Münsingen „Wir sind auf dem richtigen Weg“

Viele Gymnasiastinnen und Gymnasiasten haben an Wettbewerben teilgenommen, von Lehrerseite aus unterstützt durch Gerd Stiegler (oben links), Schulleiterin Kathrin Lehbrink (oben) und Traugott Huppenbauer (rechts)
Viele Gymnasiastinnen und Gymnasiasten haben an Wettbewerben teilgenommen, von Lehrerseite aus unterstützt durch Gerd Stiegler (oben links), Schulleiterin Kathrin Lehbrink (oben) und Traugott Huppenbauer (rechts) © Foto: Reiner Frenz
Münsingen / Reiner Frenz 03.07.2018

Am Münsinger Gymnasium gerät die Berufs- und Studienorientierung immer mehr in den Mittelpunkt. Die Schule hat  jetzt die „BoriS“-Zertifizierung  erreicht, bietet seit diesem Schuljahr die Teilnahme am BOGY-Programm (Berufsorientierung an Gymnasien) in Form eines einwöchigen Praktikums an. Lehrer Traugott Huppenbauer erklärt, dass die Berufsorientierungsmaßnahmen am Gymnasium verankert werden sollen, hofft ebenso wie Schulleiterin Kathrin Lehbrink, dass das Kollegium mitziehen wird und es so nicht bei sporadischen Aktionen bleibt.

Einiges in diesem wichtigen Feld, in dem es darum geht, den Schülerinnen und Schülern Orientierung für die Zeit nach der Schule zu geben, sei in den vergangenen zwei Jahren entwickelt worden. Dazu zählt nicht nur das BOGY-Praktikum in Klasse 9, sondern auch das Diakonische Praktikum in  Klasse 8. Vor allem aber wurde eine Wettbewerbskultur entwickelt, die Einzelförderung begabter Schüler vorangebracht und die Schülerakademie eingeführt.

„Viele unterschiedliche Akteure ziehen an einem Strang“, betont Lehbrink. Dazu zählen neben Schulleitung, Kollegium und Eltern auch Unternehmen aus der Region. So gibt es beispielsweise den „Power4School“-Tag im Rahmen des Faches Physik in Kooperation mit der ElringKlinger AG. Weitere Bausteine der Berufs- und Studienorientierung sind Bewerbungstrainings in Klasse 9 und 11, Beratungsangebote des Berufsinformationszentrums Reutlingen, Besuche von Bildungsmessen und Studieninformationstagen. Auch die Schülerfirma, die wieder ins Leben gerufen wurde, zählt dazu.

Im Januar hatte sich das Gymnasium vor diesem Hintergrund um das BoriS-Berufswahlsiegel beworben. Im März, so Huppenbauer, fand ein eintägiges Auditorium in der Schule statt mit Juroren von IHK, Unternehmen und Schulamt. Mit Erfolg: Am 20. Juni wurde das Zertifikat übergeben. Ida Elena Willumeit von der IHK Reutlingen stellte dabei fest: „Das Münsinger Gymnasium wird zu einer wahren Brutstätte schwäbischer Tüftler“. Die schuleigene App wurde von Schülern entwickelt. Ihr Fazit: „Wir empfehlen a gscheids Siegel für a gscheide Schul“.

Wertvolle Impulse

„Wir sind auf dem richtigen Weg“, ist sich Traugott Huppenbauer sicher. Die Zertifizierung, die in drei Jahren wieder auf dem Prüfstand ist, habe wertvolle Impulse gegeben, wie es weitergehen kann und soll. Ein Aspekt sei dabei auch die Tatsache, dass die Wirtschaft großen Wert auf soziale Kompetenz lege. In diesem Zusammenhang erwähnte Kathrin Lehbrink die seit vielen Jahren etablierte und kontinuierliche Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Diakonie und der freien Wohlfahrtspflege. Gerade beim diakonischen Praktikum würden die Schülerinnen und Schüler den hohen Stellenwert von Empathie und sozialer Verantwortung gegenüber älteren und benachteiligten Menschen sowie Menschen mit Behinderung erfahren.

Die Schulleiterin erinnerte daran, dass es ihr und dem Kollegium darum gehe, die Stärken der Schüler zu fördern, ihre Begabungen zu erkennen.

Derzeit werden am Gymnasium die Leitlinien zur Berufs- und Studienorientierung entwickelt. Im Entwurf heißt es: „Berufs- und Studienorientierung wird als ein langfristiger Prozess bestanden, in dem die Schülerinnen und Schüler sich ihrer individuellen Interessen und Talente bewusst werden und in der Entwicklung spezifischer Kompetenzen gefördert werden. Begleitet durch die Lehrkräfte übernehmen einige Schülerinnen und Schüler innerhalb der Schulgemeinschaft zunehmend  Aufgaben und Verantwortung, beispielsweise als Schülermentoren oder bei der Softwareentwicklung“.

Auch die Wettbewerbskultur ist in der jüngeren Vergangenheit gestärkt worden. So haben in diesem Jahr Münsinger Gymnasiasten an mehreren Wettbewerben teilgenommen, etwa die Zwillingsschwestern Lilly und Klara Schrade an der Chemieolympiade, wo Klara im Landesentscheid einen 3. Platz belegte und sich für die dritte Runde, die in Merseburg stattfand qualifizieren konnte, wo für sie leider das Aus kam. Vier Tage lang hatte sie aber noch einmal Wissen sammeln, Experimente durchführen können.

Die Klasse 9c hatte an einem Mathematik-Wettbewerb teilgenommen, wie Lilly Schrade und Lara Stalder berichteten. Es galt knifflige Denksportaufgaben zu lösen, was viel Spaß machte. Immerhin landete die Klasse auf dem 17 von 94 Plätzen: „Wir waren doch stolz darauf, es so weit nach oben auf der Ergebnisliste geschafft zu haben“, sagte Stalder. Auch an einem Informatik-Wettbewerb beteiligten sich Münsinger. Online waren in einer Stunde etliche Aufgaben zu lösen. Jacob Menschel holte sich eine Auszeichnung, Luca Holder einen 2. Platz und David Utz einen dritten.

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