Münsingen „Sei mutig und habe keine Angst“

Für 65 Schülerinnen und Schüler der Astrid-Lindgren-Schule endete die Zeit an der Grundschule.
Für 65 Schülerinnen und Schüler der Astrid-Lindgren-Schule endete die Zeit an der Grundschule. © Foto: szr
Münsingen / Von Sabine Zeller-Rauscher 21.07.2018

Sonnengelb lieferten sich die Schul-T-Shirts der Vierer in der Alenberghalle einen Wettstreit mit den Sonnenstrahlen, welche geballt von draußen durch die große Glasfront drangen. Die 65 strahlenden Gesichtern obendrauf taten ihr Übriges dazu, um als „Sieger“ aus dem Rennen zu gehen. Tatsächlich spielten Sieg und Niederlage bei der Verabschiedung jedoch keinerlei Rolle. Vielmehr das Zitat „Sei frech und wild und wunderbar“, von Astrid Lindgren, der Namensgeberin der Schule.

Schulleiterin Uthe Scheckel betonte in ihrer Abschiedsrede, dass das Zitat nicht als Freibrief zum schlechten Benehmen verstanden werden soll, sondern mit Blick in die Zukunft vielmehr im Sinne von. „Sei mutig, trau dich, hab keine Angst, geh offen auf deine neuen Lehrer und auf deine neuen Mitschüler zu“. Das „wild“ im Zitat sah die Schulleiterin viel mehr in Form von „Sei beweglich, im Kopf und halte deinen Körper gesund und fit“.

Bleibt noch „wunderbar“. Wunderbar fände die Schulleiterin, wenn die Kinder künftig nicht wie die drei Äffchen – „nichts sehen, nichts hören und nichts sagen“ – durch die Welt spazieren, sondern dass sie die Erinnerung aus ihrem in der Grundschule Erlernten weiter ausbauen, so dass aus jedem ein selbstbewusster und engagierter Jugendlicher wird, welcher auf sich und seine Umwelt achtet.  Weiter betonte Ute Scheckel, dass das Team der Astrid Lindgren Schule stets bemüht sei,  dass alle Kinder an der Schule gleich behandelt werden, unabhängig ihres Geschlechts, ihrer Nationalität oder ihrer Religionszugehörigkeit.

Mit Stolz durften die anwesenden Eltern und Geschwistern beim bunten, kurzweiligen Abschlussprogramm sehen, wie sich die Kinder entwickelt haben. Waren doch so manche bei der Einschulung noch schüchterne Knirpse, zeigten sich jetzt, kleine, überwiegend selbstbewusste Persönlichkeiten, die keine Scheu hatten, auf der großen Bühne zu stehen. Witzig das kleine Theaterstück vom Michel in der Suppenschüssel, wie auch der gespielte Gedichtvortrag des Theodor Fontane-Klassikers „Herr Ribbeck von Ribbeck“, den wohl auch viele aus den Elternreihen einst, wenn auch in einer etwas trockenerer Form, einstudieren mussten. So manches Schwabenkind ließ sich selbst im englischen Theaterstück „The clever tortoise“ nicht verleugnen. Gut so, denn verstecken musste sich von den Akteuren keiner.

Die Elternbeiratsvorsitzende Isabella Isler verabschiedete sich von den Kindern mit einem Zitat von Albert Einstein –  „Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig“.

Damit wollte sie zum Ausdruck bringen, dass die Kinder neugierig bleiben sollen. Schließlich lernt der neugierige Mensch bekanntlich ja immer neue Wege, neue Möglichkeiten und auch neue Lernstrategien kennen.

Ordentlich Schwung in die Feierlichkeit brachten immer wieder fetzige Lieder wie „Lieblingsmensch“ oder „Der Löwe schläft heute Nacht“, sowie ein Tanz der „Unicorn Girls“. Musikalisch begleitet wurden die sangesfreudigen Kids durch Erika Steinhäußer.

Auch wenn es vielen der jungen Menschen aktuell wohl noch nicht ganz bewusst ist, bedeutet der Abschied aus der Grundschule möglicherweise auch für einige Abschied vom Lieblingsmenschen, weil im neuen Schuljahr die Wege der Kinder in unterschiedliche Schulhäuser führen. Die Eltern haben mit ihrer Schulentscheidung die Weichen für den entsprechenden Weg gestellt. Für viele sicherlich keine leichte Entscheidung. Und ob es die richtige Entscheidung war, wird sich erst noch zeigen. „Wie auch immer, den Kindern stehen auch im Falle einer möglicherweise falschen Entscheidung, dennoch viele Türen offen“, zeigte sich eine Mutter optimistisch.

Im Anschluss an den offiziellen Teil war Klassenparty angesagt, wobei jede Klasse für sich feierte. Über Ehrengast Egon Bohner freuten sich seine einstigen Zweitklässler, die er zuletzt unterrichtet hatte, ehe er sich in den Ruhestand verabschiedete.

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