm „Biosphärengebiet Schwäbische Alb“ erstreckt sich auf eine 85 300 Hektar große Gebietskulisse, bestehend aus den 29 Städten und Gemeinden im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Jährlich stehen in der Regel 200 000 Euro Fördermittel zur Verfügung. Seit 2008 bis heute wurden insgesamt knapp 2,9 Millionen Euro Zuschüsse vergeben. Ehe die Projekte dem Beirat zur Entscheidung vorgelegt werden, prüfen die Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb sowie das Regierungspräsidium Tübingen und die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg die Anträge auf ihre inhaltliche und förderrechtliche Eignung.

Info Der Antragsschluss für die neue Förderrunde für das Jahr 2021 ist am 15. November diesen Jahres.

Förderprojekte im Biosphärengebiet


Auf der Homepage des Biosphärengebiets findet sich unter „Biosphärengebiet leben“ ein Reiter „Förderung und Projekte“. Hier gibt es eine Liste sowie detailliertere Beschreibung aller vom Beirat empfohlenen Projekte. Gefördert werden unter anderem „Sortendetektive auf der Alb“, Mehrtageswanderungen der Biosphärengastgeber unter dem Stichwort „Wandermahl“, das Besucherlenkungskonzept der Gemeinde Zwiefalten, die Anschaffung eines Sitzsegways (Daniel Stark, Münsingen), das Mobilitätskonzept für Bad Urach, ein Rohmilchpasteur (Hof Münch Zwiefalten), das Projekt Blühende Alb, die Machbarkeitsstudie für eine Schlachtstätte sowie der Einsatz einer Drohne in Hayingen (jeweils Kreisbauernverband), die Anschaffung einer Obstauflesemaschine (Cornelia Randecker, Dettingen), die Ausstellungskonzeption zum Werk Gustav Mesmers, ein Wildpflanzen-Pfad „Am Sternberg“, ein BNE-Schulprojekt der Gustav-Heinemann-Schule, die „Blumenwiesen-Alb e.V.“ und das Viscope-Fernrohr der Stadt Münsingen. swp