Cool ist das fesselnde Jugendbuch, in welchem weder Drogen, Schlägereien noch K.o.-Tropfen ausgespart werden, noch heute. Gezeigt hat sich das am Donnerstag bei der durch den Förderverein der Schillerschule finanzierten Autorenlesung, die im Rahmen der Fredericktage in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung „one“ stattfand. „Wenn viele Jungs da sind, les’ ich gerne die Szene mit der Schlägerei“, verriet die taffe Autorin im engen Kreis.

Schwarzer Humor

Mit Erfolg, wie sich gezeigt hat. Gebannt spitzten sowohl die Mädels als auch die Jungs aus der achten und zehnten Klasse bereits die Ohren, als die 56-Jährige Schweizerin zunächst aus dem familiären Nähkästchen, in welchem sich nach eigenen Angaben eine irre Sippe verbirgt, plauderte. 15 Kinder hätte ihr Opa, der den Nachnamen „Gabathuler“ trug, gehabt. „Wollt ihr mal berühmt werden, macht es wie Lady Gaga oder Bushido, diese Namen kann man sich merken, meinen nicht“, so die Schreiberin mit der rabenschwarzen Igelfrisur. Bei der Fertigstellung von „Blackout“, was übrigens ihr erstes Werk war, hätte sie nicht daran gedacht, sich ein Pseudonym zu verpassen. Mag sein, dass sich der Name „Gabathuler“ bei der Lesung tatsächlich in die wenigsten Schülerhirne eingebrannt hat, dafür aber die obercoole Art und Weise, wie die Autorin den meisten Lust aufs Lesen machte.

Vielleicht nicht allen, denn Fans von Liebesschnulzen, die auf Schmetterlinge im Bauch, weiche Knie und klappernde Wimpern stehen, für die seien ihre Bücher definitiv nicht die richtigen, stellte Gabathuler klar. „Romantik ist nicht mein Ding. Würde mein Mann mir Rosenblätter aufs Bett streuen, würde ich ihn fragen, was das soll, obwohl ich den Typ über alles liebe“, verriet die Schriftstellerin, die gerne ihre düstere Seite auslebt. Aktuell im 16. oder 17. Werk. Vollgepackt mit jugendlichen Gefühlen, die ganz und gar nicht rosarot sind. Auch in „Blackout“ spricht Gabathuler, die vor ihrer Autorenkarriere unter anderem als Englischlehrerin ihre Brötchen verdiente, die Jugendlichen mit aktuellen Themen in einer modernen Jugendsprache an. Real, wobei die Schweizerin nicht mit Ausdrücken geizt, die so mancher lieber nicht im Kreise der lieben Verwandten ausspricht. „Wichser“ zum Beispiel. Für die meisten Jugendlichen im Eifer des Gefechts jedoch völlig normal. Wie bei Nick, der Hauptfigur aus Blackout, der sein Leben bereits mit 16 Jahren in den Sand gesetzt hat. Besoffen fährt er einen Wagen gegen den Baum, nimmt Drogen und haut ab. Ziemlich dick seine Polizeiakte wie auch die vom Jugendamt.

Spannend und cool

Halt findet er in seiner Cousine Carla, die seine Aktionen zwar nicht gut findet, ihm aber dennoch zuhört und ihn versteht. Doch plötzlich ist Carla verschwunden und Nick hat einen totalen Filmriss. Alles deutet darauf hin, dass Nick verantwortlich für das Verschwinden ist, doch niemals würde er seine Cousine in Gefahr bringen. Wer steckt dahinter? Vielleicht jemand aus den eigenen Reihen? Von Alice Gabathuler war es bei der Lesung nicht zu erfahren. Gut so, schließlich wollen die Fredericktage zum Lesen animieren.

„Geids des Buach heid au omasoscht“, wollte einer der Schüler im schönsten Schwäbisch, welches die Schweizerin übrigens bestens verstand, wissen. „Nein umsonst gibt es das Buch nicht, höchstens in der Bücherei und in eurem tollen Buchhandlung könnt ihr es kaufen“, so die Autorin. Auf die Frage ob sie das Buch auch Eltern von pubertierenden Jugendlichen empfehlen würde, antwortete Gabathuler „Eltern von pubertierenden Teenagern kaufen sich meist tonnenweise Ratgeber. Würden sie gute Jugendbücher lesen, könnten sie sich die alle sparen“.

Im Anschluss an die Lesung nutzten viele die Möglichkeit zum signierten Buchkauf oder ergatterten ein signiertes Buchzeichen der Künstlerin.