Münsingen „Ich wäre auch auf dem Mond dabei“

„See You Soon“: Die Stones machten auf ihrer jüngsten Tournee (hier in Edinburgh) keine leeren Versprechungen.
„See You Soon“: Die Stones machten auf ihrer jüngsten Tournee (hier in Edinburgh) keine leeren Versprechungen. © Foto: Jochen Schuster
Münsingen / Reiner Frenz 05.12.2018

Jochen Schuster, CDU-Gemeinderat in Münsingen, hat ein Hobby, das ihn so langsam um die ganze Welt führt. Er ist großer Fan der langlebigsten Rockband dieses Planeten, der Rolling Stones (wir berichteten). In diesem Jahr hat er elf von 14 Konzerte der „No Filter“-Tour besucht, war in Städten wie Helsinki und Warschau, Dublin und Marseille.

Nächstes Jahr wird es für ihn über den „großen Teich“ gehen. Warum? Klar: Die Stones sind wieder auf Tour, 2019 in den USA. 16 Konzerte werden sie geben und Jochen Schuster wird mehrmals dabei sein, seine Heros wieder live erleben– solange sie noch leben. Man darf nicht vergessen, dass zu Beginn der Tournee in April Mick Jagger und Keith Richards 75 Jahre alt sein werden, Youngster Ronnie Wood 71 und Oldie Charlie Watts 77.

„Es hatte sich schon im Frühjahr herumgesprochen, dass es nächstes Jahr eine weitere Tournee geben könnte“, erzählt Schuster, der – natürlich – mit anderen Stones-Ultras vernetzt ist. Das hat sich inzwischen längst bestätigt. Für Schuster wird es ein ganz besonderes Highlight sein, wenn er den Tourneestart am 20. April in Miami miterleben wird. Dann feiert er selbst nämlich Geburtstag, im Hard Rock Stadium in der Florida-Metropole.

Es ist nicht das erste Mal, dass er einen Tourneestart miterleben wird. Schon sein allererstes Konzert 2003 in München war ein solcher, ebenso 2007 in Brüssel, 2012 in London, 2017 in Hamburg und 2018 in Dublin. Jedes Mal aufs Neue spannend wird die Setlist, also die Liste der gespielten Songs sein. Schuster führt hier fein säuberlich Statistik, kann etwa sagen, dass er in den seitherigen 36 Konzerten nur sechs Songs jedes Mal gehört hat: „Honky Tonk Woman“, „Jumpin’ Jack Flash“, Start Me Up“, „Brown Sugar“, „It’s Only Rock’n’Roll“ und „Tumbling Dice“. Nein: „Satisfaction“, „Gimme Shelter“ oder „Paint It Black“ waren nicht immer dabei.

Ganz genau steht Schusters Zeitplan noch nicht. Wenn es mit den Tickets klappt, will er zwei Konzerte in Miami, eines in Jacksonville, Houston und New Orleans erleben, drumrum die südlichen Staaten bereisen, weil zwischen jedem der Konzerte ein paar Tage Pause liegen, in denen sich die älteren Herrschaften wieder aufpäppeln können. „Auf diesen Roadtrip freue ich mich schon riesig“, meint der Münsinger. Vor allem aufs Finale in New Orleans, einer Stadt, die quasi Synonym für Musik ist und in der zu dieser Zeit das berühmte Jazzfestival abgehalten wird.

Mitte Juni will Jochen Schuster noch einmal in die USA jetten, dann wenn es zwei Konzerte in New York gibt und er vielleicht auch noch eines in Chicago mitnehmen will. Und schon wieder gibt es in Stones-Fankreisen Gerüchte. Möglicherweise sind die Stones nächstes Jahr auch noch in Buenos Aires auf der Bühne. Keine Frage, dass Schuster alle Hebel in Bewegung setzen würde, um dabei zu sein.

„Ich wäre auch auf dem Mond dabei“, lacht er. Tatsächlich hat er die Hoffnung, noch auf 50 Stones-Konzerte zu kommen, vielleicht auch noch die fehlenden Kontinente Asien, Afrika und Australien im Stones-Dunstkreis zu erleben.

36 Konzerte  in 15 Jahren, 79 verschiedene Songs

Jochen Schuster und die Stones – ein paar Zahlen: 36 Konzerte, 79 verschiedene Songs, 20 davon nur einmal. Bestes Konzert 2018 musikalisch: Manchester. Bestes Publikum 2018: Marseille und London. Lahmstes Publikum 2018: Stuttgart. 30 Bekannte aus Münsingen und Umgebung haben ihn 2017 und 2018 begleitet, 21 davon zum ersten Mal, sieben mehr als ein Mal. Ob er einen Werbevertrag abgeschlossen hat, bleibt sein Geheimnis.

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