Die geplante Ausstellung „Licht – Raum – Zeichnung“ in der Kulturwerkstatt BT 24 im Albgut in Auingen findet statt: Gerade noch rechtzeitig zum Start am heutigen Samstag wurde die Wiederöffnung von Museen, Galerien und Ausstellungshäusern erlaubt. Allerdings werden die Arbeiten von Jochen Warth, MarEl Schaefer und Susanne Immer nicht wie vorgesehen mit einem Künstlergespräch am morgigen Sonntag einführend durch Edith Koschwitz vorgestellt, sondern alle drei Künstler stehen den Besuchern sowohl innen wie auch im Außenbereich für Gespräche zur Verfügung. „Wir haben uns lange überlegt, wie wir die Abläufe so gestalten, dass der Infektionsschutz gewährleistet ist“, erläutert Koschwitz. Die Größe der beiden Ausstellungsräume habe dies erleichtert und die Besucher werden die Ausstellung nur in einer Richtung begehen. Nach der Besichtigung der Objekte in zwei Räumen geht es durch das sich anschließende Künstleratelier am Ende des Gebäudes wieder hinaus auf die Veranda. Getränke gibt es nur zum Mitnehmen. „Wir müssen uns ja auf eine längere Zeit mit Beschränkungen einstellen“, so Koschwitz, „aber wir haben eine gute Lösung gefunden“.

Drei Künstler zeigen ihre Werke im BT24

Die drei Künstler kennen sich gut und haben die Gemeinschaftsausstellung im BT 24 vorgeschlagen. Für Susanne Immer sind Bewegung und Dynamik die Grundlagen der menschlichen Existenz. Und so fängt sie in ihren aus Stahl oder Aluminium hergestellten Objekten diese Bewegung ein und gibt sie wieder an den Raum ab. Dabei darf der Betrachter die Objekte anfassen, um die Bewegungen kennen zu lernen. „Die Schwingungen empfindet jeder anders“, erläutert Immer, „es kommt auf die persönlichen Vorerfahrungen an“. Dabei hat sie einen großen Teil ihrer Objekte farbig lackiert, es gibt aber auch solche, die noch im Rohzustand zu sehen sein werden. „Ich möchte den Besucher hier miteinbeziehen und lege Haftpads in unterschiedlichen Farben aus, damit die Besucher je nach ihrem Gefühl einen Farbvorschlag für das Objekt abgeben können“. Auch in ihren zweidimensionalen Arbeiten steckt die „Bewegung“ als Grundthema.

Ofen erreicht Temperaturen von 1000 Grad

Mit ihren Arbeiten kann MarEl Schaefer den Anspruch auf Exklusivität erheben. „Ich verbinde Draht und durch Hitze verformtes Glas zu dreidimensionalen Bildern, das macht sonst kein anderer Künstler“, berichtet sie. Aufgewachsen in Norddeutschland lebt und arbeitet sie in Eningen. „Mir ging es um die Transformation des Wahrnehmbaren hin zu dem was ich empfinde, das so wiederum nach außen sichtbar wird“. Ihre Arbeiten nennt sie durchweg „Alb-Impressionen“ ohne sich näher festzulegen. „Jeder Betrachter verknüpft damit seine eigenen Assoziationen“. Ein Wesen der Kunst liegt ihrer Ansicht ja genau darin, dass sich jeder selbst darin finden kann. Wie entstehen die Glasbilder? Zunächst formt und bearbeitet sie das Drahtgeflecht nach ihren Vorstellungen. Dann schneidet sie aus Flachglasplatten gerade Stangen oder Rechtecke, die sie über das Drahtgeflecht legt. Das Objekt kommt dann in einen speziellen Brennofen, der auf bis zu 1000 Grad aufgeheizt werden kann. „Es ist nicht immer leicht, genau die Temperatur zu finden, bei der sich das Glas so verformt, wie ich es haben möchte“. Letztlich entscheiden die Art des Glases und seine Stärke darüber, wie es sich im Ofen bei hohen Temperaturen verhält. „Daher kann ich auch nie zwei verschiedene Sorten Glas zusammen brennen“. Die Beziehung zur Alb erhalten die Objekte durch ihre höhlenartigen Formen, die sie annehmen und die faszinierenden Lichtspiegelungen, die je nach Standort des Betrachters ganz verschieden ausfallen können. „Glas ist lebendig und reflektiert das Licht sehr unterschiedlich“.

Skulpturen werden aus Stahlplatten gefertigt

Ebenfalls der Bewegung hat sich Jochen Warth mit seinen Skulpturen aus Stahlplatten verschrieben. Er fängt damit Emotionen ein, umschließt einen Teil des Raums und schafft neue Darstellungen von Räumen. Das „Oval“ als spezielle Form spielt für ihn eine wichtige Rolle und Ideen und Anregungen liefert ihm bisweilen auch die Natur, wie beispielsweise die Muscheln, die bei Ebbe an einem Felsen hängen. Als Ausgangspunkt für seine Arbeiten dienen ihm kleine Zeichnungen. „Aber dann fange ich sofort mit dem Objekt selbst an“. Die Skulpturen sind nicht massiv, sondern aus sorgfältig zusammengeschweißten Stahlplatten gearbeitet. Das von ihm bevorzugte Material stellt ihn regelmäßig vor handwerkliche Herausforderungen. „Es ist zum Beispiel nicht immer gleich klar, ob der Schwerpunkt der Skulptur so liegt, dass sie auch stehen bleibt“.

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Info Die Ausstellung „Licht – Raum – Zeichnung“ in der Kulturwerkstatt BT24 im Albgut ist vom 9. bis 24. Mai zu sehen. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr. Am Sonntag, 10. Mai, interpretieren „SaHaRa“ (Sandra Linsenmayer und Hans-Rainer Seelig) um 15 Uhr im Albgut auf der Veranda des BT23 in gebührendem Abstand deutsche und irische Songs.