Münsingen "Ulmer Spatz" auf dem Abstellgleis

Der "Ulmer Spatz" ist nicht mehr auf der Schiene: Ab der neuen Freizeitnetz-Saison fahren rot-cremefarbene Triebwagen die Strecke Ulm-Münsingen. Foto: Archiv
Der "Ulmer Spatz" ist nicht mehr auf der Schiene: Ab der neuen Freizeitnetz-Saison fahren rot-cremefarbene Triebwagen die Strecke Ulm-Münsingen. Foto: Archiv
Münsingen / ULRIKE BÜHRER-ZÖFEL 19.03.2014
Am 1. Mai ist Saisonauftakt beim "Freizeitnetz Schwäbische Alb". Nicht mehr auf der Schiene ist der "Ulmer Spatz". Der Schienenbus wird ausgemustert. Triebwagen fahren jetzt von Ulm nach Engstingen .

Und die gehören der Schwäbischen Alb-Bahn (SAB), die ab der neuen Saison den Zugverkehr zwischen Alb und Münsterstadt übernimmt. Der Münsinger Verein hat seinen Bestand an Triebwagen aus den 60er-Jahren deshalb um vier aus den 80er-Jahren ergänzt. Die werden jetzt komplett hergerichtet, fahren dann rot-creme gestrichen sonntags durch die Landschaft, bieten pro Wagen Platz für 90 Gäste.

Grund für die Umstrukturierung: "Seit 1999 betreibt die Regionalverkehr Alb-Bodensee GmbH (RAB) mit Bussen und Zügen das saisonale "Freizeitnetz Schwäbische Alb". Von Anfang an dabei war der nostalgische Schienenbus "Ulmer Spatz", der im Ausflugsverkehr von Ulm auf die Münsinger Alb fuhr", heißt es in er RAB-Pressemitteilung.

Betreut wurde der "Ulmer Spatz" ehrenamtlich von den Schienenbusfreunden Ulm. Jetzt stehen aber kostspielige Wartungsarbeiten am türkisen Zügle an. Das können aber weder RAB noch Schienenbusfreunde stemmen. Deshalb fährt jetzt der "Ulmer Spatz" aufs Abstellgleis - bis auf einen Motorwagen. Der bleibt, dann wieder in seiner ursprünglichen roten Farbe lackiert, in Ulm. Als "Spätzle-Express" wird er die Fahrten von Ulm unter anderem über Münsingen zum firmeneigenen Bahnsteig von Alb-Gold nach Trochtelfingen an insgesamt sieben Terminen im Sommer machen.

"Ohne das ehrenamtliche Engagement können wir aber den ganzen Zug nicht weiter betreiben", sagt Geschäftsführer Frank Dietrich von der RAB. Da der RAB der beliebte Freizeitverkehr auf der Schiene sehr am Herzen liege, wurde nach einer Lösung für den umsteigefreien Verkehr auf die Alb gesucht.

Gemeinsam mit der Schwäbischen Alb-Bahn "konnte ein neues Konzept gefunden werden, das nicht nur die umweltfreundliche Schienenanbindung in das Biosphärengebiet Schwäbische Alb sicherstellt, sondern auch einige verkehrliche Verbesserungen mit sich bringt", so Dietrich.

"Kern des Konzeptes ist der bisher bewährte Fahrplan. Zusätzlich wird es künftig an Sonn- und Feiertagen von Mai bis Oktober eine umsteigefreie Frühverbindung kurz nach halb acht Uhr von Münsingen nach Ulm sowie abends wieder zurück auf die Alb geben. Diese beiden Fahrten bieten Bewohnern und Gästen der Alb ganz neue Möglichkeiten für Ausflüge in die weitere Region, gleichzeitig bleiben die bewährten Vorteile für die Gäste aus dem Großraum Ulm erhalten."

Auf das SAB-Team kommt in der neuen Saison natürlich eine Menge an Mehrarbeit zu. "Unser Personal", sagt SAB-Chef Bernd-Matthias Weckler, "muss für die neue Strecke geschult werden". Bisher fuhren die Männer bis Schelklingen und deshalb nach der Vorschrift Nebenbahn. Jetzt geht die Fahrt bis Ulm, und da greift die Vorschrift Deutsche Bahn.

Doch die Münsinger Eisenbahner dürfen auf Hilfe der Ulmer Schienenbusfreunde zählen. Einige steigen nämlich jetzt bei der SAB mit ein. "Wir freuen uns sehr darüber, dass uns so erfahrene Kräfte auf der Strecke unterstützen", so Weckler. Sowieso könne man auch die bisherige Leistung und das große Engagement der Ulmer Schienenbusfreunde mit ihrem "Ulmer Spatz" nicht hoch genug schätzen, erklärt er.

Übrigens: Am 1. Mai gibt es in Münsingen zum Saisonauftakt ein großes Bahnhofsfest in Münsingen. Weckler und sein Team planen dafür eine ganz besondere Überraschung auf der Schiene.

Info Die SAB freut sich über

Frauen und Männer, die sonntags

als Schaffner oder Servicepersonal

im Zug mitfahren.

Kontakt: Telefon: 0 73 81 / 92 11 03 oder www.bahnhof-muensingen.de

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel