Münsingen "Es war ein Volltreffer"

Hendrik Schaldach (rechts) macht zurzeit ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) im Biosphärenzentrum in Münsingen. Auch Seminare, Exkursionen und Arbeitseinsätze zusammen mit anderen FÖJlern - wie hier im Wollmatinger Ried - gehören da zum Programm. Foto: Privat
Hendrik Schaldach (rechts) macht zurzeit ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) im Biosphärenzentrum in Münsingen. Auch Seminare, Exkursionen und Arbeitseinsätze zusammen mit anderen FÖJlern - wie hier im Wollmatinger Ried - gehören da zum Programm. Foto: Privat
Münsingen / ULRIKE BÜHRER-ZÖFEL 17.02.2012
Die Entscheidung fiel beim Eis essen mit einem Kumpel. Ganz kurzfristig. Statt Studium wählte Hendrik Schaldach das FÖJ. Und das absolviert er jetzt im Biosphärenzentrum in Münsingen.

Das Studium - Maschinenbau in München - war zwar Plan. Aber Ökologie, das hat den 19-Jährigen aus Wangen im Allgäu schon immer "grundsätzlich interessiert". Das Gespräch mit dem Kumpel, der schon seinen Platz im Freiwilligen Ökolgischen Jahr (FÖJ) am Bodensee hatte, gab den Ausschlag. Kurz entschlossen klickte sich Schaldach auf die Webseite der Landeszentrale. Zwei Stellen waren noch frei - darunter die im Biosphärenzentrum. Die passte zu seinen Vorstellungen - der spannenden, vielfältigen ökologischen Themen" wegen - und er dem Team.

Jetzt ist er dort der zweite FÖJler und für ihn war "es ein Volltreffer, mir hat es von Anfang an Spaß gemacht". Das Team ist jung und lässt ihm Freiräume. Er kann seine Aufgaben auch ein Stück weit selbst bestimmen. Eine davon ist die Betreuung der Ausstellung. Zum Beispiel ist er zurzeit dabei, dort "das Modul Wald" weiterzuentwickeln. Empfang, Information und Führung fallen auch in seine Obhut. Die Saison beginnt da im Frühjahr, vor allem viele Schulklassen besuchen da das Zentrum.

Biosphäre ohne Verwaltung geht nicht, Strukturen wollen durchschaut, Routineaufgaben erledigt werden. "Da wächst man rein", sagt Hendrik Schaldach. Und da "gibt es dann ja auch noch ganz viele "besondere Ereignisse", wie die Europakonferenz in Bad Urach, bei der der junge Mann ebenso ganz vorne mitgemischt hat wie bei der CMT in Stuttgart. Für die hat er eigens eine Messeschulung bekommen, dann drei Tage am Stand für den Tourismus im Biosphärengebiet geworben. "Ich bin da schnell reingekommen, und es hat großen Spaß gemacht." Die Vielfalt "macht den Reiz der Stelle hier aus", der Kontakt zu den Menschen, sei es nun die Mitarbeit beim Juniorrangerprogramm, beim Projekt "Barrierefrei erfahrbar" oder bei den verschiedenen Partnerinitiativen.

Die Aufgaben im Biosphärenzentrum sind eine Seite des FÖJ. Die andere: Insgesamt fünf Seminare mit FÖJlern aus dem ganzen Land gehören ins Jahresprogramm. Bei Exkursionen werden verschiedene FÖJ-Arbeitsstellen besucht, wie zum Beispiel das Wollmatinger Ried. Die Jugendlichen lernen einander und ihre recht verschiedenen Einsatzorte kennen befassen sich intensiv mit verschiedenen ökologischen Themen und packen bei einzelnen Projekten auch mal kräftig mit an.

Und nicht nur die Arbeit im Alten Lager, die ersten Erfahrungen im Berufsalltag haben Schaldach gut getan - auch, sich eine Auszeit vom Lernen zu nehmen, sei ebenso die richtige Entscheidung gewesen wie der "Sprung in die Selbstständigkeit". Die bringt das FJÖ in Münsingen auch nach Feierabend mit sich. Sein Jugendzimmer im Allgäu hat er gegen den Alltag in einer WG eingetauscht. Er lebt dort zusammen mit den - wechselnden und, weil Studenten, älteren, - Praktikanten aus dem Biosphärenzentrum. Da lässt sichs natürlich trefflich reden, Erfahrungen austauschen und natürlich auch so manches abgucken.

Das FÖJ dauert für Schaldach noch sieben Monate, aber klar ist für ihn schon jetzt: Der Maschinenbau ist vom Studienplan gestrichen und ersetzt durch die Bewerbung für einen Studienplatz für erneuerbare Energien.

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