Gomadingen / Von Ralf Ott

Seit nunmehr 20 Jahren gibt es in Gomadingen eine erfolgreich arbeitende Jugendfeuerwehr. Der Geburtstag wird zusammen mit der Übergabe des neuen Mehrzweckfahrzeugs der Gomadinger Gesamtfeuerwehr am kommenden Sonntag, 19. Mai, auf dem Festplatz hinter der Schule gefeiert. Dort steht zunächst um 9.15 Uhr ein Festgottesdienst auf dem Programm, die offiziellen Ansprachen unter anderem von Bürgermeister Klemens Betz und Vertretern der Feuerwehr im Kreis Reutlingen starten um 11.15 Uhr. Für das Rahmenprogramm und das Catering sorgen die Feuerwehrleute selbst, erläutert der Gomadinger Gesamtkommandant Harald Claß. Und: „Natürlich wollen wir zeigen, dass wir eine leistungsstarke Gesamtwehr sind“. Eingeladen haben die Gomadinger Floriansjünger nicht nur die Gomadinger Bevölkerung sondern auch die Feuerwehrangehörigen aus dem gesamten Landkreis.

Der Feuerwehrnachwuchs kann am kommenden Sonntag bei einem Wettbewerb sein Können unter Beweis stellen. Aufgebaut werden sechs bis sieben Stationen für das „Spiel ohne Grenzen“, an denen jeweils zwei Teams gegeneinander antreten, erläuterte Claß weiter. Zu gewinnen gibt es tolle Überraschungspreise sowie Urkunden.

Die Jugendfeuerwehr ist eine überaus wichtige Institution, um die Einsatzstärke der Gomadinger Feuerwehr zu gewährleisten. „Durch die Gründung der Jugendwehr konnten wir die Mitgliederzahl der Gesamtwehr mit 60 Leuten stabil halten“, erinnert sich Claß. Daniel Leuze untermauert dies mit Zahlen: Die Hälfte der aktiven Wehrleute war zuvor in der Jugendabteilung, zehn von ihnen sind sogar als Mitglieder bei der Gründung dabei gewesen und einer aktuellen Umfrage zufolge wollen 98 Prozent des jetzigen Feuerwehrnachwuchses in die aktive Wehr wechseln. Leuze wird zusammen mit Dennis Hölz und Ronny Kußmann künftig den Nachwuchs der Gomadinger Feuerwehr, der ab einem Alter von zehn Jahren mitmachen kann, schulen und betreuen. Nach einem Jahrzehnt geben Jugendwart Gerd Füllemann und sein Stellvertreter Thomas Leuze jetzt ihre Aufgaben an das Dreierteam ab.

Ab 17 Jahren ist in Gomadingen der Übertritt in die aktive Wehr möglich. „Die jungen Leute sind bestens ausgebildet und hochmotiviert“, so die Erfahrung von Claß. „Wir binden sie in die Struktur ein, sie rücken aber noch nicht zu Einsätzen aus“. „Derzeit hat die Jugendwehr 18 Mitglieder“, erzählt Füllemann. Die Ausbildungsabende dienen dazu, den Nachwuchs mit den technischen Gerätschaften und deren Anwendung vertraut zu machen, erklärte Daniel Leuze. „Im Regelfall geht dem eine theoretische Unterweisung voraus und es gibt auch eine Nachbesprechung“. Fester Bestandteil ist auch eine Ausbildung in Erster Hilfe, die zum Beispiel auch den Umgang mit Defibrillatoren einschließt. Durch regelmäßige Wiederholungen in allen Bereichen bekommen die Jugendlichen die erforderliche Sicherheit und Routine. „Natürlich haben wir auch spielerische Elemente dabei und der Spaßfaktor gehört ebenso dazu“, fügt Füllemann hinzu. Beides lässt sich bisweilen bei spielerischen Aktivitäten ganz gut mit der Technik kombinieren. Als „Höhepunkt“ findet alljährlich eine „24-Stunden-Übung“ statt, bei der sich die Jugendlichen im Feuerwehrhaus aufhalten und dort übernachten, bis irgendwann die Alarmierung erfolgt. „Zur Ausbildung gehört es auch, die Notwendigkeit für den Befehlston zu vermitteln, der hier zwangsläufig immer wieder herrscht“, betonte Dennis Hölz, „wir können beim Einsatz ja nicht anfangen zu diskutieren“. Die Jugendbetreuer seien eindeutig „Autoritätspersonen“, fügt Daniel Leuze hinzu, „und wir kommen nicht immer drum herum, unsere Anweisungen den Mitgliedern der Jugendwehr mit einem gewissen Nachdruck zu vermitteln“.

Offenbar machen die Betreuer alles richtig. „Es macht Spaß hier dabei zu sein“, sagt der 16-jährige Benjamin Ostertag und der elfjährige Elias Hummel betont: „Wir sind zu einem Team zusammengewachsen und können uns aufeinander verlassen“. Moritz Reinhardt, der mit seinen 17 Jahren bald in die aktive Wehr wechselt, lobt die „Abwechslung zwischen Einsätzen, Spiel und Freizeit“. Seit sieben Jahren ist er schon dabei. Für den elfjährigen Lennart Rehm wiederum ist es „cool, anderen zu helfen. Wenn die es selber nicht mehr können, muss es ja einer tun“.

Einmal jährlich besuchen die Jugendbetreuer die Viertklässler in der Grundschule, um für die Jugendfeuerwehr zu werben, zudem beteiligt sich die Jugendwehr mit einem Angebot am Sommerferienprogramm der Gemeinde und rückt zu den praktischen Übungen immer wieder auch in die Wohngebiete aus. „Das weckt die Neugierde“, schmunzelt Daniel Leuze.