Gomadingen 100 Kunden beziehen Bienenstrom

Sie zogen erste Bilanz des Bienenstrom-Projekts (v. l.): Otmar Heirich, Klaus Tappeser, Volkmar Klaußer und Thomas Engelhart, in Marbach für die Landwirtschaft zuständig.
Sie zogen erste Bilanz des Bienenstrom-Projekts (v. l.): Otmar Heirich, Klaus Tappeser, Volkmar Klaußer und Thomas Engelhart, in Marbach für die Landwirtschaft zuständig. © Foto: Reiner Frenz
Gomadingen / Reiner Frenz 04.09.2018

Ende April war in der Nähe von Buttenhausen bei strahlendem Sonnenschein der Startschuss für das Bienenstrom-Projekt gefallen, jetzt wurde am Montagnachmittag bei prasselndem Regen auf dem Gelände des Haupt- und Landgestüts Marbach eine erste Bilanz gezogen. Kooperationspartner beim Projekt sind die Stadtwerke Tübingen, das Biosphärengebiet Schwäbische Alb sowie elf Landwirte in der Region. Mit einer Fläche von 2,3 Hektar sei das Gestüt einer der größten Betriebe, die den Bienenstrom unterstützen, betonte Regierungspräsident Klaus Tappeser.

Zwei wichtige Ziele

Er erinnerte daran, dass mit dem im Frühjahr gestarteten Projekt zwei wichtige ökologische Ziele verfolgt würden, nämlich nachhaltige Energiegewinnung und die Verbesserung der Biodiversität. Tappeser wies darauf hin, dass mit dem Arten- und vor allem Insektensterben auch die Bestäubungsfunktion verloren gehe, zudem spielten Insekten in der Nahrungskette eine ganz wichtige Rolle. Ökologie könne man sich freilich ohne Ökonomie nicht leisten, sagte der Regierungspräsident. Der Wenigerertrag durch die Blühwiesen etwa im Vergleich zum Mais werde von den Stadtwerken Nürtingen und deren Stromkunden mit einem Kostenzuschlag von einem Cent je Kilowattstunde ausgeglichen.

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Bienenstrom: 1 Cent je Kilowattstunde

Bienenstrom ist ein Ökostromprojekt mit einem Kostenzuschlag von einem Cent je Kilowattstunde – dem Blühhilfe-Beitrag. Bienenstrom wird über www.bienenstrom.de deutschlandweit vertrieben. Der gesamte Blühhilfe-Beitrag wird ohne Abzüge den beteiligten Landwirten zur Verfügung gestellt, um den finanziellen Ausfall beim Wechsel etwa von Mais zu Blühflächen auszugleichen. Die Blühwiesen sind auf fünf Jahre angelegt. Verschiedenste Blumen und Gräser bieten Nahrung für Insekten und damit indirekt auch für Vögel.

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