Lepa-Hilfe Wie man mit Kartoffeln pellen Lepra bekämpfen kann

© Foto: Mara Sander
Metzingen / MARA SANDER 30.09.2012

Zweieinhalb Zentner Kartoffeln werden zwei Mal im Jahr zum traditionellen Maultaschenessen der Metzinger Kolpingsfamilie frühmorgens, wenn die meisten Menschen noch von Nacht sprechen, in der Küche des Gemeindezentrums St. Bonifatius aufgesetzt und gekocht. Ab sieben Uhr können sie dann gepellt und in Scheiben geschnitten werden für den hausgemachten Kartoffelsalat zu den Maultaschen.

Während viele ehrenamtliche Helfer von Kolpingsfamilie, Frauenbund und aus der Gemeinde in der Küche Salat waschen und schneiden und andere Vorbereitungen für das Benefizessen treffen, sitzen dann vorwiegend Männer hinter der Bühne des Gemeindesaals und pellen in fröhlicher Runde Kartoffeln. Da hilft Pfarrer und Präses der Metzinger Kolpingsfamilie, Hermann Weiß, vor den Gottesdiensten in Riederich und Metzingen genauso wie andere Frühaufsteher. Rund 60 Helfer, teilweise an allen drei Tagen, waren von Freitag bis Sonntag wieder im Einsatz, um 7878 Maultaschen auf die Teller zu bringen.

Das fängt an mit Zwiebelschneiden und Zutaten anliefern am Freitag und hört mit dem Servieren der Maultaschen am Sonntag nach der Messe im Bonifatiussaal noch lange nicht auf. Denn dann gilt es abzuwaschen, aufzuräumen und alle Spuren des großen Einsatzes zu beseitigen. Dazwischen liegt der Samstag mit der Herstellung der Maultaschen in Handarbeit und trotzdem „wie am Fleißband“, aber ohne Akkordstress, sondern mit viel Spaß und Gemeinschaftsgefühl. Jeder macht das, was er kann, die einen kochen lieber die Brühe, die anderen fertigen den Teig oder füllen die Teigtaschen. Am Sonntag pellen die einen Kartoffeln, die anderen „rädeln“ sie, während ein Team den Saal herrichtet und das Kuchenbüfett aufbaut.

Schon vor elf Uhr weist eine meterlange Menschenschlange den Weg dorthin, wo der Straßenverkauf stattfindet und gedeckte Tische für die hungrigen Gäste bereit stehen. Dann haben die Helfer alle Hände voll zu tun, um zu bewirten, denn die Maultaschen werden in heißer und nicht in warmer Brühe serviert.

Zum hausgemachten Kuchen als Nachtisch gibt es Kolpingkaffee aus fairem Handel und dazwischen vielleicht auch das eine oder andere „Maultaschenverreißerle“, ein Obstwässerle nach Kolping-Geheimrezept, das jeder für daheim kaufen kann. Die Maultaschen schmecken nämlich so gut, dass viele noch Portionen mitnehmen oder auch zu viel davon gegessen haben. Dann tut ein kleines Schlückchen gut für den Magen und für die Lepra-Spendenkasse sowieso.

Am Ende der Aktion dürften wieder so etwa 8000 Euro Erlös für die Aktion Lepra vorhanden sein, denn jeder Euro wird dafür verwendet, nicht nur aus dem Maultaschenverkauf, sondern auch aus dem Erlös von Kaffee und Kuchen, aus Spenden und der Aktion „Ein Kranker zu Gast“. Um Missverständissen vorzubeugen: Das hat nichts mit dem Essen zu tun, sondern mit einem unsichtbaren Gast am Tisch des Hauses. Jeder kann eine kleine Sammeldose mitnehmen und Kleingeld einwerfen. Die Sammeldosen gibt es bei der Kolpingsfamilie Metzingen, (0 71 23) 3 18 71 oder beim katholischen Pfarrbüro Metzingen.

Aber auch anders als mit Geld kann jeder helfen: Die Kolpingsfamilie sucht neue Helfer, die den „Maultaschenchef“ Klaus-Peter Riedlinger entlasten, der die Aktion leitet. Die Last soll auf mehrere Schultern verteilt und neue Helfer nach und nach eingearbeitet werden.

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