Dettingen/Erms Zwischen großer Vorfreude und ein wenig Wehmut

 Es ist das größte Bauvorhaben seit langem in der Gemeinde: Der Neubau des Schulzentrums am Standort Schillerschule. Wenn alles nach Plan läuft, steht zum Schuljahr 2019/20 der Umzug für die Uhlandschüler an.
 Es ist das größte Bauvorhaben seit langem in der Gemeinde: Der Neubau des Schulzentrums am Standort Schillerschule. Wenn alles nach Plan läuft, steht zum Schuljahr 2019/20 der Umzug für die Uhlandschüler an. © Foto: Anja Weiß
Dettingen/Erms / Von Anja Weiß 16.04.2018

Eine mehr als 100-jährige Geschichte neigt sich ihrem Ende entgegen: Noch zwei Jahre werden an der Dettinger Uhlandschule Grundschüler unterrichtet, dann ist definitiv Schluss. Zumindest wenn die Bauarbeiten an dem Neubau nach Plan verlaufen.  Die Fusion der beiden Schulen ist für das Schuljahr 2019/20 geplant, wie Schulleiter Dr. Stefan Hertl sagt. Er ist seit rund eineinhalb Jahren Rektor an beiden Schulen, denn die Stelle an der Uhlandschule wurde nach dem Weggang von Ulrike Kuhn nicht wiederbesetzt. Es war damals schon  klar, dass es in Zukunft nur noch einen Schulstandort in der Gemeinde geben wird.

Lösung ohne Container

An beiden Schulen hätte die Gemeinde ordentlich in Renovierungen und Sanierungen investieren müssen, darum hat der Gemeinderat beschlossen, am Standort Schillerschule eine gemeinsame Schule zu schaffen, an der alle Schüler aus der Gemeinde und darüber hinaus unterrichtet werden können. Der Abriss der alten Gebäude war Ende vergangenen Schuljahres und seitdem wird gebaut, was das Zeug hält. Vor der Schule ist eine riesige Baugrube, hier sollen Neubauten inklusive Mensa entstehen. Auf Container als Ersatzklassenzimmer konnte verzichtet werden. Dafür heißt es jetzt ständig umziehen und zusammenrücken. „Es ist schon eine enorme Belastung“, sagt Hertl. Für ihn und die Kollegen, aber auch für die Schüler, die mit weniger Platz und Lärmbelastung leben müssen, oft sei man deshalb am Anschlag. Vor allem der Pausenhof ist momentan ziemlich klein. „Aber die Baufirmen nehmen auch sehr viel Rücksicht“, lobt der Rektor, wenn Prüfungen anstehen, vermeiden sie Krach so gut es geht.  Dazu kommt noch  die Belastung durch die derzeitigen Doppelstrukturen und die Fusion, die bereits jetzt in die Wege geleitet werden muss. Vergleichswerte gibt es keine, die Lehrerschaft begibt sich auf völliges Neuland.

Doch all der Aufwand wird sich lohnen, und „diese schwierige Zeit geht schnell vorbei“, ist Hertl zuversichtlich. Entstehen wird nämlich  ein modernes Schulzentrum, an dem Schüler von der ersten bis zur zehnten Klasse unterrichtet werden. Damit trägt man auch dem Wandel in der Schullandschaft Rechnung, denn die Hauptschule ist vom Aussterben bedroht. Von einst fünf Hauptschulen im Ermstal ist nur noch die im Neugreuth übrig geblieben. Dadurch dass in Dettingen die Gemeinschaftsschule eingerichtet worden ist, kann sie überleben und es wird hier auf Dauer eine weiterführende Schule geben.

Flexible Betreuungszeiten

Schon jetzt wird die Schillerschule wegen den Betreuungszeiten von vielen Eltern gewählt, so gibt es einige Wechsler aus dem Schulbezirk Uhlandschule. Als die Ganztagsbetreuung vor zehn Jahren eingeführt worden ist, seien Zweifel geäußert worden, ob man so etwas überhaupt brauche, blickt Hertl zurück. Heute sind derartige Skeptiker längst verstummt, die Betreuung von 7 bis 17 Uhr sei nicht mehr wegzudenken, denn gerade berufstätige Eltern sind darauf angewiesen. Vor allem die Flexibilität ist ein Pfund, mit dem die Schillerschule wuchern kann. Die Eltern können die Zeiten so buchen wie sie sie benötigen, Ferien inklusive. Allerdings sind auch die Schülerzahlen an der Uhlandschule  konstant, viele Eltern schätzen sie, weil sie klein und überschaubar ist.

So wird auch Wehmut herrschen, wenn aus den zwei Schulen eine wird und die Grundschule in der Ortsmitte ihre Pforten auf Dauer schließt. Aber die Freude überwiegt, „wir bekommen eine neue Schule mit tollen Räumlichkeiten,“ so Hertl, „das wird schön“.  Der Rektor ist auch sonst voll des Lobs für den Schulträger, denn die Einrichtungen in Dettingen seien bestens, angefangen von den Sporthallen bis zum Schwimm- und Hallenbad, der Tartanbahn oder den Freispielfeldern direkt neben der Schule. „Wir haben strukturell viel zu bieten, das ist ein Riesenplus.“

Diese Vorteile halten auch die Lehrer an der Schule, alle werden nach der Fusion weiterarbeiten und mit ihren Klassen von der Uhland- an die Schillerschule wechseln. So wird den Schülern trotz aller Neuerungen ein Stück Beständigkeit erhalten, wenn sie in zwei Jahren die neuen Räumlichkeiten beziehen werden.

Schülerzahlen und Grundsteinlegung

Schüler An der Uhlandschule werden derzeit 170 Schüler unterrichtet. An der Schillerschule sind 209 Grundschüler, sowie 275 Schüler an der weiterführenden Schule.

Die Grundsteinlegung für die neue Schule ist am Donnerstag, 25. April, um 11.30 Uhr.

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