Auingen / Von Ulrike Bührer-Zöfel  Uhr

Sie machen oft und gerne Projekte, gehören auch zum „Haus der kleinen Forscher“ – Kinder und Erzieherinnen des städtischen Kindergartens Auingen. Da kam Anfang des Jahres die Bücherkiste, mit der Bibliotheksleiterin Ulla Krämer regelmäßig die Mädchen und Jungen dort versorgt, gerade recht. Schmetterlinge nämlich waren das Thema der Bilderbücher und Lesegeschichten. „Da hatten wir dann auch selbst richtig Lust drauf“, sagt Einrichtungsleiterin Manuela Helbing.

Zusammen mit ihrer Kollegin Nicole Kloker machte sie sich an die Ausarbeitung des Projekts unter dem Motto „Schmetterling, du Wunderding“. Lernen, spielen, basteln und ganz praktisch gemeinsam schaffen – für alles sollte Platz im Vorhaben sein, dazu noch genug Spielraum für die Wünsche und Ideen der Kinder bleiben. Kein Problem bei dem Thema, wo sich Phantasie, Realität und Kreativität prima verknüpfen lassen.

Die kleine Raupe Nimmersatt

Geschichten lesen gehörte natürlich unbedingt zum Programm. Klar, dass die Auinger auch gemeinsam Eric Carles Bilderbuchklassiker von der kleinen Raupe Nimmersatt betrachteten. Die frisst sich durch alles Mögliche durch, zum Beispiel Äpfel, Pflaumen, Birnen. Sie bekommt Bauchweh, lernt, dass Blätter genau das Richtige für sie sind. Oder die Erzählung von Wilma Wochenwurm und der dicken Raupe Lukas. Die erklärt, wie das so ist mit ihrer Verwandlung: „Bis in ein paar Tagen, Wilma. Ich schlafe eine Runde. Und wenn ich aufwache, wirst du mich fast nicht wiedererkennen. Wetten?“

Kinder züchten ihre eigenen Schmetterlinge

Ob das stimmt – das haben die elf Mädchen und Jungen selbst erforscht, ihre eigenen Schmetterlinge gezüchtet. Eine spannende Sache jeden Tag zu gucken, was für eine Verwandlung im Aufzuchtbehälter vor sich geht. „Das war eindeutig ein Highlight des Projekts“, so Manuela Helbing. Die Auinger waren erfolgreich, alle ihrer fünf Raupen haben die Verwandlung zum Schmetterling geschafft: Die Distelfalter wurden im Garten des Kindergartens in die Freiheit entlassen.

 Und die nächsten Projektschritte ergaben sich dann fast von selbst: Was fressen, was trinken die bunten Flattergeister, wo finden sie überhaupt ihre Nahrung? Ab jetzt auf jeden Fall in Sichtweite der Kinder. Denn die haben sowohl eine Schmetterlingstränke mit bunten Steinen gebastelt als auch einen Schmetterlingsgarten mit Blumen und Kräutern angelegt.

Ein Lernziel war auch, dass die Brennnessel eine Futterpflanze für die Falter ist, dass aber auch der Mensch damit was anfangen kann. Also ernten sie geschickt die grüne Pflanze, verarbeiteten sie in Pfannkuchen – „ein leckeres Essen“, waren sie alle einig.

Kunstwerke in der Stadtbibliothek

 Selbstverständlich haben die jungen Schmetterlingsforscher auch gemalt und gebastelt. Was dabei entstanden ist, das konnte man immer mal wieder in der Münsinger Stadtbibliothek betrachten. Die kleinen Kunstwerke nämlich wurden dort am eigens zusammengestellten Thementisch präsentiert.

Auch wer am Kindergarten vorbeiläuft, sieht, mit was man sich dort beschäftigt. In den Bäumen schweben in allen Farben und Größen selbstgefertigte Schmetterlinge. Am Ende des Projekts lädt sich die Gruppe entweder einen Experten ein oder macht eine Exkursion. Deshalb waren die Kinder gestern mit ihren Erzieherinnen im Biosphärenzentrum in der Ausstellung „Schmetterlinge – In Realität und Imagination“ (wir haben berichtet). Webmeisterin Lina Andrea Dippel hat sie zusammen mit Helmut Attinger (Fotos) auf die Beine gestellt, jetzt kindgerecht erklärt, wie beispielsweise Seide entsteht. Auch durften die Kids Garne und Stoffe daraus anfassen, sich die Fotos der Albfalter ansehen.  Dippel freut sich über das Kindergartenprojekt und „dass ich mich da als Partnerin des Biosphärengebiets einbringen kann“. Denn  als solche  hätte man  ja auch einen Bildungsauftrag. Ihr ist es wichtig, mit möglichst vielen Menschen gut vernetzt zu sein, so die Biosphärenideen weiter zu tragen.

 Info Die Ausstellung „Schmetterlinge – In Realität und Imagination“ im Biosphärenzentrum ist zu den üblichen Öffnungszeiten noch bis 8. Oktober zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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