Münsingen DKMS- Registrierungsaktion für Lukas

Der elfjährige Lukas aus Münsingen hat Blutkrebs und kämpft um sein Leben. Bei einer  Registrierungsaktion am 22. Juli in der Alenberghalle sucht die DKMS potentielle Stammzellspender.
Der elfjährige Lukas aus Münsingen hat Blutkrebs und kämpft um sein Leben. Bei einer  Registrierungsaktion am 22. Juli in der Alenberghalle sucht die DKMS potentielle Stammzellspender. © Foto: Privat
Münsingen / Heike Feuchter 16.07.2018
Der elfjährige Lukas aus Münsingen hat Blutkrebs und kämpft um sein Leben.

Lukas ist ein fröhlicher Junge, der leidenschaftlich gerne Fußball und Posaune spielt. Doch  seine Zukunft ist ungewiss, denn Lukas ist an Blutkrebs erkrankt. Er ist ein Kämpfer, einer der den Blutkrebs schon einmal besiegt hat und dem es nun ein zweites Mal gelingen soll, die Krankheit zu besiegen.

Im Mai 2015 wurde bei ihm ein Burkitt-Lymphom diagnostiziert, welches im Lauf des Jahres mit Chemotherapie zunächst erfolgreich behandelt werden konnte.  Vor einem Monat wurde bei einer Routinekontrolle jedoch ein Rezidiv der Erkrankung festgestellt. Damit Lukas die Klinik so schnell als möglich gesund verlassen und Zeit mit Familie, Freunden und mit seinen  Hobbys verbringen kann, braucht  der Gymnasialschüler der fünften Klasse  eine Stammzellspende, seine wahrscheinlich einzige Überlebenschance.

Es beginnt die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen, nach dem Menschen auf der Welt, der nahezu die gleichen Gewebemerkmale in sich trägt und zur Stammzellspende bereit ist. „Deshalb ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen als potentielle Stammzellspender registrieren lassen. Denn nur dann können sie als Lebensretter gefunden werden“ erklärt Lukas Vater Igino.

Das Schicksal von Lukas bewegt die Region, Flugblätter zur Aktion werden im Schneeballsystem über die sozialen Netzwerke verbreitet – natürlich mit Einverständnis des jungen Patienten: „Lukas steht voll dahinter und meinte, wenn es ihm keinen Spender brächte dann vielleicht einem anderen Erkrankten irgendwo auf der Welt“,  erklärt sein Vater.

Hinter der Initiativgruppe, die gemeinsam mit der DKMS die Registrierungsaktion in Münsingen organisiert, stecken die „Hungerberg- Hexen“, in deren Hexenkapelle Lukas Posaune spielt. Unter dem Motto „Lukas will leben“ appellieren die Initiatoren an die Menschen, sich bei der DKMS  registrieren zu lassen.  Die Schirmherrschaft haben Bürgermeister Mike Münzing und Ex-Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug übernommen. „In Münsingen gibt es seit über 20 Jahren den Verein „Bürger für Bürger“. Dieser wurde gegründet, um Menschen in besonderen Lebenslagen zu unterstützen und hier ist der Name Programm“, erklärt Münzing. „Heute bin ich der Bürger vor dem „für“, morgen kann ich der Bürger nach dem „für“ sein. In diesem Sinne verstehe ich auch die Typisierungsaktion für Lukas und hoffe, dass möglichst viele Menschen teilnehmen und sich als potenzielle Stammzellenspender registrieren lassen.“

Mitgefühl für die ganze Familie

Norbert Haug ergänzt mit einem eindringlichen Appell: „Machen Sie bitte alle mit und bringen Sie Freunde und Bekannte am 22. Juli nach Münsingen mit. Lukas und seine so liebe Familie haben Ihren Einsatz und Ihr Mitmachen verdient. Wir können das wichtigste Rennen in Lukas  Leben nur gemeinsam gewinnen.“

Dass ein neues Leben nach einer erfolgreichen Stammzellenspende gelingen kann, zeigt  die Geschichte von Tobias Franzke aus Auingen. Vor neun  Jahren hat das Schicksal des  damals 17-jährigen  die Region bewegt und Unzählige  zur Registrierungsaktion gerufen. Ein Jahr danach konnte für Tobias ein Spender gefunden werden. Der junge Mann ist inzwischen gesund, hat geheiratet und schaut Vaterfreuden entgegen.

Seine Eltern Sabine und Manfred  sind voll Dankbarkeit für diesen positiven Verlauf, aber auch voller Mitgefühl für Lukas und seine Familie: „Da kommt so viel an Emotionen  und Angst wieder hoch, das Schicksal bewegt uns zutiefst und rüttelt auf“, meinte Sabine Franzke. „Wohl keiner in der Stadt außer uns kann so gut nachfühlen, was die Familie derzeit durchlebt“, ergänzt Manfred Franzke.

Beide wissen jedoch von  Kraft und Halt, welche sich die Familien auf der Knochenmarktransplantations-Station geben und wünschen Lukas und Familie die gleiche Unterstützung der Bevölkerung, welche auch ihnen zuteil wurde.

Kontakt zu genetischem Zwilling

Eine weitere lebensrettende Geschichte einer Stammzellspende kann der Auinger Oliver Buss erzählen. Bei der Aktion für Tobias hat er sich registrieren lassen, keine vierzehn Tage später wurde er  von der DKMS als potentieller Spender angeschrieben: seine Stammzellen waren zu 99,99 Prozent identisch mit denen eines 13-jährigen US-Amerikaners, der an bösartigem Knochenmarkkrebs erkrankt war. Nach komplettem Gesundheitscheck wurden Buss über die Venen die periphere Stammzellspende entnommen: „Alles lief problemlos, ich war bestens versorgt und das Ganze war nicht schlimmer als eine lange  Blutspende“ erklärt er rückblickend.

Zu Beginn verlief der Kontakt zu seinem genetischen Zwilling Alex, den er als seinen Bruder betitelt, anonym, nach drei Jahren wurde die Anonymisierung von der DKMS aufgehoben: „Alex ist inzwischen zwanzig, wir skypen regelmäßig und haben uns auch schon gegenseitig in unseren Heimatorten besucht. Hätte es die Aktion für Tobias nicht gegeben, würde Alex heute wohl nicht mehr leben.“

Registrierungsaktion am Sonntag

Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann Lukas und anderen helfen und sich am Sonntag, 22.Juli, von 13 Uhr bis 18 Uhr in der Alenberghalle Münsingen in die DKMS aufnehmen lassen.

Die Registrierung geht einfach und schnell: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung wird beim Spender ein Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen durchgeführt, damit seine Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können.
Spender, die sich bereits in der Vergangenheit bei einer DKMS-Aktion haben registrieren lassen, müssen  jetzt nicht erneut mitmachen. Einmal aufgenommene Daten stehen auch weiterhin weltweit für Patienten zur Verfügung.

Da die DKMS als gemeinnützige Gesellschaft im Kampf gegen Blutkrebs auf Spendengelder angewiesen ist, wird um finanzielle Unterstützung gebeten. Jeder Euro zählt. DKMS-Spendenkonto IBAN: DE12 6535 1260 0134 1.

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