Wohnraum ist in Metzingen Dauerthema. Die Stadtverwaltung sucht dringend Wohnungen und versucht, potenzielle Vermieter aus der Reserve zu locken. Einerseits mietet die Stadt selbst Wohnungen an zur Unterbringung von Bedürftigen, vor allem von Obdachlosigkeit bedrohte und asylsuchende Menschen. Denn als „Ortspolizeibehörden“ sind Kommunen verpflichtet, für deren Unterbringung zu sorgen.

Situation verschärft sich

Die aktuelle Lage auf dem Wohnungsmarkt mache jedoch auch in Metzingen die Situation für die betroffenen Menschen immer schwieriger, teilt die Stadtverwaltung mit. Der zur Verfügung stehende soziale Wohnraum reiche bei weitem nicht aus.

Appell statt Zwang

Auf Zwang möchte das Metzinger Rathaus aber nicht setzen. Vielmehr appelliert die Verwaltung an die Mithilfe der Bürger: „Obwohl es auf den ersten Blick vielleicht abschreckend klingen mag, seine Wohnung für die Unterbringung von Bedürftigen zur Verfügung zu stellen, so zeigen sich bei genauerem Hinsehen doch viele Vorteile.“ Vermieter, die ihre Wohnung der Stadt zur Verfügung stellen, hätten zum Beispiel selbst weniger Aufwand mit der Vermietung: Die Stadt garantiere etwa Mietzahlungen sowie die Rückgabe der Wohnung „in einem vertragsgemäßen Zustand“.

Auch Normalverdiener in Not

In Metzingen suchen auch viele „Normalverdiener“, darunter junge Familien und Alleinerziehende, oftmals verzweifelt nach Wohnraum. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Wohnungen, die bereits seit langer Zeit leerstehen.

Neues Förderprogramm

Um die wieder auf den Markt zu bringen, hat die Stadtverwaltung vor einigen Monaten ein Förderprogramm ins Leben gerufen: mit 5000 Euro pro Wohnung, die nach mindestens neun Monaten Leerstand wieder vermietet werde. Die Mieter könnten dabei frei gewählt werden, nur mit dem Vermieter verwandt sollten sie nicht sein. Die Neuvermietung müsse von privat zu privat sowie unbefristet oder mindestens für fünf Jahre erfolgen, die Wohnung – egal, wie groß – in ordentlichem Zustand sein. Die Stadt rechnet damit, bis Ende des Jahres ungefähr 25 derartige Prämien auszuzahlen.

Zwei Ansprechpartner

Wer Interesse hat, der Stadt Wohnraum zur Verfügung zu stellen, melde sich bei Mario Klein, Tel. (07123) 92 52 62, E-Mail m.klein@metzingen.de; Interessenten für die städtische Wohnraumprämie berät Sabine Schmidt, Tel. (07123) 92.53 21 und E-Mail wohnraum@metzingen.de.

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