Pflege Zwei Jahrzehnte Engagement für  Betreuung und Pflege

Wechsel im Vorstand der Diakonie-Sozialstation Metzingen (von links): Geschäftsführer Jens Mews, Holger Dembek, Monika Dölker, Barbara Maier, Oberbürgermeister Fiedler und Gotthold Müller.  Foto: Thomas Kiehl
Wechsel im Vorstand der Diakonie-Sozialstation Metzingen (von links): Geschäftsführer Jens Mews, Holger Dembek, Monika Dölker, Barbara Maier, Oberbürgermeister Fiedler und Gotthold Müller. Foto: Thomas Kiehl © Foto: Kiehl
Von Carola Eissler 09.12.2016

Ohne ehrenamtliches Engagement könnte die Pflege in Metzingen und in der Umgebung kaum so gut aufgestellt sein. Die Diakonie-Sozialstation Metzingen fußt auf einem guten Fundament mit Fachpersonal und einer Vereinsstruktur, die die Ehrenamtlichen mit hinein nimmt. Im Vorstand des Vereins gibt es nun einen Wechsel: Gotthold Müller gibt nach zwei Jahrzehnten Mitgliedschaft im Vorstand der Diakonie-Sozialstation den Stab weiter an Barbara Maier, die ebenfalls aus Neuhausen kommt.

Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler, der Vorstandsvorsitzende, hob die sehr gute Zusammenarbeit und das „vernünftige Miteinander“ im Vorstandsgremium hervor. „Wir haben eine tolle Station mit vielen Händen, die ineinander greifen.“ Es sei keineswegs selbstverständlich, dass Haupt- und Ehrenamtliche so gut zusammenarbeiten. Fiedler erinnerte daran, dass man auch schwierige Zeiten gemeinsam bewältigt habe, zum Beispiel als der vorherige Geschäftsführer Oliver Maier so plötzlich verstarb.

Vorstandsmitglied Holger Dembek, der kürzlich wieder in den Vorstand gewählt wurde, betonte, Gotthold Müller sei stets ein Anker gewesen. Dies insbesondere, da die Diakonie-Sozialstation in den vergangenen Jahren zu einer großen Gesellschaft mit heute 240 Mitarbeitern geworden.

Das ehrenamtliche Engagement von Gotthold Müller für die Belange der Kranken- und Altenpflege geht viel weiter zurück als 20 Jahre. Als ehemaliger Kirchenpfleger in Neuhausen hat Müller den Aufbau der Station stets mitbegleitet. „Es war immer ein gutes Zusammensein“, betont er. In den Anfängen gleich nach der Gründung der Station 1975 ging es freilich noch eher beschaulich zu, auch wenn bereits damals konsequent Aufbauarbeit geleistet wurde. Richtig expandiert ist die Station 1995, als die Stadt Metzingen, die Gemeinden Grafenberg und Riederich sowie die evangelischen Kirchengemeinden und später auch die Katholiken als Mitglieder im Verein aufgenommen wurden. Seither wachsen auch die Aufgabenbereiche und die Anforderungen.

Auch im neuen Jahr steht die Station vor weiteren Herausforderungen. „Wir suchen weiterhin händeringend Fachpersonal“, sagt Geschäftsführer Jens Mews. Zudem soll die Pflege weiter ausgebaut und in Grafenberg ein zweites Pflegeteam installiert werden. Pflegedienstleiterin Monika Dölker betonte: „Wir wollen für die Bevölkerung eine gute Grundversorgung schaffen.“ Dies sei gerade angesichts der demografischen Entwicklung höchste Priorität.

Barbara Maier ist die Arbeit der Diakonie-Sozialstation schon seit längerem vertraut. Die 50-jährige Sozialarbeiterin ist bei der Oberlin-Jugendhilfe der Bruderhaus-Diakonie beschäftigt und auch in der Familienhilfe tätig. „Da gibt es viele Überschneidungen für mich“, sagt sie. Sie freue sich sehr auf ihre neue Aufgabe. Die Freude beruht wohl auf Gegenseitigkeit. Denn schließlich ist es nicht einfach, engagierte ehrenamtlich arbeitende Vorstandsmitglieder mit Fachkompetenz zu finden. Kein Wunder also, dass Oberbürgermeister Fiedler bei der ersten Vorstandssitzung mit neuer Besetzung am gestrigen Donnerstag allen Grund zur Freude hatte.

Die Diakonie-Sozialstation Metzingen

Im vergangenen Jahr konnte die Diakonie-Sozialstation Metzingen das 40-jährige Jubiläum feiern. 1975 begann alles mit der Arbeit von ehrenamtlichen Diakonissen auf sechseinhalb Stellen.

Inzwischen stehen 240 Mitarbeiter bei der vereinsgetragenen Diakonie-Sozialstation in Lohn und Brot, rund 640 Patienten werden betreut. 1994 und 1995 übernahm die Station auch die Versorgung der Bevölkerung in Riederich und Grafenberg. Im Umkreis von 30 Kilometern leistet sie außerdem die Familienpflege und die Kinderkrankenpflege im gesamten Kreis Reutlingen. Die Diakoniestation ist damit in Baden-Württemberg die einzige, die auch diesen Bereich abdeckt. Auch eine 24-Stunden-Betreuung für Ältere, damit diese Zuhause bleiben können, wurde inzwischen aufgebaut über die Stiftung Fundatia Metzingen Sibiu, die Pflegekräfte vermittelt.

Vor allem in den vergangenen zehn Jahren ist die Diakonie-Sozialstation enorm expandiert. Neben der Alten- und Krankenpflege wird die Kinderkrankenpflege angeboten, Familienpflege, hauswirtschaftliche Versorgung und Fußpflege. Die Station bietet zudem einen eigenen Hausnotruf. Vor fast genau sieben Jahren, im Januar 2010, zog die Station von der Gustav-Werner-Straße in die Heinrich-Heine-Straße.