In Weißensee, einem Ortsteil im Berliner Bezirk Pankow, haben sie jetzt was zu erzählen über Metzingen, denn ein kleines Stück Feldweg mit einem noch kleineren Bach daneben hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Was ist geschehen?

Die D-Jugend des Weißenseer Fußball-Clubs war am Wochenende am großen Turnier im Metzinger Otto-Dipper-Stadion beteiligt. Mit der Mannschaft und Betreuern im Bus saß eine Schar Familienangehöriger, die eher des Einkaufsvergnügens in der Outletcity, denn des Fußballs wegen die Reise mit angetreten hatten. Als jedenfalls alle Passagiere den Bus bereits verlassen hatten, wollte der Fahrer sein Gefährt gegenüber des Stadions auf einem Schotterparkplatz wenden. Die Zufahrt führt jedoch über den bereits erwähnten, rechtwinkligen Feldweg, vorbei an einer zum „Tatzeitpunkt“ ungemähten Wiese. Es kam jedenfalls wie es kommen musste: In der Kurve machte das linke Hinterrad des Busses nicht nur Bekanntschaft mit der Wiese, sondern auch mit dem durch das hohe Gras von Blicken geschützten Bachbettes. In dem Maße, in dem das Hinterrad die Tiefe suchte, reckte sich das gegenseitige rechte Vorderrad gen Himmel, sodass der Bus nicht nur stecken blieb, sondern gar umzukippen drohte. Der Busfahrer verließ daraufhin verständlicherweise sein Fahrzeug und rief Feuerwehr und Polizei zur Hilfe. Alsbald war klar, dass nur ein schwerer Kran dem Bus wieder auf den rechten Pfad bringen kann.

Und so kamen Busfahrer, der vorausgeeilte Kranunternehmer und der Pressevertreter zu einem Plausch, während man auf das Spezialfahrzeug wartete. „Ganz liebe Jungs“ seien die Fußballer, weswegen er sie sehr gerne durch die Lande fahre und natürlich auch jetzt gerne wieder unbeschadet nach Berlin zurückbringen würde, erzählte der Busfahrer. Allerdings höre sein Fußball-Sachverstand schon kurz hinter der Abseitsregel auf, weswegen dieses Thema immer ohne hin besprochen werde müsse. Und ja, tatsächlich sei eine gewisse Situationskomik nicht von der Hand zu weisen, da er bei seinem Lapsus ausgerechnet die Werbeaufschrift einer renommierten Berliner Fahrschule am Bus herumkutschiere.

Bloß keine Vorwürfe solle er sich machen, waren sich die Einheimischen einig, wäre die Wiese ordentlich gemäht gewesen, wäre gar nichts passiert. Und, so der Kranunternehmer aus Altenburg, „wenn du nächstes Jahr kommst, dann ist aus der Wiese bestimmt längst ein Parkplatz geworden.“

Die Bergung ging dann fast wie auf einer Modelleisenbahnanlage vor sich. Hinten kurz anheben und rübersetzen, vorne war der Bus von einem zweiten Lastwagen abgesichert. Inzwischen waren auch einige der Einkaufenden wieder an ihrem Bus angelangt und begutachteten die schwäbische Wertarbeit. Nur, zurück auf dem Weg, sprang der Bus nicht an. Die schwäbischen Rettungskräfte fanden auch dafür eine Lösung in Form eines Überbrückungskabels – aus dem Bus der Grasshoppers Zürich.

So nahm die Geschichte nach zweieinhalb unbeschatteten Stunden doch noch ein unbeschadetes Ende – und die Schwäbisch-Berlinerische-Völkerverständigung kann sich ein weiteres kleines Kapitel anheften.