Es war sein erster Haushalt, den Bürgermeister Christoph Niesler dem Gemeinderat vorlegte - und einer mit dem "die positive Entwicklung der Stadt" weiter gesichert und vorangetrieben werden könne. Für das laufende Jahr könne man mit stabilen Zahlen rechnen, so Niesler. Dennoch bestünden einige Fragezeichen, sodass man weiter die Devise beherzige, auf Sicht zu fahren. Obwohl weitere Großprojekte verwirklicht werden, könne man die Schulden verringern.

Der Trochtelfinger Etat hat ein Gesamtvolumen von 17,99 Millionen Euro und ist damit deutlich "schlanker" als der des Vorjahres, als das Volumen 18,69 Millionen Euro betrug. 15,42 Millionen Euro entfallen auf den Verwaltungshaushalt. Die Personalkosten steigen - der tariflichen Entwicklung ist's geschuldet - um 216 000 auf 3,96 Millionen Euro. Dabei sind Lohnerhöhungen von drei Prozent einberechnet.

Der wichtigste Teil im Verwaltungshaushalt ist der Einzelplan 9 "Allgemeine Finanzwirtschaft". Er enthält die wichtigsten Einnahmequellen der Stadt. Die entwickeln sich in diesem Jahr, wenn alles läuft wie geplant, weiter positiv. Zwar ist mit leicht sinkenden Einnahmen bei der Gewerbesteuer zu rechnen (2,35 Millionen Euro; 2015: 2,5 Millionen), dafür steigt der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer von 2,82 auf 2,89 Millionen Euro. Bei den Schlüsselzuweisungen vom Land ändert sich wenig. Sie sind mit 2,35 Millionen Euro eingestellt, 8000 Euro weniger als im Vorjahr. Auf der anderen Seite sinkt bei den Ausgaben die Gewerbesteueranlage um 31 000 auf 477 000 Euro.

Auch die Finanzausgleichumlage ans Land wird geringer, um 53 000 Euro, liegt nun bei 1,52 Millionen Euro. 55 000 Euro weniger muss die Stadt für die Kreisumlage berappen, die nun bei 2,33 Millionen Euro liegt. Unter dem Strich steigt das Einnahmeplus um 100 000 auf 4,535 Millionen Euro. Am Ende steht eine Zuführungsrate von 1,378 Millionen Euro an den Vermögenshaushalt. Im Vorjahr hatte sie 1,85 Millionen Euro betragen.

Der Vermögenshaushalt hat ein Volumen von 2,57 Millionen Euro. Größter Brocken sind 550 000 Euro, die als erste Rate für die naturnahe Umgestaltung des Lauchertsees aufgewendet werden, weitere 550 000 Euro werden 2017 eingestellt. Eine erste Rate ist für den Bau Mensa der Gemeinschaftsschule vorgesehen. Sie beträgt 500 000 Euro, weitere 670 000 Euro sollen 2017 finanziert werden.

15 000 Euro sind für den neuen Internetauftritt der Stadt vorgesehen. 80 000 - die zweite Rate - werden für die Beschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs für Hausen benötigt. 63 000 Euro kostet der Einbau von Sanitäranlagen ins dortige Feuerwehrgerätehaus. Hier hat die Feuerwehr Eigenleistungen von 41 000 Euro in Aussicht gestellt. Für den neuen Mannschaftstransportwagen der Trochtelfinger Wehr sind als erste Rate 45 000 Euro geplant. 60 000 Euro sind für den Brandschutz der Grundschule im Schloss vorgesehen. Die Sanierung der Steinhilber Kirche kostet die Stadt in diesem Jahr 85 000 Euro. "Ich finde das unerträglich", befand Bernd Hummel. Helmut Mader erklärte, dass man nur über eine Ablöse in astronomischer Höhe aus dem Vertrag mit der Kirche herauskäme. Weitere Projekte, die realisiert werden sollen: 50 000 Euro für schnelleres Internet, 50 000 Euro für den Friedhof Hausen. In der kurzen Diskussion sprach Herbert Stelz von einem sehr gut vorbereiteten Zahlenwerk. Ihn erfüllt mit Sorge, dass die Zuführungsrate trotz guter Wirtschaftslage weiter sinkt: "Wir sollten manche Dinge auf den Prüfstand stellen".

Die Eckdaten des Trochtelfinger Haushalts 2015

Der vom Gemeinderat am Dienstag beschlossene Haushalt für das laufende Haushaltsjahr hat ein Volumen von 17,99 Millionen Euro. 15,42 Millionen Euro entfallen auf den Verwaltungshaushalt und 2,57 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt. Es sind Kreditaufnahmen in einer Höhe von 386 000 Euro vorgesehen. Die Zuführungsrate vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt beträgt 1,38 Millionen Euro. Die wichtigsten Einnahmequellen im Verwaltungshaushalt sind der Einkommensteueranteil (2,89 Millionen - plus 70 000 Euro gegenüber dem Vorjahr ), die Gewerbesteuer (2,35 Millionen - minus 150 000 Euro) und die Schlüsselzuweisungen vom Land (2,347 Millionen - minus 8000 Euro). Auf der Ausgabenseite stechen die Personalkosten ins Auge, die 3,96 Millionen betragen - plus 216 000 Euro. Die Kreisumlage liegt bei 2,328 Millionen - minus 55 000 Euro. Der sächliche Verwaltungs- und Betriebsaufwand wird 2,58 Millionen verschlingen - plus 253 000 Euro. Der Schuldenstand wird sich leicht verringern, und zwar von 4,146 auf 4,127 Millionen Euro.

RENE