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Zusammen mit Eva Rühle und Klaus Käppeler war Peter Hofelich am Dienstag in Kloses Stausee-Restaurant. Ihr gemeinsames Thema: Die Ausbildungssituation in Gastronomie und Hotellerie.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Peter Hofelich aus Salach ist der (ehrenamtliche) Beauftragte der Landesregierung für Mittelstand und Handwerk. Jetzt in den Sommerferien begibt er sich auf eine Reise, aber nicht etwa ins Ausland, sondern in die Regionen Neckar-Alb und Mittlerer Neckar - also quasi seine nähere Heimat. Was er dort bislang in den kleinen und mittelständischen Betrieben gesehen hat, gefiel ihm offensichtlich gut: "Es hilft, wenn man sich einen klaren Blick vor Ort verschafft", betonte er. Und: "Ich bin bei meinen bisherigen Stationen auf viel Fachwissen und eine mittelständische Mentalität gestoßen", sagte Hofelich bei den Klose-Brüdern im Stausee-Restaurant.

Zum Mittagessen wars zu spät, doch den guten Kuchen mussten die Gäste aus der Landesregierung unbedingt probieren. Damit ließ es sich auf der Stausee-Terrasse durchaus aushalten - obwohl auch dort der Hagel heftig gewütet hatte: 150 000 Euro Schaden vor allem an Fassade und Hotelzimmern, wie Josef Klose als einer der Besitzer des Familienbetriebs berichtete.

Doch das Thema am Dienstag war ein anderes: Die Ausbildung in kleinen und mittelständischen Betrieben. Und gerade in der Gastronomie gebe es schon seit Jahren Probleme, passenden Nachwuchs zu finden, wie Gerhard Klose betonte. Aber: Da hätten zahlreiche Kollegen auch eigene Fehler gemacht, "von dem alten Ausbildungszopf sind die nicht weggekommen". Dabei gelte es, den jungen Menschen entgegen zu kommen, die Arbeitszeiten etwa attraktiver zu gestalten. "Wir haben hier bei uns acht Azubis, viele andere Kollegen rufen auf der Suche nach Fachpersonal bei uns an und wollen unsere Leute abwerben."

Die angehende Hotelfachfrau Jasmin Münzinger aus Metzingen ist eine der Auszubildenden im Stausee-Hotel. Im ersten Ausbildungsjahr betätigt sie sich aber bereits als Ausbildungsbotschafterin. Bei einem Speed-Dating vor kurzem in der Reutlinger Müller-Galerie etwa hat sie einige Jugendliche über ihren Job informiert. Münzinger geht aber auch auf Anfragen in Schulen und berichtet dort vor Klassen über ihre Ausbildung. Warum sie das tut? Ihr gefällt der Job, "andere sehen aber meist nur die negativen Aspekte der Arbeit in der Gastronomie". Sie wolle hingegen "das Positive rüberbringen". Was sie nach der Ausbildung machen will? "Ich weiß noch nicht, ob ich Hotelmanagement studieren soll oder erst mal Erfahrungen sammeln werde." Ein dickes Lob erhielt die junge Frau von Josef Klose: "Frauen sind in der Gastronomie um Längen besser als Männer."

Zwar hätten die Kloses für das kommende Lehrjahr 37 Bewerbungen für ihre drei neu zu besetzenden Stellen erhalten, davon seien aber 25 junge Menschen "nicht vermittelbar gewesen". Gezeigt habe sich das zumeist schon nach zwei bis drei Tagen Praktikum. Dass viele andere Hotels und Restaurants so große Probleme mit dem Nachwuchs haben, kann Eva-Maria Rühle als Bundesvorsitzende des Berufsbildungsausschusses der Dehoga nicht verstehen: "Dabei ist das doch so ein toller Beruf."

Grundsätzlich müsse mehr Werbung für die Ausbildungsmöglichkeiten in der Gastronomie gemacht werden, sagte Peter Hofelich. Junge Menschen wollten heute natürlich gerne wissen, wie ihre Perspektiven in einem Beruf sind. Dass man in Restaurants und Hotels keine Karriere machen könne, sei völlig falsch, betonte Rühle.

Aber es müssten auch Hilfen angeboten werden für "schwächere Strecken von Azubis", so Hofelich. Sozialpädagogische oder andere Unterstützung müssten künftig stärker entwickelt werden, so seine Forderung. Ähnlich argumentierte auch Klaus Käppeler als zweiter Landtagsabgeordneter der SPD: Auch schwächere Schüler müssten künftig eine Chance auf eine Ausbildung haben. Und warum nicht in einem gastronomischen Beruf?

Eines sei auf jeden Fall klar - da waren sich alle auf der Stausee-Terrasse einig: "Baden-Württemberg wäre ohne die Gastronomie und ohne kleinere Unternehmen deutlich ärmer", so Hofelich.