„Ja, ist denn schon wieder Weihnachten?“ Das fragt sich der eine oder andere Wanderer, der auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz unterwegs ist, als er den CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Donth dort gehen sieht.

Biosphärengebiet Schwäbische Alb: Weihnachtsbaum für die Landesvertretung

Auf dem Kopf trägt er eine rote Weihnachtsmütze mit einem weißen Bommel. Nein, diese Kopfbedeckung soll nicht vor der Sonne schützen, sondern etwas Christmas-Feeling bei Temperaturen um die 20 Grad Celsius im Herzstück des Biosphärengebietes Schwäbische Alb aufkommen lassen. Von dort kommt nämlich der nächste Weihnachtsbaum für die Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin. Dem ist nicht genug: Auch der Polizeipräsident in der Bundeshauptstadt bekommt einen Baum von der Schwäbischen Alb auf das Gelände der Landespolizeidirektion gestellt.

THW übernimmt Transport

Sowohl Donth, Dietmar Götze, Chef des Bundesforstbetriebes Heuberg, der für den ehemaligen, rund 6700 Hektar großen Schießplatz verantwortlich ist, als auch sein Mitarbeiter Georg Herrendorf schauen sich einige infrage kommende Fichten an. Mit dabei ist auch Steffen Hoffmann vom Technischen Hilfswerk (THW), der stellvertretender Landessprecher für Baden-Württemberg ist. Das THW, genauer gesagt der Ortsverband Münsingen, organisiert und übernimmt in vier Monaten die Fällung und den Transport der beiden Bäume.
Dass dieses Jahr zwei Weihnachtsbäume aus dem Biosphärengebiet an die Spree kommen, ist dem Abgeordneten Donth zu verdanken. Er war es, der sich bereits 2013 erstmals dafür eingesetzt hatte, dass einmal Weihnachtsbäume aus seinem Wahlkreis vor der Landesvertretung und beim Polizeipräsidenten stehen.

Für die Landesvertretung

In den vergangenen 20 Jahren stammen die meisten Bäume aus dem Schwarzwald, weiß der Politiker aus Römerstein, deshalb es sei an der Zeit gewesen, auch einmal im Landkreis Reutlingen gewachsene Fichten in Berlin aufzustellen. Sieben Jahre habe es gedauert, bis das Biosphärengebiet zum Zuge kam. „Zum ersten Mal gibt es einen Bundesbaum für die Bundeshauptstadt“, schmunzelt der Abgeordnete.
Rund zwei Stunden dauert die Suche nach zwei geeigneten Bäumen, eine Vorauswahl hatten bereits die beiden zuständigen Bundesförster getroffen. Der für die Landesvertretung wächst freistehend im östlichen Bereich des ehemaligen Truppenübungsplatzes, ist 14 Meter hoch und hat über dem Boden ein rund sieben Meter ausladendes Geäst. Damit man auch noch in ein paar Monaten weiß, welches die richtige Fichte ist, markiert sie Donth mit einer schwarz-rot-goldenen Kordel. Der Baum für den Polizeipräsidenten steht im nördlichen Teil und ist vier Meter kürzer.

THW Ortsverband Münsingen fällen die Bäume

Sowohl dieser als auch der andere Weihnachtsbaum werden am 21. November morgens um 9 Uhr vom Ortsverband Münsingen gefällt, informiert Hoffmann. Tags darauf machen sich THWler dann auf den rund 700 Kilometer weiten Weg in die Bundeshauptstadt, dort erwarten sie dann ihre Kameraden vom THW Ortsverband Berlin-Mitte mit einem Kranfahrzeug. „Für uns ist das eine Aus- und Fortbildungsmaßnahme, die das Engagement der Einsatz- und Nachwuchskräfte fördert“, sagt Hoffmann. Alle Beteiligten nehmen für diese nicht alltäglich Aktion Urlaub. „Wir arbeiten alle ehrenamtlich.“

Mit Essen und Trinken

Die feierlicher Übergabe findet dann am 25. November um 18 Uhr vor der Landesvertretung statt, fügt Donth hinzu. Er werde sich noch um Speis und Trank sowie die passende Musik aus der Region kümmern, verspricht er, packt seine Weihnachtsmütze ein und fährt zum nächsten Termin weiter.