Seit knapp drei Monaten gibt es in Auingen keine Panzerbrücken mehr und die militärische Zufahrt zur ehemaligen Panzerringstraße um den einstigen Truppenübungsplatz ist, im wahrsten Sinn des Wortes, dem Erdboden gleichgemacht (wir haben berichtet). Die Auftraggeberin, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), Abteilung Bundesforstbetrieb Heuberg, ist zufrieden, dass die aufwendigen Rückbauarbeiten nach knapp zwei Jahren demnächst abgeschlossen sind. Dietmar Götze, Chef des Bundesforstbetriebes Heuberg, spricht von einer „nachhaltigen Maßnahme“, auch wenn alles zusammen summa summarum fünf Millionen Euro gekostet hat, drei Mal so viel wie veranschlagt.

Die Zahlen sprechen für sich: 740 Meter lang war der Rückbau des Staudamms von der Landesstraße 230 Richtung ehemaligem Schießplatz, knapp 20 000 Quadratmeter Böschungsfläche wurden gerodet, 1600 Quadratmeter Oberboden abgetragen und 47 000 Quadratmeter Dammbaumaterial mit Hunderten Lkw-Fuhren zu den Deponien transportiert. Nicht zu vergessen ist „die Wiederandeckung des Oberbodens und die Ansaat auf einer Fläche von 5500 Quadratmetern “, so Götze.

Hohe Ausgaben sinnvoll

 „Naturschutzfachliche Gründe“ hätten unter anderem dazu geführt, dass sich die Arbeiten in drei Bauabschnitten so lange hingezogen hätten und die Ausgaben so gestiegen seien. Zudem seien Spuren des chemischen Elements Arsen gefunden worden. Götze spricht von einer „geogenen Arsenbelastung“, das bedeute, dass das Arsen aus dem Gestein komme, deshalb seien es keine Altlasten aus der Militärzeit. Dieses Material konnte man aber nicht auf der Münsinger Deponie Kohl entsorgen, man habe es zu einem speziellen Schuttabladeplatz fahren müssen.
Die hohen Ausgaben seien trotzdem sinnvoll gewesen, wenn man bedenke, dass man für die insgesamt 740 Meter lange Zufahrt, „die niemand mehr braucht“, jährlich rund 25 000 Euro für Instandhaltungsmaßnahmen, „nur für die beiden Brücken“, hätte bezahlen müssen. Auch erinnert Götze an die Anwohner, die jetzt einen „herrlichen Blick in die Ferne“ ohne Brücken und Straße haben.
Götze gibt zu bedenken, dass der Stadt Münsingen demnächst „ein belastungsfreies Gelände übergeben wird“. Es ist geplant, den Parkplatz Hörnle, wo die Wanderer, die den ehemaligen Truppenübungsplatz zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden wollen, ihr Auto abstellen können, um das Doppelte zu vergrößern.

Neues Baugebiet

An der Stelle, wo zwischen Ende der 1960-Jahre und Anfang 2020 die Panzerbrücke stand, unter der die Hauptstraße verlief, plant die Stadtverwaltung einen Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 32 Metern, informiert Tiefbauamtsleiter Jürgen Weber. Wenn alles nach Plan läuft, soll in zwei bis drei Jahren Baubeginn sein. Vierarmig wird dieser Kreisel, der dann mit einer Straße Richtung Süden abzweigt. Dort ist vorgesehen, ein neues Baugebiet zu erschließen, so Weber, das bislang wegen der Straße der Militärs nicht hätte verwirklicht werden können. Die Verhandlungen mit der BImA, der das Gelände gehört, auf dem die  Zufahrt verlief, laufen bereits.

740


Meter lang war der Rückbau des Staudamms von der Landesstraße 230 Richtung ehemaligem Schießplatz, knapp 20 000 Quadratmeter Böschungsfläche wurden gerodet.

„Tag der offenen Tür“ erst 2021


Der ehemalige Truppenübungsplatz Münsingen feiert dieses Jahr Jubiläum. Das rund 6700 Hektar große Areal, das heutige Herzstück des Biosphärengebietes Schwäbische Alb, feiert 125. Geburtstag. Die Eigentümerin, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), hatte geplant, zusammen mit Liebherr und Daimler, die die ehemalige Panzerringstraße und Teile des ehemaligen Schießplatzes für Erprobungsfahrten nutzen, im Sommer einen „Tag der offenen Tür“ zu veranstalten.

Wegen der Corona-Pandemie werde dieses Vorhaben nun um ein Jahr auf 2021 verschoben, informiert Dietmar Götze, Chef des Bundesforstbetriebes Heuberg, der für den einstigen Truppenübungsplatz verantwortlich ist. lejo