Insbesondere Eltern können es in diesen Tagen kaum glauben: Noch gar nicht allzu lange ist es her, da trugen ihre Kinder stolz ihre Schultüten vor sich her und feierten ihre Einschulung.

Nun heißt es für viele Viertklässler, Abschied von der Grundschule zu nehmen. An der Astrid-Lindgren-Schule wurden sie auch in diesem Jahr nach guter Tradition offiziell mit einer Abschlussfeier in der Alenberghalle verabschiedet. 73 Kinder lassen sich mit einer weitergehenden Schule auf etwas Neues undUnbekanntes ein. Schulleiterin Uthe Scheckel gratulierte ihren ehemaligen Schützlingen zum Erreichen eines wichtigen Zieles:"Der erste Schulabschluss in Eurem Leben."

Die Viertklässler, die nun die Grundschule verlassen, sind der erste Jahrgang, bei dem die Beratung mit Empfehlung für die weiterführende Schule zwar stattgefunden hat, am Ende liegt aber die Selbstverantwortung für die Entscheidung in den Händen der Eltern."Ich wünsche allen, dass es eine gute und richtige Wahl geworden ist. Falls nicht, wünsche ich allen den Mut, die Ehrlichkeit und den Zusammenhalt in der Familie, wenn nötig die Schullaufbahn nach oben oder unten zu korrigieren", meinte Scheckel. Denn Grundschulempfehlung hin oder her: Auch in Zukunft gehe es nicht um das Prestige nach außen, sondern um das Lernen und das Leben der Kinder, und das sollte weder unterfordert sein, noch unter Dauerstress oder der Angst des Versagens stehen.

Vier Jahre lang arbeiteten Kinder, Eltern und Lehrer miteinander, um die bestmöglichen Weichen zu stellen. Scheckel betonte, dass man dabei nicht nur versucht habe, den Bildungsplan zu erfüllen, sondern auch dem Leitbild der Astrid-Lindgren-Schule gerecht zu werden:"Ob ein Kind zu einem warmherzigen, offenen oder aber zu einem gefühlskalten, destruktiven, egoistischen Menschen heranwächst, das entscheiden die, denen das Kind in dieser Welt anvertraut ist." (Astrid Lindgren).

"Wir haben - so gut wir konnten - Euch in Eurer persönlichen Einmaligkeit ernst zu nehmen versucht, Euch von Anfang an und täglich aktiv einbezogen ins Lernen und Euch dabei auch Werte vermittelt, die in der weiterführenden Schule und im Leben sehr wichtig sind: Toleranz üben, Teamfähigkeit lernen, Verantwortung für sich und andere übernehmen." Den scheidenden Viertklässler wünschte die Schulleiterin Glück und Erfolg, den Eltern weiterhin Empathie für die richtige Balance zwischen Freiheit und Selbstverantwortung."Bei allem anstrengenden Tun der Schulzeit darf der Platz zum Ausruhen nicht vergessen werden. Ich wünsche allen einen Ort, an dem keiner schneller oder besser sein muss als andere, an dem jeder so sein darf wie er ist."

Bei den Ausführungen des Elternbeiratsvorsitzenden Holger Lier wurde deutlich, dass auch jetzt - wie bei der Einschulung - etwas Unsicherheit angesichts des Unbekannten herrscht."Allerdings gibt es bei diesem großen Schritt einen Unterschied: Unsere Kinder haben in den letzten vier Jahren viel gelernt, sie sind älter und reifer geworden. Sie haben die Erfahrung gemacht, wie es sich in einer Klassengemeinschaft lebt und lernt, sie kennen die Regeln des Schullebens im Umgang miteinander und sind gut ausgerüstet", so Lier.

Die Viertklässler unterstrichen diese Aussage mit zahlreichen Vorträgen wie Sketchen, Tänzen und Liedern, in denen sie sich selbstbewusst und zielsicher präsentierten und damit zeigten, dass sie reif für den nächsten großen Schritt in ihrem Leben sind.