Straftat Angebliche Vergewaltigung erfunden

Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium gaben gestern eine Pressemitteilung zur Vergewaltigung in Münsingen heraus.
Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium gaben gestern eine Pressemitteilung zur Vergewaltigung in Münsingen heraus. © Foto: rot
Von Jürgen Kühnemund 11.08.2018

Die Entführung und Vergewaltigung einer 17-Jährigen in Münsingen am 25. Juli hatte für erhebliches Aufsehen gesorgt. Und in der ehemaligen Kreisstadt ist es seither auch Gesprächsthema. Mit der gemeinsamen Presseerklärung, die gestern die Staatsanwaltschaft Tübingen und das Polizeipräsidium Reutlingen herausgaben, dürfte das Thema aber erledigt sein: „Die angebliche Vergewaltigung war erfunden“, heißt es dort.

Die Anzeige habe den Ermittlungen der Kriminalpolizei zur Folge, „keinen realen Hintergrund“. Nach den Schilderungen der jungen Frau sei sie in der Reichenaustraße am 25. Juli gegen 20 Uhr von einer Frau mit einem Messer bedroht und in einen Kombi gezerrt worden. Die Frau und ein 40 bis 50 Jahre alter Mann seien dann mit dem Auto am Freibad vorbei auf dem Alten Seeburger Weg bis ins Gewann Galgenberg gefahren.  Dort habe sich der Mann an der 17-Jährigen vergangen. Als er einen  Hustenanfall bekam, sei es der jungen Frau gelungen zu fliehen, schilderte sie damals bei der Polizei (wir haben ausführlich berichtet).

Das Ganze war aber eine Erfindung.  Zu diesem Schluss kommen jetzt die Ermittler nach der Befragung mehrerer Zeugen und der Auswertung der gesicherten Spuren.

Das Thema beim Stadtfest

„Zwischenzeitlich räumte das Mädchen im Beisein seiner Anwältin auch ein, die Tat erfunden zu haben“, heißt es in der Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei weiter. Das Motiv der Jugendlichen sei letztlich unbekannt, dürfte aber im persönlichen Bereich liegen, führt die Polizei weiter aus.

Der Vorfall war beim Stadtfest in Münsingen, das drei Tage später stattfand, auch das Gesprächsthema; aber so manch einer zweifelte an dem Wahrheitsgehalt der Aussagen der 17-Jährigen, war ihre Beschreibung der beiden Täter und auch des Fahrzeuges doch sehr präzise – beide sprachen mit sächsischem oder pfälzischem Dialekt. Da hätte eine Fahndung doch eigentlich einen schnellen Erfolg bringen müssen. Und die Auguren sollten recht behalten, wie sich jetzt nach den Ermittlungen der Polizei zeigte – der ganze Vorfall war erfunden. Vermutlich wird die erfundene Vergewaltigung für die 17-Jährige rechtliche Konsequenzen haben.

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