Bempflingen Zweites Standbein für die Eldoret-Kids

Auf dem Fotos sind zu sehen: vordere Reihe von links: Simion Mathai, Birgit Zimmermann, Betsy Kitur, mittlere Reihe von links: Heike Gönninger, Anette Gratwohl, Ingrid Speth, Sandra Heinrich, hintere Reihe von links: Holger Dembek, Dr. Diane Trost.
Auf dem Fotos sind zu sehen: vordere Reihe von links: Simion Mathai, Birgit Zimmermann, Betsy Kitur, mittlere Reihe von links: Heike Gönninger, Anette Gratwohl, Ingrid Speth, Sandra Heinrich, hintere Reihe von links: Holger Dembek, Dr. Diane Trost. © Foto: Thomas Kiehl
Grafenberg / Stefan Heide 25.06.2018

Angesichts der Situation in Kenia wird der Verein, der sich um Straßenkinder kümmert, nicht „arbeitslos“ werden. Das machte der Vereinsvorsitzende Holger Dembek in seinem Bericht während der Mitgliederversammlung deutlich: Eine extreme Dürre treffe auch den Norden dieses Landes. Nahrungsmittel seien teuer und die Einkommen äußerst ungleich verteilt. Außerdem drängen Dembek zufolge jedes Jahr 800 000 Jugendliche auf den Arbeitsmarkt. Nach wie vor lebten viele Kinder auf der Straße.

Das Badilisha Maisha Centre (Verändere Leben Zentrum, BMC) in Eldoret habe im Januar 2018 zehn Kinder neu aufgenommen. 32 weitere Kinder lebten in ihren Familien und würden vom BMC betreut.

Für die Betreuung von Kindern in den Ferienmonaten werde der bisherige Bauernhof zu Wohnraum umgewandelt und ein neuer gebaut. Hierfür habe das BMC ein Grundstück gekauft. Mit der eigenen Produktion von Nahrungsmitteln spare das BMC viel Geld.

Neben der Hilfe für ehemalige Straßenkinder baut das BMC Dembek zufolge ein zweites Standbein auf: Es unterstützt bei der Suche nach Arbeitsplätzen und bei der Existenzgründung. Kontakte zu Firmen, Hochschulen und Wirtschaftsorganisationen würden hergestellt, Seminare vorbereitet. Um Jugendlichen bei der sehr schwierigen Suche nach Lehrstellen oder Arbeitsplätzen zu helfen, stelle das BMC einen Sozialarbeiter ein.

Der Verein Eldoret Kids Kenia, der Projektträger des BMC auf deutscher Seite, finanziere dieses Zentrum. Der Verein habe jetzt 126 Mitglieder, „das ist sehr erfreulich“, sagte Dembek. Die Zahl der Unterstützer in der Region wachse.

Die Vereinsmitglieder wählten die drei Vorstandsmitglieder wieder beziehungsweise neu: Holger Dembek bleibt für zwei weitere Jahre erster Vorsitzender und Anette Gratwohl für ein weiteres Jahr Kassiererin. Ingrid Speth kandidierte aus familiären Gründen nicht mehr für den Vorstand. Zu ihrer Nachfolgerin wählten die Mitglieder die Lehrerin Sandra Heinrich. Schriftführerin Dr. Diane Trost will 2019 für das Amt der Kassiererin kandidieren.

Als besondere Gäste berichteten Simion Mathai und Betsy Kitur aus Eldoret über die Arbeit des BMC. Während Mathai zusammen mit Birgit Zimmermann das BMC leitet, arbeitet Kitur in einem verbindenden Gremium zwischen dem Dorf und dem BMC. Birgit Zimmermann machte mit vielen Fotos die Aktivitäten des BMC anschaulich. Derzeit würden Aufenthalts- und Schlafräume für Kinder gebaut, so Zimmermann. Zudem baue das BMC ein kleines Haus für Praktikanten aus Europa um. „Wir haben ein tolles Team“, freute sich Zimmermann über die Praktikanten und über ihre Mitarbeiter. Das BMC unterstütze nicht nur ehemalige Straßenkinder, sondern auch Familien mit behinderten Kindern. Für ein Kind habe man beispielsweise einen Rollstuhl gebaut.

Heike Gönninger richtete ihren Blick auf das Vereinsgeschehen des laufenden Jahres. Die nächsten Aktivitäten werden demnach ein Kenia-Abend am 26. Juni, der Verkauf von Kaffee und Kuchen beim Bempflinger Kinderfest am 30. Juni und ein Kirchenkonzert der evangelischen Kirchengemeinde zugunsten von Eldoret Kids am 1. Juli sein. Der Verein werde auch wieder an Martini- und an Weihnachtsmärkten teilnehmen.

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