Münsingen "Das macht Pfarrarbeit schwer und schön"

HEIKE FEUCHTER 05.03.2013
Die Pfarrstelle Martinskirche zwei ist nun wieder besetzt: In einem feierlichen Festgottesdienst wurde Pfarrer Salomo Strauß am Sonntag in sein Amt eingesetzt und von der Kirchengemeinde herzlich empfangen.

Die Martinskirche zeigte sich am Festtag von ihrer schönsten Seite und empfing Kirchengemeinde und Pfarrschaft zum freudigen Anlass, musikalisch ausdrucksvoll mitgestaltet von der Kantorei unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Stefan Lust.

Dekan Michael Scheiberg bezeichnete den Investiturtag als einen von historischer Bedeutung, denn ab heute liege nun erstmals seit 1535 die Geschäftsführung der Kirchengemeinde beim Pfarramt zwei, ermöglicht durch gemeindeinterne Umstrukturierungen. Diese neue Struktur sei ein wichtiger Schritt, der einhergehe mit dem Ende der Vakatur. Im Gottesdienst, der von allen Pfarrern der Martinskirche gemeinsam gestaltet wurde, erläuterte Dekan Scheiberg die bisherigen Tätigkeiten von Salomo Strauß, berichtete von der einen Tag vor dem Umzug abgeschlossenen Dissertation des Pfarrers - was mit einem herzlichen Applaus gewürdigt wurde - und ging auf seine künftigen Aufgaben ein: "Ein gros-

ses und weites Arbeitsfeld breitet sich vor Ihnen aus, das Nahesein bei den Menschen in dem, was sie bewegt, macht Pfarrarbeit schwer und schön." Besondere Erfahrungen brächten die Begleitungen an Knotenpunkten im Leben von Familien, das gemeinsame Gehen eines Weges und die damit entstehende Geschichte.

Auch die Investitur sei eine Wegmarke auf diesem Pfad, verbunden mit der Biografie von Gemeinde und Person, ein Wegzeichen Gottes und seine ausgestreckte Hand mit der Einladung, gemeinsam zu gehen, führte der Dekan aus. Mit dem heutigen Tag würden Kirchengemeinde und Pfarrer "Ja" zueinander und zum gemeinsamen Dienst sagen: "Ich wünsche allen, dass dies auch im Alltag bewusst bleibt und trägt, auch wenn Ziele und Vorstellungen in verschiedene Richtungen gehen."

Im Kreis vom Besetzungsgremium nahm Dekan Scheiberg daraufhin die feierliche Verpflichtung, Einsetzung und Segnung von Salomo Strauß in sein Amt vor. Als einen Menschen voller Klarheit, Gemeinsinn und Humor bezeichnete seine Zeugin und bisherige Arbeitskollegin Pfarrerin Gudrun Bosch den neuen Münsinger Pfarrer, Zeuge Diakon Lothar Schnizer hat ihn als verlässlichen und theologisch gehaltvollen Menschen mit viel Herz und Feingefühl kennengelernt. Und nach den Zeugenworten betrat Salomo Strauß zum ersten Mal die Kanzel zur Predigt und zeigte sich in seinem neuen Aufgabenfeld. In das Fürbittengebet waren neben Strauß noch die Kirchengemeinderäte Frank Hintzenstern und Reinhard Schindler sowie der CVJM- Vorsitzende Martin Schwenkedel eingebunden. Mit feierlichem Auszug zur Orgelmusik fand der Gottesdienst einen erbaulichen Abschluss.

Der anschließende, kurzweilige Empfang im Gemeindehaus zeigte Familie Strauß, in welch hohem Maße sie in der Gemeinde willkommen geheißen wird. Der Ständerling gab Gelegenheit zum gemütlichen Plausch und auch bei den anschließenden Grußworten und musikalischen Beiträgen von Posaunenchor und Familie Lust kamen Geselligkeit und Humor nicht zu kurz.

In launigen Worten beschrieb Stadtrat Uli Schwenk in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters seine eigenen Erfahrungen mit in dem nun endlich wieder bewohnten Pfarrhaus und überreichte kleine Willkommensgaben. Im Namen der "kleinen, überschaubaren aber aktiven Vereinigung" der Ökumene übermittelte Pfarrer Ansgar Leibrecht dem neuen Kollegen humorig die besten Grüße und überreichte für den Fall, dass das Kirchenschiff einmal in wilde Gewässer komme, eine Kanu-Lautertour für die ganze Familie.

Der Kirchengemeinderat schickte Geschenkboten mit einem Starterpaket zur garten- und schwabentypischen Putzarbeit ins Rennen, was auch durch die damit verbundenen Arbeitspatenschaften für viel Gelächter sorgte. In weiteren Grußworten hießen Rektorin Magdalena Kalbfell als Vertreterin der Schulen und CVJM-Vorstand Martin Schwenkedel Salomo Strauß und seine Familie in Münsingen willkommen.