Segelfliegen „Er ist mit allen Wassern gewaschen“

Münsingen / Reiner Frenz 15.07.2017

Sehr starker Wind prägte am Donnerstag den zehnten Wettbewerbstag der Segelflugweltmeisterschaft in der 13,5-Meter-Klasse im ungarischen Szatymaz. Uli Schwenk und sein deutscher Teamkamerad Florian Heilmann entschieden sich, beizeiten loszufliegen, in der Hoffnung, dass die Wolkenstrassen möglichst lange stabil bleiben würden.  Mit als erste machten sie sich um 13.20 Uhr auf den Weg, die 209 Kilometer kurze Aufgabe zu meistern.

Die Hoffnung, auf den in der Gesamtwertung führenden Polen Sebastian Kawa, Boden gut machen zu können, war schnell verpufft. Schon vor der ersten Wende hatte Kawa die Deutschen eingeholt - dabei war er zehn Minuten später gestartet, wie sich später herausstellen sollte. „Das war schon ein bisschen frustrierend, aber Kawa ist mit allen Wassern gewaschen“, meinte der Münsinger am Abend. Kawa ist in der Tat ein Phänomen und dürfte wohl als erfolgreichster Segelflieger aller Zeiten in die Annalen eingehen. „Er ist etwas rechts vom eigentlichen Kurs geflogen und hat dort offensichtlich die bessere Linie gefunden“, so Uli Schwenk.

Die letzte Wende

Mit 40 km/h Rückenwind ging es rasch zur Wende. Immerhin habe man Kawa im weiteren Verlauf des Fluges nicht weiter davonziehen lassen, sondern gemeinsam mit ihm den Rest bewältigt. An der letzten Wende versuchte Uli Schwenk, der etwas höher als die anderen war, einen Ausreissversuch. „Aber ich habe dummerweise nichts mehr gefunden“. Schwenk musste doch noch schwache 1,3 Meter Steigen annehmen, wurde schliesslich vom Pulk, der sich inzwischen gebildet hatte, eingeholt. Am Ende war es sein bis dato schlechtester Tagesplatz. Sechster wurde er mit 91,6 km/h und 575 Punkten. Schnellster war mit 99,6 km/h - wie könnte es anders sein - Sebastian Kawa, der 641 Punkte verbuchte. Der Italiener Stefano Ghiorzo als Zeiter erreicht 93,3 km/h und 589 Punkte, also unwesentlich mehr als der Münsinger. Im Gesamtklassement hat Kawa seinen Vorsprung ausgebaut. Er führt mit 7892 Punkten vor Uli Schwenk mit 7663 Punkten. Schwenks Vorsprung auf den Dritten, den Argentinier Sebastian Riera ist mit 408 Punkten komfortabel. Am Samstag wird der letzte Wertungstag sein, und mit grosser Wahrscheinlichkeit wird Uli Schwenk am Sonntagmorgen bei der Siegerehrung auf dem Podium stehen. Reiner Frenz

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