Bei diesem Gespräch ging es weniger darum Berufsbilder kennenzulernen. Vielmehr berichteten vier Auszubildende hautnah von der schlecht vorstellbaren und auch anstrengenden Umstellung vom Schülerdasein zum Berufsalltag, von ihrem Tagesablauf und den Stunden, die noch für die Freizeit zur Verfügung stehen.

Die 19 Zehntklässler erhielten dadurch einen authentischen Einblick in ein völlig anderes Leben, das ihnen nun bald ebenfalls bevorsteht. Allerdings sind es wohl nur vier Schüler, die eine Ausbildung beginnen werden, während alle anderen nach ihrem Abschluss zur Mittleren Reife die Fachhochschulreife oder das Abitur anstreben.

Die Berufsorientierung hat in den vergangenen Jahren einen hohen Stellenwert in ihrem Schulalltag eingenommen und auch in ihrem letzten Jahr an der Schillerschule befassen sie sich eine Stunde in der Woche mit diesem Thema, das sie perfekt auf ihr späteres Leben vorbereiten soll. So haben sie sich im Vorfeld gezielt Fragen überlegt, die sie den Auszubildenden zur Hauswirtschafterin, zur Bankkauffrau, zur Pferdewirtin und zum Automechaniker stellen wollten. Natürlich interessierte sie unter anderem auch, ob neben der Arbeit noch Zeit für Freunde bleibt und wie sich der Tagesablauf verändert hat, außerdem wollten sie wissen, ob der Job Spaß macht, was man verdient, wie man sich gegenüber den Mitarbeitern und dem Chef verhält und wie viel Verantwortung ein junger Mensch während seiner Ausbildung bereits tragen darf. Schulleiterin Nicole Breitling sprach von „Gesprächen auf Augenhöhe“, die aufgrund der authentischen Erfahrungsberichte Vor- und Nachteile des Lebens als Auszubildender aufzeigen könnten. „Mich hat wirklich überrascht, dass ein Auszubildender vom Chef genauso wie alle anderen Mitarbeiter behandelt wird“, sagte ein Schüler und betonte, dass er dieses Gespräch sehr hilfreich fand. „Man hat gespürt, dass nichts schön geredet und ein ehrliches Bild aufgezeigt wird. Damit kann man etwas anfangen“, lautete das zufriedene Fazit.

Natürlich erfuhren die interessierten Schüler auch wie wichtig soziales Verhalten im Berufsleben ist. Aspekte wie Höflichkeit, Pünktlichkeit und Respekt wurden ebenso angesprochen wie der Ablauf der dualen Ausbildung mit Berufsschule und Anwesenheit im Betrieb. Eine Auszubildende drückte mit den Zehntklässlern sogar noch bis zur 9. Klasse gemeinsam die Schulbank. Sie nun nicht mehr als Mitschülerin sondern als Berufstätige zu erleben, war besonders spannend.

Nach Abschluss der Gesprächsrunde wurden die Erkenntnisse gesammelt und ausgearbeitet. Dabei hat sich insbesondere gezeigt, dass ein junger Mensch, der nicht mehr Schüler sondern Auszubildender ist, sich in seiner Persönlichkeit deutlich verändert und natürlich weiterentwickelt.