Was haben Basar, Café, Mobilitätstraining und Treffen von Oldtimer-Traktoren gemeinsam? All diese Aktivitäten machen Spaß und schlagen die Brücke zwischen jung und alt – zumindest beim Arbeitskreis für Senioren „Mitbürger engagieren sich“ in Heroldstatt.

Unter dem Motto „15 Jahre in nur 15 Minuten“ ließ der Vorsitzende Patrick Thielsch die Besucher und Gemeinderäte der öffentlichen Sitzung am Montag hinter die Kulissen der Institution blicken.

Was im Jahr 2004 mit einer kleinen Idee begann, hat sich im Laufe der vergangenen 15 Jahre als feste und wichtige Größe im Gemeindeleben etabliert. 24 Personen zwischen 39 und 79 Jahren engagieren sich tatkräftig im Arbeitskreis – und dabei wuppen sie ein beeindruckendes und vor allem generationenübergreifendes Programm.

So gibt es bereits seit 2006 das Heroldstatt-Café, das einmal jeden Monat seine Pforten von 14.30 bis 17 Uhr für alle Besucher öffnet. Und weil die Senioren manchmal aber auch einfach nur unter sich sein wollen, wurde dafür natürlich eine Gelegenheit geschaffen: der Donnerstag-Treff, der einmal im Monat von 14.30 bis 17 Uhr angeboten wird.

Man lernt niemals aus

Eine besonders wichtiger Termin ist der bewährte Internettreff. Dieser startete im April 2012 mit 36 Teilnehmern und fand zunächst in der örtlichen Schule statt. Im Jahr 2014 wurde dieser dann in die Seniorenbegegnungsstätte umgesiedelt. Die Schulungen gibt es außerhalb der Ferien immer mittwochs, von 14 bis 16 Uhr. Derzeit nutzen neun Männer und elf Frauen das Angebot – teils regelmäßig, teils sporadisch. „Manche Senioren kommen auch nur ein bis zweimal, um ein konkretes Problem zu lösen“, weiß Patrick Thielsch, der schließlich schon von Beginn an den Arbeitskreis leitet. Die Themen des Kurses sind vielfältig: Vom Erstellen eines Fotokalenders über die Gestaltung von Briefen mit Word bis hin zur Nutzung von Excel im Alltag oder Anwendungen auf dem Smartphone ist alles dabei. Spannend ist insbesondere die Zusammensetzung der Teilnehmer. Denn diese kommen nicht nur aus Heroldstatt, sondern zu gleichen Teilen auch aus Münsigen, weitere kommen aus Laichingen, Dottingen, Hohenstadt und Schelklingen. „Seit dem Start durften wir bereits 10.249 Besucher bei den verschiedenen Veranstaltungen im Heroldstatt-Café begrüßen“ sagt Thielsch nicht ohne eine gehörige Portion stolz in seiner Stimme.

Mobilität im Fokus

In Zusammenarbeit mit der Verkehrswacht Ehingen bietet der Arbeitskreis außerdem ein Training rund um den Straßenverkehr an. Dieses beinhaltet einen aktiven Teil, bei dem die Senioren üben, in schwierigen Situationen richtig zu reagieren, und einen theoretischen Teil, bei dem ausführlich über Änderungen im Verkehrsrecht informiert wird. Ein kostenloser Seh- und Hörtest komplettieren das Angebot. Dabei sein dürfen alle ab 50 Jahren. „Und damit sich Michael Weber einen Eindruck verschaffen kann, habe ich für ihn einen Gutschein dabei“, so Patrick Thielsch, der für diese Aktion für großen Beifall sorgte.

Nach der Arbeit das Vergnügen

Weil eben auch der Spaß nicht zu kurz kommen darf, finden regelmäßige Highlights statt: Beim jährlichen Basar im November werden selbst-kreierte Dinge, beispielsweise Rapsöl, Honig oder Brot, feilgeboten.  Im Juli glänzen alte Raritäten beim Oldtimer-Traktoren-Treffen. Sicher schwelgt dabei manch Besucher in alten Erinnerungen.

Das Beste zum Schluss

Als krönenden Abschluss seines Vortrages hatte Thielsch noch eine Überraschung im Gepäck: Der Arbeitskreis stellt eine Spende in Höhe von 600 Euro für den geplanten Zebrastreifen Ennabeurer Weg zur Verfügung.

Außerdem hatte er noch eine kleine Bitte an den Gemeinderat. „Viele jüngen Leute schreckt die aktuelle Beschilderung etwas ab. Ich würde mir wünschen, dass das Wort Seniorenbegegnungsstätte durch Heroldstatt-Café ersetzt wird.“ Keiner der Gemeinderäte legte ein Veto ein, ganz im Gegenteil: Alle fanden die Idee sehr gut.

Bürgermeister Weber zeigte sich dankbar für die Spende und lobte das Engagement des Arbeitskreises: „Die Institution ist nicht mehr wegzudenken. Da steckt sehr Leben drin, ein echter Gewinn für alle Generationen unserer Gemeinde.“