Messemacher Stephan Allgöwer ist in die Offensive gegangen, hat am Samstag ein Schreiben an Aussteller der Ambiente-Messe geschickt. Der neue Eigentümer des Albguts,  Franz Tress,  „hat uns Ende Dezember mit einer Pachterhöhung in Höhe  von rund 40 000 Euro netto konfrontiert“. Darin enthalten sei eine Parkplatzgebühr von 1,30 Euro pro Ticket. Die Gesamtforderung wäre auch mit einer  Erhöhung der Eintrittsgebühren von 8 auf 10 Euro nicht zu decken, heißt es weiter. Man habe versucht, einen tragfähigen Kompromiss auszuarbeiten, bisher aber keinen gefunden. „Wir sind augenblicklich dabei, auch mit externer Unterstützung, doch noch eine Lösung oder einen alternativen Standort zu finden.“

 Darauf hat gestern Franz Tress  mit einem Pressetermin reagiert. Schon 2016, da war das Albgut erstmals  Gastgeber der Messe, habe er Allgöwer um ein Gespräch gebeten, um   rechtzeitig vor dem Messestart 2017 über neue Vereinbarungen zu verhandeln.  Es sei  bis Mitte Oktober nichts geschehen,  man habe dann  eine Art Notvertrag  mit den bisherigen Konditionen geschlossen, „damit die Veranstaltung überhaupt stattfinden konnte“, so Tress: „Ich habe mich völlig überfahren gefühlt.“ Und am Ende der Messe sei Allgöwer ohne Gespräch und Abgabeprotokoll gegangen.

 Tress, der „eine saubere Regelung“ will, hat Bürgermeister Mike Münzing als Vermittler  eingeschaltet. Im Dezember 2017 habe dann ein Treffen zwischen Tress und dem Solutioncube-Chef  über die Zukunft der „schön&gut“ stattgefunden.  Dort habe er, sagt Tress, die neuen Konditionen auf den Tisch gelegt.  Dazu gehöre unter anderem, dass Allgöwer   die Nutzung der Freiflächen von   8749 Quadratmeter – „und das sind mehr  als die Hallenflächen“ –  bezahlen müsse. Das sei bisher kostenlos  gewesen. Neben  einer festen Regelung der  Zeiten,  vom Aufbau über Abbau  bis zu den Abendveranstaltungen, will Tress auch  das Parken künftig anders haben. Albgut-Beschäftigte  sollen das managen, damit  rund 3000 Autos plus die der Aussteller keine Schäden anrichten.

Tress ging nach dem Dezembertermin davon aus, es herrsche Konsens, ließ den entsprechenden Vertrag aufsetzen. Dann sei lange nichts geschehen, Anfang April seien Änderungswünsche der Messemacher gekommen, Mitte des Monat hätte es nochmals ein Treffen gegeben. Daraufhin sei von Solutioncube ein Gestattungsvertrag“ eingegangen, „in dem aber von den Kernpunkten nichts oder wenig  aufgeführt war“,  sondern eine Pauschale mit Deckelung, erklärt Tress, für den das Vertrauen zu  Allgöwer inzwischen „sehr gestört ist“.  Er stehe noch zu seinen Angeboten:  Den im Dezember aufgesetzten Vertrag sowie als Alternative, weil Allgöwer wegen der Pachterhöhung rote Zahlen befürchte, die Veranstaltung gemeinsam zu stemmen,  Gewinn/Verlust zu teilen. Sein Motto sei „nie eine Tür zuschlagen, wenn es noch eine machbare Möglichkeit gibt.“

Darauf reagierte der Agentur-Chef  gestern  auf Anfrage unserer Zeitung erstaunt.  Er hat  nämlich am 25. April eine schriftliche Absage  aus dem Albgut erhalten, eine Einigung sei nicht mehr möglich. Das habe ihn überrascht, wähnte er sich doch noch in Verhandlungen, auch über die von ihm gewünschte 45 000-Euro-Pauschale. In die  Geschäfte  ist inzwischen  Sohn Max  eingestiegen. Anlass: Eine schwere Erkrankung  hat seinen Vater  monatelang außer Gefecht gesetzt, der  Grund für die lange Sendepause, betont Allgöwer.  Er will die Messe, und da  ist er sich mit Tress, der  vor neun Jahren Hauptsponsor des Events war,    einig, „unbedingt erhalten“. Deshalb  holt er jetzt  Landrat Thomas Reumann ins Boot,  hofft, dass durch dessen Vermittlung 2018 die zehnte „schön&gut“ in Auingen stattfinden kann.