Metzingen Zoff bei der TuS: Grabowski gibt alle Ämter ab

Metzingen / CAROLA EISSLER 07.03.2015
Zoff bei Metzingens größtem Sportverein: Siegfried Grabowski, einer der beiden TuS-Vorsitzenden, hat gestern mit sofortiger Wirkung alle Ämter abgegeben, also auch den Vorsitz der Handball-Abteilung.

Seit 2008 teilen sich Siegfried Grabowski und Gerhard Göhner den Vorsitz der TuS Metzingen. Damals wollten sie als Nachfolger von Kurt Mende diese Ämter nur für eine Übergangszeit behalten, inzwischen sind sieben Jahre daraus geworden. Doch jetzt scheint es nicht mehr zu gehen, ein tiefer Riss scheint sich durch die Vorstandsspitze zu ziehen.

Gestern Nachmittag erreichte ein Schreiben von Siegfried Grabowski, die Redaktion. Darin teilt Grabowski mit, dass er mit sofortiger Wirkung alle Ämter im Verein, also auch den Vorsitz der Handballabteilung, den er seit 2004 inne hat, abgibt. Grabowski weiter: "Dieser Schritt ist ausschließlich mit der Person Gerhard Göhner verbunden, somit keine Differenzen mit anderen Personen, insbesondere der Geschäftsstelle."

Grabowski stand gestern für keinen weiteren Kommentar zur Verfügung. Gerhard Göhner seinerseits will zum Streit ebenfalls keinen Kommentar abgeben. Auf Anfrage unserer Zeitung sagt er: "Es gibt keinerlei Äußerung dazu, was vorgefallen ist." Nur so viel will Göhner verraten: "Der Rücktritt Grabowskis ist für uns sehr überraschend." Noch am Dienstagabend fand die Hauptausschuss-Sitzung aller Abteilungsleiter der TuS statt, bei der auch Grabowski anwesend war. Ob es dort zu unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden TuS-Vorsitzenden gekommen ist, darüber schweigen sich die Beteiligten aus.

Gerhard Göhner und sein Team müssen jetzt recht rasch eine außerordentliche Hauptausschuss-Sitzung einberufen, einen Stellvertreter finden und diesen dann einsetzen, wie Göhner erklärt. "Das wird nicht einfach, das Amt ist nicht begehrt." Der Grund liegt auf der Hand: Obwohl ehrenamtlich tätig, haften Vorsitzende persönlich für den Verein. Bei rund 3000 Mitgliedern und einem Millionenumsatz eine enorme Verantwortung, weiß auch Göhner. Und er beklagt: "Den Vereinen werden immer mehr staatliche Aufgaben zugewiesen, auch dadurch wachsen die Vereine enorm." So mancher Verein beschäftigt deshalb bereits einen hauptamtlichen Vorsitzenden, auch darüber müsse man sich in Zukunft Gedanken machen, sagt Göhner.

Trotz des fristlosen Rücktritts ist laut Göhner die Handlungsfähigkeit des Vereins nicht in Frage gestellt, die Sportangebote seien nicht gefährdet. "Alles läuft weiter wie bisher auch." Die ganze Angelegenheit sei eher eine formaljuristische Sache, beschwichtigt Göhner. Und weiß doch, dass dadurch immer Unruhe in einen Verein kommt.

Dabei hat die TuS gerade erst mit recht guten Zahlen für 2014 abgeschlossen, auch mussten keine Nachzahlungen an das Finanzamt getätigt werden, wie Göhner sagt. Die Mitgliederzahl ist zudem weiterhin steigend. Ein schöner Erfolg für den Verein, findet Göhner. Und sieht die derzeitigen Turbulenzen um die Vereinsspitze und seine Person eher gelassen: "Solche Dinge passieren eben in einem so großen Verein."

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