Münsingen "Das ist ein Prädikat"

An der Astrid-Lindgren-Schule gibt es im Zuge der Kooperation mit schulischen und außerschulischen Partnern zahlreiche Projekte. Sie wurden als "exzellent" bewertet und wurden nun zur Anschauung ausgestellt. Foto: Maria Bloching
An der Astrid-Lindgren-Schule gibt es im Zuge der Kooperation mit schulischen und außerschulischen Partnern zahlreiche Projekte. Sie wurden als "exzellent" bewertet und wurden nun zur Anschauung ausgestellt. Foto: Maria Bloching
MARIA BLOCHING 26.01.2013
An der Astrid-Lindgren-Schule geht was. Das bestätigt das Ergebnis der Fremdevaluation, die vor einem Jahr stattfand. Dieses wurde nun Schulträger, Eltern und Vertretern der Schulkonferenz vorgestellt.

Von einem "tollen Ergebnis" sprach Thomas Noack, Hauptamtsleiter der Stadt Münsingen und Kulturamtsleiter Albrecht Kuhn konnte sich dem Lob nur anschließen. "Fremdevaluationen werden zur Sicherung des Qualitätsstandards immer wichtiger. Das fängt schon bei den Kindergärten an", so Kuhn. Denn vermehrt landen bei ihm Anträge auf Schulbezirkswechsel auf dem Tisch, weil sich Eltern für ihre Kinder gezielt Bildungseinrichtungen mit Schwerpunkten wünschen: "Bei diesem Wettbewerb sind Qualitätsmerkmale gefragt".

Die Astrid-Lindgren-Schule hat ihre Qualität nun unter Beweis gestellt. Vor einem Jahr fand die Fremdevaluation statt, laut Schulleiterin Uthe Scheckel ein "langer und intensiver Prozess", der für die gesamte Schule eine große Herausforderung darstellte. "Zum ersten Mal überhaupt können dadurch tiefe Einblicke in das breite Feld der Arbeitswelt unserer Schule gewährt werden, das ist auch für uns eine komplett neue Erfahrung", sagte sie bei der Präsentation des Ergebnisses am Mittwochabend.

In aller Offenheit und Breite wird im Bericht dargestellt, was die Schule im Alltag ausmacht und was im Wesentlichen ihre Arbeit mit 243 Grundschülern einschließlich Förderklasse und elf Schülern mit Inklusion prägt.

Zahlreiche Bausteine wurden dabei berücksichtigt, insgesamt fiel der Bericht äußerst positiv aus. Von dem Ergebnis profitieren in erster Linie die Schüler, schließlich hat die Fremdevaluation den Zweck, Qualität zu sichern und weiterzuentwickeln und basiert auf der Überprüfung gesetzter Ziele.

Unter anderem beinhalten diese Ziele die Qualität des Unterrichts, die Professionalität der Lehrkräfte, das Schul- und Klassenklima, Schulführung und Management sowie inner- und außerschulische Partnerschaften. "Vieles war für uns bereits im Vorfeld selbstverständlich", machte Scheckel deutlich.

Das wurde auch von dieser externen und kriteriengeleiteten Prüfung wahrgenommen, die Dokumente sichtete, Eltern, Lehrer und Schüler der Jahrgangsstufe 4 online befragte, einen Schulhausrundgang unternahm, die Unterrichtssituation beobachtete und Leitfadeninterviews durchführte.

Insgesamt wurden 22 Merkmale bewertet, die nun ein Gesamtbild über die Schule abgeben. Das Werk umfasst 57 Seiten und stuft die Arbeit in aufsteigende Qualitätsstandards nach Entwicklungsstufe, Basisstufe, Zielstufe und Exzellenzstufe ein. Besonders erfreulich: Nicht ein einziges Merkmal wurde von der Kommission der untersten Entwicklungsstufe zugeordnet.

Erreicht wurde fünfmal die Basisstufe, elfmal die Zielstufe und sechsmal die Exzellenzstufe. "Das ist wirklich ein Prädikat und eine Auszeichnung", freute sich Hauptamtsleiter Thomas Noack und lobte Schulleitung und Lehrerkollegium. "Exzellent" hat die Fremdevaluation die Kooperation mit schulischen und außerschulischen Partnern bewertet, die anhand unterschiedlicher Projekte das ganze Jahr über an der Schule praktiziert wird und fest im Schulzyklus verankert ist.

Die Astrid-Lindgren-Schule sieht den Bericht als Empfehlung zur Weiterentwicklung: "Unser Ziel muss nun sein, nicht stehen zu bleiben und ständig zu überprüfen, was zu unserem Leitbild passt", so Scheckel. In der Praxis wird das künftig so aussehen, dass weitere pädagogische Grundsätze im Leitbild aufgenommen werden, dass die Selbstevaluation noch stärker vorangetrieben wird und dass für alle Fächer und Fächerverbünde gemeinsame Vereinbarungen weiter ausgebaut und dokumentiert werden.

Als direkte Konsequenz der Fremdevaluation wird nun ein neuer mehrsprachiger Leitfaden für Eltern herausgebracht, der alle wesentlichen Merkmale der Schule beinhaltet. Zum ersten Mal soll er im Februar bei der Informationsveranstaltung für die neuen Erstklässler vorgestellt und an die Eltern bei der Anmeldung zur Einschulung verteilt werden. Darüber hinaus ist geplant, die zahlreichen Veranstaltungen, die an der Astrid-Lindgren-Schule durchgeführt werden, selbst zu evaluieren. "Das soll uns zeigen, ob wir auf dem richtigen Weg sind", sagte Scheckel.

Sie freute sich über das Lob von Schulträger und Schulamt, vertreten durch Schulamtsdirektor Horst Erdmann, und zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis: "Es war wirklich interessant zu beobachten, wie jemand ganz Neutrales von außen unsere Schule sieht und bewertet".